PRESSEINFORMATION

GLOBAL 2000 ruft EU ParlamentarierInnen auf, sich für Gesundheit und Umweltschutz einzusetzen.


Wien/Brüssel (10. Oktober 2007).
Friends of the Earth Niederlande, Partnerorganisation von GLOBAL 2000, hat gemeinsam mit Pesticide Action Network Europe acht Früchtesorten im Supermarkt GB Express im Hause des Europäischen Parlaments auf Pestizidrückstände getestet. Das erschreckende Ergebnis zeigt, dass alle getesteten Produkte mit Pestizidrückständen belastet waren. „Drei der getesteten Obstsorten überschritten sogar die gesetzlichen Höchstwerte und somit war der Verkauf dieser Produkte illegal“, so Lisa Kernegger, Pestizidexpertin von GLOBAL 2000. „Die getesteten belgischen Erdbeeren waren sogar mit 14 verschiedenen Pestiziden belastet. Viele der nachgewiesenen Pestizide stehen unter Verdacht, einen negativen Einfluss auf die menschliche Gesundheit zu haben.“ Ende Oktober wird das Europäische Parlament über eine neue Gesetzgebung abstimmen, welche die Zulassung, den Verkauf und die Anwendung von Pestiziden neu regeln wird. „Die vorliegenden Testergebnisse aus dem EU-Parlament zeigen deutlich, dass pestizidbelastetes Obst und Gemüse zum Alltag der EuropäerInnen gehört“, so Kernegger weiter. GLOBAL 2000 ruft die österreichischen Europa-Abgeordneten daher auf, sich verstärkt dem Thema anzunehmen und sich vor allem für eine strenge Pestizid-Gesetzgebung und eine europaweite Pestizidreduktion einzusetzen.

Jedes Jahr kommen 200.000 Tonnen Pestizide in der EU zum Einsatz. In den letzten zehn Jahren hat sich der Einsatz von Insektiziden mehr als verdoppelt. Der großflächige Einsatz von giftigen Chemikalien bedroht die Umwelt. Außerdem ist nicht auszuschließen, dass die derzeit eingesetzten Pestizide die Gesundheit europäischer KonsumentInnen langfristig gefährden. Immer mehr wissenschaftliche Studien belegen die Gesundheitsgefahren, die von Pestiziden ausgehen. „So ist es enorm wichtig, dass Substanzen, die unter Verdacht stehen krebserregend, neurotoxisch, immunotoxisch, reproduktionstoxisch oder hormonell wirksam zu sein, von der EU nicht zugelassen werden“, so Kernegger. Potenziell gesundheitsgefährdende Substanzen sollen durch andere weniger gefährliche und - im Idealfall nicht chemische - Alternativen ersetzt werden. „Die kommende Abstimmung im Europäischen Parlament ist eine einmalige Gelegenheit, den Einsatz von Pestiziden zu reduzieren und den Gesundheits- und Umweltschutz ins Zentrum der neuen Gesetzgebung zu rücken“, sagt Kernegger. „Diese Chance darf nicht ungenützt bleiben! Die Abstimmung könnte einen bedeutenden Richtungswechsel in der europäischen Landwirtschaft einleiten!“

Für kritische KonsumentInnen: Unter www.global2000.at und www.pesticidewatch.eu können EU-BürgerInnen ParlamentarierInnen vor der Abstimmung kontaktieren und zum Handeln auffordern!

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Pestizidexpertin: Mag. Lisa Kernegger, Tel.: 0699-14 2000 22

GLOBAL 2000 Pressesprecherin: Mag. Lydia Matzka-Saboi 0699/14 2000 26

mailto:lisa.kernegger@global2000.at