GLOBAL 2000 ist erfreut über die Aussage des Präsidenten der EU-Kommission Jean-Claude Juncker, dass er "überhaupt nicht die Absicht" habe, Atomenergie im Rahmen des EU-Investitionspaketes zu finanzieren. "Leider findet sich auf der Liste von 2.000 Projekten, die die Mitgliedsstaaten im Rahmen des so genannten 'Juncker-Pakets' vorgelegt haben und die wir letzte Woche der Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben, zahlreiche Atom-Projekte, die auf die staatlichen Förderspritzen warten", sagt Dr. Reinhard Uhrig, Atom-Sprecher von der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. "Juncker muss jetzt seinen klaren Worten Taten folgen lassen und den Mitgliedsstaaten klar machen, dass Atomkraft nichts in einem Investitionspaket der EU zu suchen hat."

Juncker betonte, es gehe darum, "Projekte mit Langzeitwachstums-steigerndem Potenzial zu unterstützen und finanziell zu begleiten". Dass die gescheiterte Technologie Atomkraft diese Kriterien nicht erfüllen kann belegen die Subventions-Zahlen zum AKW Hinkley Point C in Großbritannien: Selbst wenn man den Beteuerungen der britischen Regierung Glauben schenken würde und tatsächlich 25.000 Arbeitsplätze geschaffen würden, würde jeder Arbeitsplatz mit der enormen Summe von 750.000 Euro gefördert. "Wie Professor Tom Burke vom University College klar berechnet hat, würden mit dem gleichen enormen Steuergeld nachhaltig 325.000 Jobs in der Energieeffizienz-Branche in England geschaffen werden - in Hinkley werden es langfristig 900 sein", so Uhrig. "Atomkraft muss raus aus dem EU-Investitionspaket - hier muss Juncker jetzt seinen Worten Taten folgen lassen und die britischen, polnischen und tschechischen Atom-Projekte von der Liste werfen."

GLOBAL 2000 fordert Bundeskanzler Werner Faymann auf, in der Schlusserklärung des morgigen EU-Gipfels schriftlich einen Ausschluss der Atomprojekte festhalten zu lassen.

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