Johannes Wahlmüller, Klimaexperte

Wien am 12. April 2019 - Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 begrüßt die heutigen Beschlüsse der Klimaschutzlandesräte-Konferenz. „Der Ausstieg aus der Ölheizung ist eine klimapolitische Notwendigkeit und auch für die BürgerInnen ein wichtiger Schritt raus aus der Ölpreisfalle. Allerdings braucht es auch bei der Umstellung von Heizanlagen eine klare Vorgabe des Gesetzgebers, denn alte Ölheizungen dürfen nicht durch die gleiche alte Technologie ersetzt werden. Im Neubau werden Ölheizungen ohnehin nur noch in Einzelfällen eingesetzt“, erklärt Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000.

Etwa 700.000 Ölheizungen sind in Österreich noch im Einsatz, der Großteil ist älter als 20 Jahre und wird in den nächsten Jahren ersetzt. Es ist daher wichtig rechtliche Regelungen zu implementieren, die sicherstellen, dass klimafreundliche Heizgeräte zum Einsatz kommen. Als klaren Irrweg bezeichnet GLOBAL 2000 den Vorstoß der Ölindustrie, welche die „grüne Ölheizung“ auf Basis von HVO-Brennstoffen ins Spiel gebracht hat. Dieser Brennstoff besteht aus Palmöl, wofür wertvolle Regenwaldflächen gerodet werden.

„Es ist positiv, dass sich die Klimaschutzreferenten nicht von den Ablenkungsmanövern der Ölindustrie irritieren lassen und den klaren Weg zum Ausstieg aus der Ölheizung fortsetzen wollen. Dieser Weg soll jetzt auch von allen anderen zuständigen EntscheidungsträgerInnen klar außer Frage gestellt werden“, so Wahlmüller.

Klimafreundliche Heizsysteme sind technisch ausgereift und punkten mittlerweile längst auch durch ihre Wirtschaftlichkeit. Die Ölpreise zogen zuletzt wieder an und auch im aktuellen Heizkostenvergleich der österreichischen Energieagantur ist die Ölheizung die teuerste Variante sowohl beim sanierten auch als beim unsanierten Einfamilienhaus. „Diese Entwicklungen zeigen, dass die BürgerInnen nicht weiter in der Ölpreisfalle gehalten werden dürfen. Trotzdem geht die Ölindustrie derzeit mit einer PR-Kampagne auf Kundenfang. Ein klares politisches Zeichen, dass die Ölheizung keine Zukunft hat, war deshalb überfällig", so Wahlmüller.

Großen Handlungsbedarf ortet GLOBAL 2000 auch bei der thermischen Sanierung. Derzeit liegt die Sanierungsrate bei weniger als ein Prozent pro Jahr und damit weit weg von den notwendigen drei Prozent. Ursprünglich hatte der Bundessanierungsscheck Mittel in Höhe von 100 Mio. Euro. Diese Mittel aus denen auch der Raus-aus-Öl-Bonus bezahlt wird, wurden aber mittlerweile um mehr als die Hälfte gekürzt: „Es reicht nicht, nur die Heizkessel umzustellen, wir brauchen auch mehr Engagement bei der thermischen Sanierung um den Energieverbrauch deutlich zu senken.  Der Sanierungsscheck muss auf ein Volumen von mindestens 300 Mio. Euro ausgebaut werden, damit wir größere Sprünge machen können“, so Wahlmüller abschließend.

Rückfragehinweis:

Thomas Geiger, GLOBAL 2000 Pressesprecher, 0699 14 2000 20
thomas.geiger@global2000.at

Johannes Wahlmüller, GLOBAL 2000 Klimasprecher, 0699 14 2000 41, johannes.wahlmueller@global2000.at