PRESSEINFORMATION

30 Jahre nach Zwentendorf bleibt Atomkraft hochgefährlich

Wien (3. November 2008). Am heutigen Montag wird nach Aussagen des slowakisch-italienischen Energiekonzerns SE/ENEL und internationalen Medienberichten zufolge der slowakische Premierminister Fico offiziell den Baubeginn für den Ausbau des AKW Mochovce 3 und 4 verkünden. Er soll dazu das AKW persönlich besuchen. GLOBAL 2000 Anti-Atom-Sprecherin Silva Herrmann: „Die österreichische Bundesregierung muss sofort Protest gegen diesen Schritt einlegen. Ein Baubeginn vor der Durchführung der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) schafft Fakten. Das widerspricht dem Geist und Gehalt der gesetzlichen Vorschriften zur UVP!“

Der Ausbau des AKW Mochovce um zwei weitere Reaktorblöcke birgt massive sicherheitspolitische Risiken für die gesamte Region. Es soll die bestehende Bausubstanz weiter genutzt werden, was eine Erfüllung moderner Sicherheitsstandards nach ExpertInnen-Meinung unmöglich macht. Auf die großen Risiken, wie das Fehlen eines echten Volldruck-Containments, hat auch die EU-Kommission in einer ungewöhnlich kritischen Stellungnahme zum Bauprojekt schon hingewiesen. GLOBAL 2000: „In Mochovce sollen Reaktoren nach Konzepten aus den 70er Jahren für das 21. Jahrhundert gebaut werden. 30 Jahre nach Zwentendorf ignoriert die Atomlobby offensichtlich die gewaltigen Risiken der Atomkraft. Neben dem Unfallrisiko gehört dazu die ungelöste Frage, wie der Atommüll sicher gelagert werden kann und das Risiko, dass atomwaffenfähiges Material abgezweigt wird. Widerstand ist weiter notwendig - für unsere Sicherheit und für die unsere Kinder und Kindeskinder!“

GLOBAL 2000 begeht das 30-jährige Jubiläums der Zwetendorf-Volksabstimmung wie folgt:
Flaschenpost-Aktion: Botschaft von Zwentendorf
4. November 2008, 17:00, Rathausplatz Zwentendorf
Feierliche Übergabe der „Botschaft von Zwentendorf“ als Flaschenpost an die Donau. Die anti-nukleare Botschaft wird auf dem Fluss in all jene Donauanrainer-Staaten transportiert, die noch oder - unter dem Deckmantel des Klimawandels - erneut auf die Hochrisiko-Technologie Atomkraft setzen.

Ausstellungseröffnung: Der Uranabbau kehrt nach Europa zurück
5. November 2008, 11:00, Wiener Umweltanwaltschaft, Muthgasse 62, 1190 Wien

Die Atomlobby versucht, die Atomkraft als saubere Energiequelle zu verkaufen. Die Ausstellung zeigt auf, wie gefährlich und umweltschädlich der Abbau des Brennstoffs Uran ist, der zukünftig auch wieder in Europa abgebaut werden soll.
Als Gesprächspartnerinnen stehen zur Verfügung: Andrea Schnattinger (Wiener Umweltanwaltschaft), Ulli Sima (Umweltstadträtin der Stadt Wien), Antonia Wenisch (Ökologie-Institut), Patricia Lorenz und Silva Herrmann (GLOBAL 2000), Hana Gabrielová (Expertin für Uranabbau)

Atomkraft? Nein danke! - Party
MusikerInnen gegen Atomkraft.
5. November, 21:00, FLUC, Praterstern 5, 1020 Wien
Live-Acts von TEXTA, MAUF, Bilderbuch, Danse Fatale und DJ CEE (Al haca)

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Presse: Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26 und Ruth Schöffl, Tel.: 0699/14 2000 19, E-Mail.: presse@global2000.at
GLOBAL 2000 Anti-Atom-Sprecherin: Silva Herrmann, Tel.: 0699/14 2000 17, E-Mail: silva.herrmann@global2000.at