UmweltschützerInnen fordern verbindliche, transparente Überprüfung auf alle AKW-Katastrophenszenarien

Morgen am 11. Mai, ein Tag bevor die Nuclear Safety Regulator Group der EU (ENSREG) die Kriterien und die Durchführung der umstrittenen Stresstests beschließen möchte, trifft EU-Energiekommissar Oettinger noch mit NGO-Vertretern zusammen. Patricia Lorenz, Atomexpertin von GLOBAL 2000, wird in Brüssel dem EU-Energiekommissar die von GLOBAL 2000 ausgearbeiteten strikten Kriterien für eine Sicherheitsüberprüfung der europäischen Atomkraftwerke darlegen. „Die Lehre von Fukushima ist genau die, dass die bisherigen Annahmen falsch waren. Auch unwahrscheinliche Szenarien können eintreten. Doch der jetzige Entwurf zu den Stresstests stellt eine konsequenzlose Selbstüberprüfung der nationalen Nuklearaufsichten dar, und das nur auf Basis der bisher schon bekannten Kriterien – da könnte man gleich die Sicherheitszertifikate vom Copyshop an der Ecke ausdrucken lassen“, warnt Lorenz.

NGOs fordern: Sicherheit vor Atomstromprofit - Oettinger versus Atomstaaten

Energiekommissar Oettinger kündigte an, seine Unterschrift nicht unter aufgeweichte ‚Stresstests‘ zu setzen. „Jetzt kommt es darauf an, dass sich der Energiekommissars durchsetzt und Frankreich und Großbritannien diese Ankündigung ernst nehmen und sowohl beim Inhalt der Tests als auch bei der verpflichtenden Durchführung und Transparenz nachgeben werden. Es wäre vollkommen fahrlässig, auf alten Studien basierend Persilscheine für die AKW in Europa auszustellen, wie das die westeuropäische Vereinigung der Nuklearaufsichten (WENRA) vorgeschlagen hat“, so Lorenz. Der Widerstand der AKW-Betreiberstaaten gegen Sicherheitsüberprüfung der alternden Reaktoren auf Flugzeugabsturz, menschliches Versagen und andere Katastrophen darf nicht akzeptiert werden. 48 Reaktoren in der EU sind älter als 30 Jahre, mehrere über 40 Jahre alt. „Die Alterung hat als Faktum in die Überprüfung inkludiert zu werden und die Erdbebenauslegungen der AKW sind neu zu überprüfen. Sicherheit muss vor Profit durch Atomstrom gehen“, so Lorenz.

GLOBAL 2000 begrüßt den Vorschlag der EU-Kommission, aus NuklearexpertInnen verschiedener Mitgliedsstaaten zusammengestellte Teams in alle Atomkraftwerke zu entsenden, auch die nicht-nuklearen Länder wie Österreich sollen eingebunden werden. Dieser Vorschlag entspricht teilweise einem der Punkte, die der GLOBAL 2000-Kriterienkatalog direkt nach den Fukushima-Katastrophen empfahl. Nicht minder wichtig ist absolute Transparenz durch die Einbindung von NGOs und unabhängigen WissenschaftlerInnen, die Veröffentlichung aller Unterlagen in Internet und nachvollziehbare Diskussion der Untersuchungsergebnisse.

GLOBAL 2000 fordert zur Reduzierung des atomaren Risikos bereits vor den Überprüfungen eine sofortige Abschaltung aller Hochrisiko-Reaktoren, die Mindest-Sicherheitsanforderungen nicht erfüllen: www.atomausstieg.at.

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Europaweite Petition unter: www.nofaketest.eu

Kontakt:

GLOBAL 2000 Presse: Jens Karg, Tel.: 0699 14 2000 20, Simonne Baur, Tel.: 0699 14 2000 23, presse@global2000.at