Mit dem heute vorgestellten Stromkennzeichnungsbericht der E-Control für die Periode 2014 ist das letzte Jahr mit "Schlupfloch" Graustrom abgehandelt: Per 1. Jänner 2015 sind alle StromkundInnen in Österreich berechtigt, von ihrem Stromlieferanten eine lückenlose Darstellung der Herkunft des gelieferten Stromes zu erhalten. Damit ist das Konstrukt "Strom unbekannter Herkunft" bzw. "Graustrom" Geschichte. Die Gesetzesänderung im Elektrizitätewirtschafts- und Organisationsgesetz im Jahre 2013 werden in der Periode 2015 schlagend, die Übergangsfrist wurde gewählt, um der Elektrizitätswirtschaft Zeit zur Umstellung zu gewähren.

"Wir begrüßen, dass sich nun die auf Initiative der NGOs hin  geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen auf den ‚Schmähstrom‘ Graustrom auswirken, dessen Anteil auf 0,27 Prozent gesunken ist, von Spitzenwerten über 20 Prozent im Jahre 2007", so Dr. Reinhard Uhrig, Anti-Atom-Sprecher von GLOBAL 2000. "Dieser ‚Strom' der vom Himmel gefallen ist, war uns schon immer aus Verbraucherschutzgründen ein Dorn im Auge. Er verunmöglichte bewusste Entscheidungen der KonsumentInnen für mehr Klimaschutz und gegen Atomstrom."

Wir wollen 100 Prozent Erneuerbare

Im Rahmen der Klima-Kampagne von GLOBAL 2000 vor der enorm wichtigen Klimakonferenz COP 21 im November und Dezember 2015 in Paris fordert die Umweltschutzorganisation aber 100 Prozent Erneuerbare Energie bis 2050 - in Österreich, nicht in Norwegen. Der Großteil (69 Prozent) der eingesetzten Stromnachweise stammt aus Österreich, jedoch verwenden immer noch viele Stromanbieter billige Stromnachweise. Insbesondere aus Norwegen, das einen hohen Anteil an Erneuerbaren Energien hat - 18,25 Prozent der eingesetzten Nachweise stammten 2014 laut E-Control aus Norwegen.

"Wichtig ist eine bewusste Entscheidung der StromkundInnen und der genaue Blick ins Kleingedruckte des Werbematerials und der Stromrechnung", so Uhrig. "Wir fordern die österreichische Bundesregierung auf, sich im Rahmen der Klima-Konferenz starke langfristige Ziele wie einen vollständigen Ausstieg aus der Verbrennung von fossilen Energieträgern zu setzen. Alle StromkundInnen können diesen Ausstieg aus Fossilen und Einstieg in Erneuerbare Energien in Österreich jetzt schon mit den Füßen machen und damit ein klares Zeichen setzen."

Rückfragehinweis:
Mag. Raimund Lunzer, Pressesprecher GLOBAL 2000, +43 699 14 2000 35, raimund.lunzer@global2000.at
Dr. Reinhard Uhrig, Anti-Atom-Sprecher GLOBAL 2000, +43 699 14 2000 18, reinhard.uhrig@global2000.at