Wien, am 20. August 2015 – Wie aus einem GLOBAL 2000 vorliegenden Hintergrundpapier zum parlamentarischen Glyphosat-Hearing vom März 2012 hervorgeht, sind jene drei Studien, die maßgeblich zur WHO-Einstufung von Glyphosat als „wahrscheinlich für den Menschen krebserregend“ beitrugen, dem Parlamentarischen Landwirtschaftsausschuss und dem Landwirtschaftsministerium bereits seit mindestens drei Jahren bekannt. Es handelt sich dabei um drei großangelegte epidemiologische Studien aus Schweden, USA und Kanada aus den Jahren 2001 bis 2003, die übereinstimmend feststellten, dass Menschen, die beruflich mit Glyphosat in Kontakt kamen, häufiger am „Non Hodgkin“-Lymphom erkrankten. Umgelegt auf Österreich bedeutet das, dass vor allem LandwirtInnen, Gemeindebedienstete und HobbygärtnerInnen, die mit diesem Unkrautvernichter hantieren, einem nicht akzeptablen Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind.

Kurz nach Bekanntwerden der offiziellen WHO-Einstufung als „wahrscheinlich beim Menschen krebserregend“, richteten die „ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt“ gemeinsam mit GLOBAL 2000 einen dringenden Appell an Landwirtschaft, Politik und Handel, dieses krebserregende Pestizid zu verbannen. Doch während die Gartencenter von Baumax und Bauhaus ihre Verantwortung gegenüber ihren KundInnen wahrnahmen und diese Produkte aus ihren Regalen genommen haben, reagiert die Politik und insbesondere landwirtschaftliche InteressensvertreterInnen bisher zurückhaltend bis ablehnend. So wurden „Zweifel an der Behauptung, dass die krebserregende Wirkung glyphosathältiger Pflanzenschutzmittel tatsächlich nachgewiesen seien“ (www.parlament.gv.at/PAKT/PR/JAHR_2015/PK0766/) geäußert und auf „wissenschaftliche Studien, die Glyphosat als unbedenklich ausgewiesen haben“ (www.parlament.gv.at/PAKT/PR/JAHR_2015/PK0476/), verwiesen.

Für Helmut Burtscher, Umweltchemiker von GLOBAL 2000, ist diese Reaktion nicht nachvollziehbar: „Denn auch wenn die WHO die krebserregende Wirkung von Glyphosat für den Menschen nicht als „bewiesen“ sondern nur als „wahrscheinlich“ ansieht, was ja die Einstufung als Karzinogen der Klasse 2a zur Folge hat, sollte das Grund genug für ein sofortiges Verbot sein. Die Gesundheit der LandwirtInnen hat oberste Priorität.“

GLOBAL 2000 begrüßt daher den heutigen Vorstoß aus Oberösterreich für ein bundesweites Verbot von glyphosathältigen Pestiziden.