Wien, am 30.10.2015 - Heute präsentierte die UN einen Bericht, der die bereits eingelangten nationalen Klimaschutzpläne der einzelnen Staaten, bewertet. Bisher sind Zusagen von 147 Staaten eingelangt, die 86 Prozent der globalen Emissionen abdecken. Johannes Wahlmüller, Klimasprecher der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000, dazu: „Es ist zwar positiv, dass nun ein Großteil der Länder Pläne für die Einsparung von Treibhausgasen ausgearbeitet hat, allerdings sind die vorgelegten Zusagen völlig unzureichend. Wenn die Klimakonferenz in Paris Ende November ein Erfolg werden soll, dann muss klar sein, dass es hier deutlich mehr Anstrengungen braucht. Auch die österreichische Bundesregierung um Bundeskanzler Werner Faymann muss hier endlich in die Gänge kommen, den Ausstieg aus fossiler Energie beschließen und sich auf EU-Ebene für mehr Ambition einsetzen."

Konkret erwartet die UN nach Auswertung der nationalen Klimaschutzpläne einen Anstieg der CO2-Emissionen auf 56,7 Milliarden Tonnen im Jahr 2030. Da viele Pläne schwer zu bewerten sind, beträgt die Bandbreite 53,1 bis 58,6 Milliarden Tonnen CO2. Gegenüber dem Niveau von 1990 wäre das ein Anstieg um 37 bis 52 Prozent. Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 sieht damit die Erreichung des Ziels, die globale Erwärmung auf unter zwei Grad bzw. auf 1,5 Grad einzudämmen, in Gefahr. Der UN-Bericht verweist darauf, dass nach 2030 plötzlich ein sehr steil ansteigender Reduktionspfad beschritten werden müsste, wenn eine Eindämmung auf unter zwei Grad noch in Reichweite bleiben soll. Volkswirtschaftlich würde das gemäß der Studie auch viel teurer kommen als eine rechtzeitige Ausweitung der Klimaschutzanstrengungen. Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von GLOBAL 2000: „Die Emissionen müssen bereits bis 2030 sinken, anstatt zu steigen. Je länger wir zusehen und warten, desto teurer wird es, die Klimaziele zu erreichen. Auch die österreichische Bundesregierung muss hier endlich Nägel mit Köpfen machen und Klimaschutz in Österreich voranbringen. Wenn wir rechtzeitig durchstarten könnten zehntausende Arbeitsplätze zum Beispiel durch thermische Sanierung geschaffen werden", so Wahlmüller abschließend.