UmweltschützerInnen fordern Stopp für 3. Startbahn, Start- und Landeverbot in der Nacht sowie Kerosinbesteuerung
Wien (19. Mai 2009).

Noch bis zum 25. Mai 2009 hat die Bevölkerung Zeit, um zum vorgelegten Aktionsplan Flugverkehr des Verkehrsministeriums Stellung zu nehmen. Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 hat bereits eine Stellungnahme eingereicht, obwohl dies kein leichtes Unterfangen ist. „Das Papier verdient seinen Namen nicht, da keine einzige konkrete Aktion darin vermerkt ist. Die weitgehende Inhaltsleere des Aktionsplans erschwert eine fundierte Stellungnahme daher ganz erheblich“, sagt Heinz Högelsberger, Verkehrsreferent von GLOBAL 2000. So fehlt jeglicher Bezug zum Nationalpark Donau-Auen und dessen Beeinträchtigung durch die derzeitigen Überflüge. Auch die geplante 3. Startbahn – es läuft gerade ein UVP-Verfahren dazu - und der damit verbundene steigende Fluglärm wird mit keinem Wort erwähnt. „Offenbar ist für das Verkehrsministerium die Senkung des Fluglärms kein ernsthaftes Anliegen, der Aktionsplan verkommt damit zur lästigen Pflichtübung,” so Högelsberger weiter.

Nur so ist erklärbar, wieso im Aktionsplan die Anzahl der Fluglärmopfer mit sieben hauptwohnsitzgemeldeten Personen angegeben wird. „Um konkrete Verbesserungen für die AnrainerInnen zu vermeiden, flüchtet sich das Ministerium in Schutzbehauptungen über die “internationalen Verflechtungen des Flugverkehrs”, die gewisse Betriebsbeschränkungen am Flughafen Wien-Schwechat nicht zuließen“, ärgert sich Högelsberger.

GLOBAL 2000 listet folgende Maßnahmen zur Betriebsbeschränkung auf, die sehr wohl nationalstaatlich durchführbar wären:

- Verhinderung des Baus einer 3. Start- und Landebahn.
- Keine Starts- und Landungen in den Nachtstunden. - Staffelung der Start- und Landegebühren nach Tageszeit, Lärm- und sonstigen Schadstoffemissionen.
- Einführung einer entfernungsabhängigen CO2-Abgabe; ähnlich der Sicherheitsabgabe. Kerosinbesteuerung; zumindest bei Inlandsflügen.

„All diese beispielhaft genannten Maßnahmen können – trotz internationaler Verflechtungen – beim Flughafen Wien-Schwechat umgesetzt werden. Sie würden sowohl den zahlreichen lärmgeplagten AnrainerInnen zugute kommen, als auch die CO2-Emissionen des Flugverkehrs in Österreich reduzieren. Doch der jetzt vorgelegte Aktionsplan ist eine reine Augenauswischerei, der keine Verbesserungen bringen wird“, so Högelsberger abschließend.

Weitere Informationen: GLOBAL 2000 Presse: Ruth Schöffl, Tel.: 0699/14 2000 19 und Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26, E-Mail: presse@global2000.at GLOBAL 2000 Verkehrsreferent: Dr. Heinz Högelsberger, Tel.: 01/812 57 30-18