Linz, am 4. September 2015 - Von 18. bis 20. September ist es wieder so weit: Linz erstrahlt bereits zum achten Mal als Fixstern für alle, die nachhaltig leben möchten. Jedes Jahr gibt es mehr zu sehen auf der WearFair & mehr, die mittlerweile zur größten Messe ihrer Art in Österreich gewachsen ist. Von Mode, Ernährung und Mobilität über Kosmetik, alternative Geldanlagen und Reisen reicht das gebotene Spektrum für einen nachhaltigen Lebensstil. Von über 160 AusstellerInnen aus ganz Europa wird an den drei Tagen in den denkmalgeschützten Räumen der Tabakfabrik Linz gezeigt, wie modisch, genussvoll, innovativ und vielfältig fair, ökologisch und nachhaltig sein kann. Begleitet wird die Messe von einem abwechslungsreichen und informativen Rahmenprogramm für Groß und Klein – ob Modenschau, Buchpräsentationen, Workshops oder Filme und musikalische Untermalung – alles dreht sich um die Hintergründe zu ökologischen und fairen Produktionsweisen und darum, wie jede und jeder einzelne einen nachhaltigen Lebensstil führen kann. Im Rahmen einer Pressekonferenz heute in Linz stellten die langjährigen Unterstützer Umwelt-Landesrat Rudi Anschober und Dr. Georg Rathwallner, Leiter des Konsumentenschutz Arbeiterkammer Oberösterreich, sowie VertreterInnen der drei veranstaltenden Organisationen Südwind, GLOBAL 2000 und Klimabündnis Oberösterreich und die der WearFair & mehr in Aussicht, was heuer rund um WearFair & mehr zu erwarten ist.

Messe als Kaleidoskop sehen

„Kaleidoskop“ ist das Motto der heurigen WearFair-Modenschau, die nur eines der vielen Highlights des Rahmenprogramms sein wird. „Kaleidoskop bedeutet schöne Formen sehen und genau das werden die Besucherinnen und Besucher der WearFair & mehr auch heuer. Für uns bedeutet „schön“ gleichwohl ökologisch, fair und nachhaltig. Das ist auch mit viel „unsichtbarer“ Arbeit das ganze Jahr über verbunden, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und unser Vorstand von Südwind, GLOBAL 2000 und Klimabündnis, sowie viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer während der Messe leisten“, erklärt Maria Wimmer, Geschäftsführerin der WearFair & mehr. „Anders als bei vielen Messen, wird bei uns alles selber organisiert und ist quasi von ExpertInnen zu Nachhaltigkeits-Themen selbst gemacht“, streicht Wimmer hervor.

Oberösterreichs Umwelt-Landesrat Rudi Anschober, Fan und Mit-Initiator sieht die WearFair & mehr als Meilenstein für OÖ am Weg zur nachhaltigen Modellregion

„Wir wollen Oberösterreich zur Modellregion für einen nachhaltigen Lebensstil hoher Qualität machen. Die Weichen dafür hat OÖ auf meinen Antrag hin mit dem Landesumweltprogramm schon gestellt. Die Messe WearFair & mehr hat sich von einem engagierten Experiment hin zur wichtigsten Messe Österreichs für nachhaltigen Lebensstil entwickelt – und verdeutlicht, wie schön und genussvoll dieser nachhaltige Lebensstil sein kann. Wir setzen damit in OÖ Maßstäbe, denn wir begeistern mit der WearFair jährlich tausende BesucherInnen für ein nachhaltiges Leben. Nur durch diese tausenden Interessierten und Engagierten, durch die VorreiterInnen ist unser oö. Weg in eine nachhaltige Zukunft mit einem Miteinander von Wirtschaft und Umwelt, Klimaschutz, Energiewende, gesunder Ernährung, Kreislaufwirtschaft oder Green Jobs möglich – dankeschön. Besonders freut es mich natürlich, dass mein Umwelt- und Energieressort mit einem Stand vertreten ist, und wir die BesucherInnen mit Stofftaschen ausstatten und am Samstag mit köstlichem Restlessen der Info-Kochshow gegen Lebensmittelmüll verwöhnen können. OÖ hat die Chance, aufbauend auf die WearFair, zu einem führenden Standort Europas für Produkte für nachhaltigen Lebensstil zu werden. Das kann tausende Jobs schaffen.“

Erweiterter „Fair Fashion Guide“

Dr. Georg Rathwallner, Leiter des Konsumentenschutz Arbeiterkammer Oberösterreich, präsentierte heute den erweiterten „Fair Fashion Guide“, der im Vergleich zur vorjährigen Auflage doppelt so viele Quellen für faire Mode online und vom Bodensee bis zum Neusiedler See vorstellt. Allein in Oberösterreich gibt es heuer 32 Geschäfte mehr zur Auswahl für alle, die sich öko-fair einkleiden wollen. „Wir dürfen heuer die umfangreichste Sammlung an „Fair Fashion“-Shops Österreichs vorstellen. Mehr als 250 Shops umfasst unser erweiterter Guide, deren faire Modemarken streng, nach unseren Kriterien geprüft wurden. Damit ist klar, KonsumentInnen haben mittlerweile die Wahl zwischen fairer und unfairer Mode.“

Gegen Kinderarbeit, Hungerlöhne und Gesundheitsgefährdung bei der Produktion

Drückende soziale Missstände bei der Herstellung von Bekleidung, Schuhen und anderen Produkten, die aus Billiglohn- oder Entwicklungsländern zu uns kommen, gibt es immer noch viele. Dass das den KonsumentInnen zunehmend bewusst ist, und sie vermehrt soziale Standards in der Produktion nachfragen, zeigen die jedes Jahr steigenden BesucherInnenzahlen der WearFair & mehr. Die Industrie reagiert darauf nicht zuletzt mit einer wachsenden Zahl von Gütesiegeln, die unterschiedliche Standards setzen. „Damit jedes Produkt, das auf der WearFair & mehr präsentiert wird, auch wirklich 100 Prozent öko-fair ist, arbeiten wir das ganze Jahr über an der Auswahl und Überprüfung des Angebots. Das ist sowohl für die AusstellerInnen als auch für uns mit viel Aufwand verbunden, aber der ist es uns allen wert, damit die Besucherinnen und Besucher das vielfältige Angebot einfach zu 100 Prozent genießen können“, erklärt Nora Niemetz, Mitarbeiterin von Südwind.

Bio, regional, saisonal am Teller ist gut für Mensch und Umwelt

Zu einem nachhaltigen Lebensstil gehört auch, sich über seine Ernährung Gedanken zu machen. „Als Konsumentinnen und Konsumenten können wir mit unseren täglichen Einkaufs- und Essensentscheidungen aktiv zum Umweltschutz beitragen. GLOBAL 2000 rät daher, sich beim Lebensmitteleinkauf an den Leitfaden regional - saisonal - biologisch zu halten", sagt Leonore Gewessler, Geschäftsführerin der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000, und freut sich über das große Angebot an regionalen und biologisch erzeugten Köstlichkeiten auf der Messe. Biologische Landwirtschaft erzeugt mindestens 30 Prozent weniger CO2. So schont der Biolandbau Böden, Gewässer und Klima. Gewessler weiter: „Mit Bio tut man auch sich selbst etwas Gutes“, und verweist auf einen kürzlich von GLOBAL 2000 - in Zusammenarbeit mit dem oberösterreichischen Umweltlandesrat Rudi Anschober - durchgeführten Einkaufstest, der beweist: „Bio-Produkte sind im Durchschnitt rund 100 mal weniger mit Pestiziden belastet als konventionell erzeugte Lebensmittel".

Nachhaltiger Lifestyle macht Spaß und Freude und ist einfach notwendig

Mehr als 40 AusstellerInnen präsentieren heuer im Lifestyle- und Mobilitätsbereich, worum sich Nachhaltigkeit 2015 dreht: Von Elektrorädern bis zu Longboards, welche von Ex-Häftlingen aus alten Snowboards produziert werden. Klassisch biologische Lifestyle-Produkte, wie etwa Kosmetika, sind ebenso zu finden wie nachhaltige Computermäuse aus Holz. Auch für die nächste „grüne“ Urlaubsplanung gibt es Angebote. Neue Anlageformen von ökologisch und sozial nachhaltigen Banken sind ebenso vertreten, wie Firmen aus dem Erneuerbaren Energiebereich, in welche man direkt investieren kann. Am Samstag werden feierlich neue Klimabündnisbetriebe vor den Vorhang geholt und der Mobilitätsbereich mit „Fesch am Rad“ präsentiert. Dazu passend liest Mieze Medusa aus dem Buch „Radfahren schön trinken“. Außerdem führt das Fahrradzentrum B7 Fahrrad Fit Checks durch. „Die öko-faire Vielfalt an AusstellerInnen und im Rahmenprogramm, freut uns jedes Jahr und macht Mut für die notwendigen gesellschaftlichen Veränderungen“, resümiert Norbert Rainer vom Klimabündnis OÖ.

WearFair & mehr 2015 Tabakfabrik Linz

Öffnungszeiten: Freitag 14 – 22 Uhr (Modebereich) – die anderen Bereiche schließen um 19:30 Uhr, Samstag 10 – 19:30 Uhr, Sonntag 10 – 17 Uhr

Eintrittspreise: Tagesticket: 8 Euro, 6 Euro (ermäßigt), Wochenendticket: 10 Euro

Weitere Informationen zur WearFair & mehr 2015 und das genaue Programm finden Sie unter www.wearfair.at und auf Facebook unter www.facebook.com/WearFair
 

Fotomaterial zum Downloaden inkl. Impressionen der WearFair & mehr 2014: www.wearfair.at/presse

Foto von der Pressekonferenz in Kürze unter www.flickr.com/photos/global2000

Fair Fashion Guide

Der Fair Fashion Guide der Arbeiterkammer Oberösterreich zum Downloaden: http://ooe.arbeiterkammer.at/fair_fashion_guide

Links und Hintergrundinformationen zur Bekleidungs- und Schuhindustrie:

Clean Clothes Kampagne für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie: www.cleanclothes.at

Infos rund um Ernährung und Landwirtschaft, Gentechnik und Pestizide: www.global2000.at

Infos zu Klimaschutz und Lebensstil - Projekte vom Klimabündnis OÖ: http://oberoesterreich.klimabuendnis.at/

Danke an die UnterstützerInnen!

Dass mit der WearFair & mehr Linz wieder zum Zentrum Österreichs für nachhaltigen Lebensstil wird, verdanken die OrganisatorInnen auch vielen UnterstützerInnen. Die Liste der Sponsoren, KooperationspartnerInnen, ExpertInnen, AusstellerInnen und ganz besonders der HelferInnen ist lang: von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, vom Land Oberösterreich und der Stadt Linz über die Arbeiterkammer Oberösterreich und FAIRTRADE, der Grünen Wirtschaft, Bio Austria, Natürlich für uns, Sonnentor und Zotter, bis hin zur Tabakfabrik und vielen tollen MedienpartnerInnen wie FM4, Life Radio, die Oberösterreichischen Nachrichten, Rundschau und DorfTV.

Die WearFair & mehr wird vom Umweltressort des Landes OÖ und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Die vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der OrganisatorInnen wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 35 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit, engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

GLOBAL 2000 ist Österreichs führende, unabhängige Umweltschutzorganisation. Als aktiver Teil von Friends of the Earth International (FOEI) arbeitet GLOBAL 2000 seit 1982 zu brisanten gesellschaftlichen Themen und deckt deren mögliche Gefahren für Mensch und Umwelt auf. GLOBAL 2000 kämpft für eine intakte Umwelt, eine zukunftsfähige Gesellschaft und nachhaltiges Wirtschaften. Mittels Lobbying, Aktionen und Informationsarbeit erzeugt GLOBAL 2000 öffentlichen Druck und vermittelt durch Projekte positive Beispiele, damit ökologische Lösungen möglich werden, und richtet sich dabei an Politik, Wirtschaft und Bevölkerung.

Das Klimabündnis betreut, berät und begleitet Gemeinden, Bildungseinrichtungen und Betriebe in ihrer lokalen Klimaschutzarbeit. Das Klimabündnis wurde vor mehr als 20 Jahren gegründet und ist mittlerweile das größte kommunale Klimaschutz-Netzwerk Europas. Das gemeinsame Ziel ist es, klimaschädliche Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren und den Regenwald zu schützen. Mit seinen Mitgliedern setzt das Klimabündnis wichtige Aktionen für den Erhalt einer lebenswerten Welt. In der eigenen Zeitung wie auch in Veranstaltungen, Projekten und Kampagnen zeigt das Klimabündnis konkrete Möglichkeiten für klimagerechtes Handeln auf.

Das Umweltressort des Landes OÖ arbeitet daran, dass Oberösterreich Europas Modellregion für Lebensqualität und Nachhaltigkeit wird. Der Oö. Landtag hat bereits – auf Initiative von Umweltlandesrat Rudi Anschober – die Weichen für die langfristige Anpassung der Landesumweltpolitik gestellt: Laut dem neuen Landesumweltprogramm soll Oberösterreich bis 2030 Vorzeigeregion werden – bei grünen Technologien, bei einem neuen Miteinander von Umwelt und nachhaltigem Wirtschaften, bei gesunder Ernährung und grünem Lebensstil, bei grünen Jobs. Dafür braucht es auch möglichst viele OberösterreicherInnen, die mit gutem Beispiel vorangehen, sich engagieren und aktiv zu einem nachhaltigen Leben in unserem Bundesland beitragen.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern - unterstützt durch die Europäische Kommission - über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen! www.entwicklung.at/eyd2015