PRESSEINFORMATION

GLOBAL 2000 und Plattform „Atomkraftfreie Zukunft“ protestieren bei Ministerrat gegen Mochovce 3&4

 

Wien (24. Februar 2009). Trotz Faschingsdienstag ist der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 und der Wiener Plattform Atomkraftfreie Zukunft nicht zum Lachen: Unter dem Motto „Stopp Mochovce 3 & 4 JETZT! demonstrieren die Organisationen heute Vormittag zum wiederholten Mal vor dem Ministerrat. Silva Herrmann, Anti-Atom-Sprecherin von GLOBAL 2000: „Wir fordern endlich echte Taten von der Bundesregierung und dem zuständigen Minister Berlakovich gegen den Atomwahnsinn in unmittelbarer Nähe zu Österreichs Grenzen!“

Für Ende Jänner wurde vom slowakischen Projektbetreiber der Beginn der grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für den Ausbau des AKW Mochovce angekündigt. Die so genannte „Scoping-Dokumentation“ sollte dem slowakischen Umweltministerium und in der Folge zügig auch Österreich übergeben werden. Bis jetzt ist noch nichts geschehen. Die Slowakei nimmt die UVP offensichtlich nicht ernst. Maria Urban von der Plattform Atomkraftfreie Zukunft: „Wo bleibt die UVP? Es gibt bereits eine Projektausschreibung für den Ausbau des AKW Mochovce und damit ist der erste Schritt für einen Baubeginn ohne UVP gemacht worden. Das widerspricht Sinn und Geist der UVP-Richtlinie der EU!“

Zum Hintergund:
Das AKW Mochovce soll um zwei Reaktoren erweitert werden. Die bereits in den 80er-Jahren errichteten zwei Reaktoren vom Typ WWER 440/213 gehören zur 2. Generation sowjetischer Druckwasserreaktoren. Besonders bedenklich sind aus sicherheitstechnischer Sicht:
- das fehlende Containment, das bei einem Unfall die Radioaktivität zurückhalten soll
- der unzureichende Schutz gegen Flugzeugabstürze
- die Alterung der Anlagenteile, die seit Jahren vor Ort eingemottet liegen

„Eine UVP durchzuführen, wenn bereits gebaut wird, ist ein schlechter Witz. Denn die BürgerInnen werden vor vollendete Tatsachen gestellt und damit in ihren Rechten beschnitten. Dies ist rechtswidrig. Die Bundesregierung muss jetzt endlich handeln und die EU-Kommission auf diese Missstände aufmerksam machen“, so die OrganisatorInnen der Kundgebung abschließend.

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Presse: Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26 und Ruth Schöffl, Tel.: 0699/14 2000 19, E-Mail.: presse@global2000.at
GLOBAL 2000 Anti-Atom-Sprecherin: Silva Herrmann, Tel.: 0699/14 2000 17, E-Mail: silva.herrmann@global2000.at