Osterhasen-Check

Wie schon in den Jahren davor haben GLOBAL 2000 und Südwind auch dieses Jahr wieder Schoko-Osterhasen unter die Lupe genommen. Diesmal wurde hinterfragt, wie das Angebot in Österreich in punkto Nachhaltigkeit aussieht – was bedeuten und bewirken die verschiedenen Gütesiegel auf den Osterhasen tatsächlich?

Gleich vier Test-Sieger – allgemeine Entwicklung erfreulich

Von den 22 testweise eingekauften Hasen hatten sieben gar kein Siegel, zwei waren UTZ-zertifiziert, fünf wurden mit Fairtrade-zertifiziertem Kakao hergestellt. Sieben sind Bio und die fünf Test-Sieger tragen sowohl das Fairtrade- als auch das Bio-Label. Die Test-Sieger sind: der Natur Pur Bio Osterhase von Spar, der Osterhase aus biologischer Milchschokolade von EZA Fairer Handel, der Natur Aktiv Bio Confiserie Osterhase bei Hofer, der Favorina Bio-Confiserie-Osterhase von Lidl und der Bio Organic Bio Vollmilchschokolade von Riegelein.

Testsieger Osterhasen-Check 2018

Der Anteil der Fairtrade und Bio gelabelten Hasen ist in den letzten drei Jahren deutlich gestiegen. Nur noch knapp die Hälfte aller Hasen haben gar kein Siegel oder nur das UTZ Siegel.

Manche Probleme bleiben aber bestehen

Die negativen sozialen und ökologischen Auswirkungen der Kakaoproduktion sind auf den geringen Preis zurückzuführen den Bäuerinnen und Bauern für ihre Ware bekommen. Dabei spiegeln die unterschiedlichen Preise am Supermarktregal nicht unbedingt höhere oder niedrigere Kosten beim Rohstoffeinkauf wider. Hier spielen viele andere Faktoren eine Rolle – wie etwa die Vermarktungsstrategie. Im Einkauf selbst machen oft wenige Cent mehr pro Kilo Rohstoff den Unterschied, ob eine Bauernfamilie ihre Kinder in die Schule schicken kann oder nicht.

Unternehmenseigene Nachhaltigkeitsinitiativen der Schokolade-Anbieter wurden nicht positiv bewertet, da sie nicht unternehmensunabhängig definiert und kontrolliert sind. Interessant in unserer diesjährigen Auswertung ist dabei, dass die Hasen ohne unabhängiges Label keineswegs zu den billigsten gehören. Das liegt daran, dass es sich hier in der Regel um große Markenhersteller handelt – während die meisten no-name oder Eigenmarken Hasen heutzutage zumindest das UTZ Label tragen. Ein Fairtrade-Hase ist nicht notwendigerweise der Teuerste, während ein teurer Hase nicht unbedingt fair und/oder bio ist.

Kakao hat das Potential, vielen Millionen Menschen im Globalen Süden den Lebensunterhalt zu sichern. Als eine der wenigen global gehandelten Rohstoffe wird er noch immer überwiegend von Kleinbauern und -bäuerinnen angebaut – doch diese stehen immer wieder unter enormem Preisdruck. Ein Ausweg daraus sind Fairtrade- und Bio-Zertifizierungen.

Wer der Gesellschaft, der Umwelt und den Bäuerinnen und Bauern, die am unteren Ende der Wertschöpfungskette stehen, etwas Gutes tun möchte, ist mit Bio und Fairtrade am Besten bedient. Abgesehen davon ist Bio-Schokolade, die ohne Pestizid-Einsatz hergestellt wurde, auch garantiert bekömmlicher für ihre Lieben.

Weitere Informationen zu fairen und ökologischen Rahmenbedingungen zum Beispiel in der Handelspolitik finden sich in der gemeinsamen Kampagne von Südwind, GLOBAL 2000 und vielen anderen www.anders-handeln.at

Rückblick Osterhasen-Check 2017

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Rückblick Osterhasen-Check 2016

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Die Ergebnisse des aktuellen Osterhasen-Checks sowie die Resultate aus den Jahren 2017 und 2016 finden Sie unten im Downloadbereich.