Zitronenfalter auf Blume

Pestizide, Klimawandel und Bodenversiegelung: Das Schmetterlingssterben geht weiter. Schmetterlinge gehören mittlerweile zu den am stärksten bedrohten Tiergruppen Österreichs. Mehr als die Hälfte aller Tagfalter Österreichs gelten als gefährdet, 2 % sind bereits ausgestorben. Von den Nachtfalterarten sind rund 40 % gefährdet und bereits 4 % ausgestorben. Diese Zahlen stellen lediglich Durchschnittswerte dar, die auch die Bestände in Naturschutzgebieten beinhalten. In der freien Natur ist die Gesamtsituation erheblich dramatischer - wer in Zukunft Schmetterlinge sehen will, muss in geschützte Gebiete oder schon sehr bald ins Museum gehen.

Ohne Schmetterlinge keine Blumen

Schmetterlinge gehören wie Bienen und Hummeln zu den wichtigsten Bestäubern der heimischen Pflanzenwelt. Ohne Bestäuber stirbt nicht nur die österreichische Wiesenlandschaft - auch Obst- und Gemüsesorten wie Kürbis, Apfel und Marille würden unwiederbringlich verschwinden. Intensivierung der Landwirtschaft mit massivem Düngemittel- und Pestizideinsatz, Bodenversiegelung und Klimawandel setzen den Schmetterlingen enorm zu.

Massive Gefährdung in Ost-Österreich

Noch ist Österreich ein besonders vielfältiges Land mit etwa 4.070 nachgewiesenen Schmetterlingsarten, davon 208 Tagfalterarten. Aber schon heute fungieren überwiegend die Schutzgebiete als biogenetische Reservoirs und Rückzugsräume gefährdeter Tier – und Pflanzenarten. Der erschreckende Rückgang der Artenvielfalt, vor allem außerhalb von Schutzgebieten, zeigt unseren Umgang mit Ressourcen auf Kosten der künftigen Generationen. Alleine in Wien sind 17% der Tagfalterarten bereits ausgestorben. Politik, Wirtschaft sowie alle Bürgerinnen und Bürger sind im eigenen Interesse aufgefordert, wo immer möglich, gegenzusteuern.

Niederösterreich:

  • Nur 0,76% der Landfläche in Niederösterreich sind Naturschutzgebiete
  • Außerhalb von geschützten Gebieten gibt es überwiegend pestizidintensive Landnutzung - mit allen Konsequenzen für Artenvielfalt und stetigem Verlust wertvoller Bestäubervorkommen
  • Auch der Klimawandel setzt Niederösterreich zu: Alpine Schmetterlingsarten können sich mangels hoher Gipfel nicht in Hochlagen zurückziehen

Steiermark:

  • Seit 1929 gibt es keinen Katalog der Schmetterlingsarten und daher keine Rote Liste
  • Von 177 Tagfalterarten gelten 65 % als gefährdet, damit ist die Steiermarkt trauriger Rekordhalter für Österreich
  • Trotz beachtlicher Artenvielfalt verdrängt der Nutzungsdruck für Grünflächen die Schmetterlinge

Wien:

  • Im Verhältnis zur Größe ist Wien mit über 2.500 beobachteten Arten, das schmetterlingsreichste Bundesland Österreichs
  • Doch auch hier finder der Artenschwund statt, über 60 % der Tagfalter Wiens gelten bereits als gefährdet
  • 32 Arten sind bereits ausgestorben, 13 sind hier bedroht

Burgenland:

  • Die Schmetterlingsvielfalt außerhalb von Schutzgebieten ist erheblich bedroht
  • Da es auch hier keine Rote Liste gibt, kann der Artenschwundenur geschätzt werden
  • Experten schätzen die Bedrohungsrate auf 60 %, 9 Tagfalterarten sind bereits ausgestorben

Mehr Details zum Schmetterlingssterben im Osten Österreichs lesen Sie im gesamten Report "Ausgeflattert II - Der stille Tod der österreichischen Schmetterlinge" von GLOBAL 2000 und der Stiftung Blühendes Österreich, diesen finden Sie unten im Downloadbereich.