Ende 2015 trafen sich die VertreterInnen der EU-Mitgliedsstaaten in Brüssel, um mit der EU-Kommission zu diskutieren. Sowohl US-RegierungsvertreterInnen als auch die Geflügel-Industrie fordern im Zuge von TTIP, dass die Behandlung mit Chemikalien wie Chlor oder Peroxy-Essigsäure auch in der EU zugelassen wird, um den Export-Markt für Geflügelfleisch zu erweitern.

Unsere TTIP-Expertin Heidemarie Porstner sieht einen klaren Zusammenhang zwischen den TTIP-Verhandlungen und den Bestrebungen der EU-Kommission für eine rasche Zulassung von Peroxy-Essigsäure. Eine Zulassung würde die Lebensmittelstandards und das in der EU geltende Vorsorgeprinzip klar unterwandern. Das zeigt, dass die EU-Kommission offensichtlich kein Interesse hat, sich wirklich dafür einzusetzen, die EU-Standards aufrecht zu erhalten. Die EU-Kommission hatte dazu im Frühling einen neuerlichen Vorstoß geplant, nachdem ihr Vorschlag zur Zulassung verschiedener Chemikalien zur Schlachtkörperbehandlung seitens der Mitgliedsstaaten bereits 2008 abgelehnt worden war.

Die Bedenken damals: 

  • Belastung von Gewässern,
  • Gefährdung der Gesundheit der ArbeiterInnen in Schlachtbetrieben
  • und vor allem das Kaschieren von schlechter landwirtschaftlicher Praxis durch nachträgliche Säurebehandlung.

Selbst die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kam 2014 zu der Einschätzung, dass Peroxy-Essigsäure kein adäquates Mittel zur Behandlung von Schlachtkörpern darstellt.

Für uns ist völlig klar: Die EU-Kommission versucht wieder einmal in vorauseilendem Gehorsam zu handeln und bereits vor Abschluss der TTIP-Verhandlungen die EU-Standards aufzuweichen, ohne Rücksicht auf die ProduzentInnen, KonsumentInnen und die Umwelt.