Publikation, 01.05.2014

Studie: Auswirkungen der Kohleverbrennung in Österreich

Eine Studie über die gesundheitlichen und klimatischen Auswirkungen der Kohleverbrennung in Österreich und welche Auswege möglich sind.

Totgesagte leben länger: Kohle ist wieder da in der Energiediskussion und war in Wahrheit nie wirklich weg. Komparative Wettbewerbsvorteile für Kohle im Elektrizitätssektor, ein gescheitertes EU-Emissionshandelssystem und Energiekonzerne, die gut bestückte Dividendenzahlungen an die Aktionäre höher bewerten als die Nachhaltigkeitspräambeln in ihren Geschäftsberichten: Wenn wir uns jetzt nicht für ein sauberes Energiesystem entscheiden, dann erlebt Kohle eine Renaissance und kann damit zum Sargnagel für jegliche Klimaschutzbemühungen werden.

Studie: Auswirkungen von Kohle in Österreich (Cover)

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Die vorliegende Studie zeigt in einer bis dato noch nicht vorhandenen Genauigkeit, welche Gesundheitsauswirkungen die Verbrennung von Kohle in Österreich hat und welche Regionen besonders betroffen sind. Dafür wurden moderne Modellsimulationen auf Basis von der WHO geprüften Methoden angestellt, die die gesundheitlichen Folgewirkungen der Verbrennung von Kohle aufzeigen und die räumliche Verteilung der Luftschadstoffe simulieren können. Österreich ist dabei mehrfach betroffen: Einerseits durch die Emissionen der verbliebenen Kohlekraftwerke im Inland, andererseits durch Luftschadstoffe, die aus Kohlekraftwerken in Nachbarländern, teilweise über hunderte Kilometer, verfrachtet werden. Kohle ist ein Thema, das die europäische Dimension des Umweltschutzes aufzeigt, gemeinsames Handeln erforderlich macht, und dennoch: Beginnen können wir hier und jetzt in Österreich.

Es gibt jedoch auch einen Hoffnungsschimmer: Der Ausstieg aus Kohle in Österreich ist zumindest im Elektrizitätssektor mit relativ einfachen Mitteln sogar kurzfristig möglich. In der Studie werden daher auch mögliche Implikationen, notwendige Voraussetzungen und Auswege speziell aus der Kohleverstromung diskutiert. Dabei wird sichtbar, dass selbst der Abbau von Steuervorteilen für die Verstromung von Kohle einen guten Teil zu einer umweltfreundlicheren Energieversorgung beitragen kann. Gepaart mit verbindlichen Ausstiegsplänen aus Kohle, einem raschen Ausbau erneuerbarer Energie und der Steigerung der Energieeffizienz kann der Ausstieg schon kurzfristig gelingen.

1,3 Mio. Tonnen Kohle

In Österreich werden jährlich rund 1,3 Mio. Tonnen Steinkohle in der Kohleverstromung verfeuert, dadurch entstehen etwa 3,6 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr. Die Studie "Auswirkungen der Kohleverbrennung in Österreich" zeigt erstmals die Auswirkung der Luftschadstoffe Stickstoffdioxid, NOx und Feinstaub-Emissionen aus österreichischen Kohleverbrennungsanlagen.

Es zeigt sich, dass diese Emissionen für 120 vorzeitige Todesfälle in Österreich verantwortlich sind, 1.300 Lebensjahre verloren gehen und 3.900 zusätzliche Asthmaanfälle bei Kindern und 17.700 zusätzliche Asthmaanfälle bei Erwachsenen entstehen. 

Neben gesundheitlichen Folgen entstehen auch gesellschaftliche Kosten für verlorene Arbeitstage und das Gesundheitssystem in Höhe von etwa 194 Mio. Euro.

Diese und viele weitere Informationen finden Sie in der Studie "Auswirkungen von Kohleverbrennung in Österreich" von Johannes Wahlmüller, Julia Huscher, Lauri Myllyvirta, Hanns Moshammer und Severin Ettl.