Was ist das Problem?

Ob im Babyschnuller, in der Zahnpasta oder in Lebensmittelverpackungen: Überall können uns Chemikalien begegnen, die dort nicht hingehören. Stoffe die krebserregend sind, unser Erbgut verändern, oder das Hormonsystem stören.

Viele dieser Stoffe wurden von den Chemiekonzernen in einer Zeit entdeckt und auf den Markt geworfen, als noch keine Behörde der Welt kontrollierte welche Gefahren von neuen Chemikalien ausgehen. Das Vertrauen in die Errungenschaften der industrialisierten Welt schien damals grenzenlos. Abertausende unterschiedliche Chemikalien kamen so in Umlauf. Und wir wurden ungefragt zu Versuchskaninchen. Die Rechnung die wir dafür bezahlten ist eine schleichenden Kontamination der Umwelt und die rasante Zunahme von sogenannten „Zivilisationskrankheiten“ wie Krebs, Diabetes, Entwicklungs- und Fruchtbarkeitsstörungen.

Was ist die Lösung?

Wir brauchen dringend eine Chemikalienpolitik, die den langfristigen Schutz der Umwelt und der menschlichen Gesundheit über die kurzfristigen Gewinninteressen der Chemischen Industrie stellt. Ein wichtiger Erfolg der Umweltbewegung ist die europaweite Chemikalienverordnung (REACH), die es seit 2006 gibt. Diese verlangt, dass alle Chemikalien ab einem gewissen Jahresumsatz bei der Europäischen Chemikalienbehörde ECHA registriert werden müssen: Das heißt, dass zumindest Basisinformationen über die mögliche Gefährlichkeit des Stoffes erforderlich sind. Chemikalien, die von den europäischen Behörden als besonders besorgniserregend eingestuft werden, dürfen nur mehr in Ausnahmefällen und nur mit spezieller Genehmigung eingesetzt werden.

Wichtig wäre eine genaue objektive Überprüfung einer jeden Chemikalie auf ihre Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt. Doch die Behörden sind überlastet und überfordert mit der Prüfung der Tausenden von Altchemikalien. Daher dauert die Aufarbeitung dieser Altlasten sehr lange. Gleichzeitig lobbiiert die Chemische Industrie auf verschiedenen Ebenen dafür, die Standards wieder zu senken. Freihandelsabkommen wie CETA sind dafür ein Instrument.

GLOBAL 2000 macht durch regelmäßige Tests auf Gefahren für Mensch und Umwelt durch unzureichend regulierte Chemikalien aufmerksam.

Was kann ich tun?

Solange uns Gesetze nicht ausreichend vor gefährlichen Stoffen schützen, bleibt uns KonsumentInnen oftmals nichts anderes übrig als selbst zu versuchen gefährlichen Stoffen in Alltagsprodukten auszuweichen. Mithilfe von Ratgebern und Broschüren möchten wir Sie dabei unterstützen:

  • Plastik: Auf Kennzeichnung achten 
    Auf vielen Plastikprodukten ist ein Code eingeprägt, der Aufschluss darüber gibt, um welche Sorte Kunststoff es sich handelt und ob das Produkt recycelt werden kann. Unbedingt zu vermeiden sind PVC und PC da sie unsere Gesundheit gefährden können. Mehr dazu hier: Kunststoff - Probleme und Gefahren
  • Kosmetik: Schädliche Inhaltsstoffe meiden
    Hormonell wirksame Chemikalien gelangen über manche Kosmetikprodukte in den menschlichen Körper und können dort hormonelle Prozesse stören und uns krank machen! Unsere Empfehlung: Auf zertifizierte Naturkosmetik zurückgreifen! Was sie sonst noch machen können um sich zu schützen erfahren Sie hier: So können Sie sich schützen
  • Lebensmittel: Biologische Produkte vorziehen
    Rückstände von hormonell wirksamen Pestiziden auf Obst und Gemüse tragen wesentlich zur Gesamtbelastung des Menschen durch künstliche Hormone bei. Achten Sie beim Kauf auf biologische Produkte, dabei dürfen keine chemisch-synthetischen Pestizide eingesetzt werden. Worauf Sie sonst noch achten können erfahren Sie hier: Hormone im Essen

Langfristig müssen wir aber erreichen, dass die politisch Verantwortlichen durch eine zukunftsfähige Chemikalienpolitik die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Umwelt und Gesundheit auch für zukünftige Generationen geschützt werden. Dies ist unsere zentrale Forderung an die Europäische Chemikalienpolitik. Um eine starke Stimme zu haben, die ein wahrnehmbares Gegengewicht zu den Lobbyisten der Chemischen Industrie darstellt, benötigen wir Ihre Unterstützung bei unseren Initiativen, die sich an österreichische und EU-Politiker richten.