Publikation, 14.01.2021

Was steckt in unseren Sportartikeln?

Der im Rahmen des LIFE AskREACH-Projekts durchgeführte Sportartikel-Test zeigt, dass viele Sport- und Freizeitartikel besorgniserregende Chemikalien wie beispielsweise Weichmacher enthalten, die umwelt- und gesundheitsschädlich sind.

Bei vielen Menschen führt "mehr Sport" die Liste der guten Neujahrsvorsätze an. Durch die Pandemie und die damit verbundene Mehrzeit in den eigenen vier Wänden bzw. geschlossene Sporteinrichtungen findet das Training bei vielen zuhause statt. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen, Sportartikel wie Gymnastikbälle, Springseile und Hanteln auf "besonders besorgniserregende Stoffe" (SVHCs - Substances of very high concerns) zu testen.

Dazu gehören Substanzen wie Weichmacher in Plastikmaterialen, Flammschutzmittel in Textilien oder Möbeln, Schwermetallverbindungen, verschiedene Farbstoffe oder sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoff-Verbindungen und viele andere.

Sportartikel Test 2021

SVHCs sind erwiesenermaßen:

  • krebserregend
  • fortpflanzungsschädigend
  • erbgutverändernd
  • hormonell wirksam
  • schwer abbaubar (persistent) & toxisch
  • bioakkumulierbar, das heißt sie reichern sich in Organismen an

SVHC-Chemikalien können in allen Arten von Alltagsgegenständen vorkommen, wie etwa in Spielzeug, Schuhen, Kleidung, Möbeln, Schmuck, Geschirr, Elektronik oder Sportgeräten.

Jetzt Sportartikel-Test downloaden

Unser großer Sportartikel Test

Gemeinsam mit 13 Partnerorganisationen aus verschiedenen europäischen Ländern kauften wir 82 Sportprodukte wie Gymnastikbälle, Springseile, Wasserflaschen, Hanteln, Sportmatten und vieles mehr. Die Proben wurden mit einem Schwerpunkt auf Weichplastikprodukten ausgewählt. Alle Produkte wurden auf Phthalate, Alkylphenole und kurzkettige Chlorparaffine getestet, einige Artikel zusätzlich auf Flammschutzmittel, Azofarbstoffe und Schwermetalle.

Sportartikel

Noch bevor wir die Produkte ins Labor schickten, stellten wir Anfragen an die Verkäufer, ob Ihre Produkte SVHCs enthalten. Laut REACH-Verordnung sind Hersteller sowie Verkäufer verpflichtet, KonsumentInnen Auskunft über etwaige enthaltene SVHCs zu geben.

Die Ergebnisse

In knapp einem Viertel der untersuchten Produkte wurden SVHCs gefunden. Während einige davon die Grenze von 0,1 % nicht überschritten, fanden wir in neun Produkten SVHCs oberhalb dieses Wertes. In sieben Proben wurden die Weichmacher DEHP, DIBP oder DBP gefunden, die alle seit Juli 2020 nicht mehr in einer höheren Konzentration als 0,1 % in Verkehr gebracht werden dürfen. Die Produkte dürfen also nicht mehr verkauft werden.

Ergebnisse des AskREACH Sportartikel-Tests 2021

Traurige Spitzenreiter sind zwei Gymnastikbälle, in denen Phthalat-Konzentrationen von 41 % bzw. 35 % (DIBP - Diisobutylphthalat) gefunden wurden, dicht gefolgt von einem Springseil, in dem 24 % DEHP (Diethylhexylphthalat) nachgewiesen wurden.

Ergebnisse des AskREACH Sportartikel-Tests 2021

Obwohl wir in neun der getesteten Produkten SVHCs in Konzentrationen über 0,1 % fanden und diese somit unter das "Recht auf Information" fallen, bekamen wir von keinem der Verkäufer eine Auskunft über SVHCs. 

Sie möchten wissen, ob auch Ihr Sportzubehör SVHCs enthält?

Die gute Nachricht ist, dass KonsumentInnen das Recht haben, vom Verkäufer oder Hersteller eines Produkts zu erfahren, ob darin Substanzen enthalten sind, die unserer Gesundheit oder der Umwelt schaden. Dank der europäischen Chemikalien-Verordnung „REACH“ werden diese Substanzen seit 2007 in einer „Kandidatenliste“ gesammelt und fallen unter das so genannte „Auskunftsrecht“. Auf Anfrage von KonsumentInnen sind sowohl Produzenten als auch Verkäufer verpflichtet, bei einer SVHC-Belastung über 0,1 % innerhalb von 45 Tagen Auskunft über diese so genannten „besonders besorgniserregenden Stoffe“ - sowie Instruktionen zum sicheren Umgang mit den betreffenden Produkten zu geben.

Damit Sie das ohne großen Aufwand von Ihrem Smartphone aus erledigen können, haben wir gemeinsam mit dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) die "Scan4Chem"-App entwickelt. Scannen Sie Produkte, die Sie kaufen möchten, im Voraus mit der App und senden Sie eine SVHC-Anfrage an den Verkäufer oder Hersteller des Artikels. Scannen Sie so viele Produkte wie möglich mit der "Scan4Chem"-App, um den Unternehmen zu zeigen, dass die Verbraucher sichere Produkte wollen!

Jetzt Scan4Chem-App downloaden:

Lesen Sie die detaillierten Infos und Ergebnisse unseres Test im GLOBAL 2000 Report "Was steckt in unseren Sportartikeln?"

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Das Projekt LIFE AskREACH

Life LogoDas Projekt LIFE AskREACH (No. LIFE16 GIE/DE/000738) wird durch das LIFE Programme der Europäischen Union gefördert.

 

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