Konventionelle Landwirtschaft – Gefahr für die Arten­viel­falt

Durch die intensive Landwirtschaft schwindet die Arten- und Biotopvielfalt seit Jahren. Um dem eigenen Ziel, den Artenverlust zu bremsen, gerecht zu werden, müssen die Bundesregierung und die EU die Agrarpolitik und die Agrarfördermittel neu gestalten.

Pestizide sind eine große Gefahr für die Natur. Insekten-, Vögel- und Kleintierbestände gehen seit Jahren zurück, weil sie von den Chemikalien vergiftet werden und die Nahrungskette unterbrochen wird. Die Nitratbelastung des Wassers durch Dünger aus der Landwirtschaft zerstört Ökosysteme in Seen und Fließgewässern.

Dazu kommt, dass es in der landwirtschaftlichen Produktion selbst nur noch eine begrenzte Anzahl an Pflanzensorten und Tierrassen gibt – 1.000 der 6.400 Nutztierrassen sind bereits ausgestorben. Besonders deutsche Viehzuchtunternehmen setzen nicht auf alte Rassen und bieten stattdessen "moderne" Hochleistungstiere an, die eigens für die industrielle Tierhaltung gezüchtet wurden.

Artenschutz – eine Frage der Nahrungsmittel­sicher­heit

Eine größere Vielfalt an Pflanzensorten bedeutet nicht nur schmackhafteres und bunteres Obst und Gemüse, sondern auch mehr natürliche genetische Vielfalt, die für Ökosysteme sowie die Ernährungssicherheit von Vorteil ist.

Klar im Vorteil: Öko-Landbau im Vergleich mit konventioneller Landwirtschaft

Der biologische bzw. ökologische Landbau ist eine besonders ressourcenschonende und umweltverträgliche Form der Landwirtschaft. Er wirtschaftet im Einklang mit der Natur. Ökologisch wirtschaftende Betriebe zielen darauf ab, einen möglichst geschlossenen betrieblichen Nährstoffkreislauf zu erreichen. Futter- und Nährstoffgrundlage soll der eigene Betrieb sein. Sie erhalten die Bodenfruchtbarkeit und die Tiere werden besonders artgemäß gehalten. Außerdem wird kein Pflanzenschutz mit chemisch-synthetischen Mitteln eingesetzt. Auch wird kein leicht löslicher mineralischer Dünger genutzt.

Organisch gebundener Stickstoff wird meist in Form von Mist oder Mistkompost, Gründüngung durch Stickstoff sammelnde Pflanzen (Leguminosen) ausgebracht. Die Bodenfruchtbarkeit wird durch ausgeprägte Humuswirtschaft gepflegt. Der Tierbesatz ist an die Fläche gebunden und die Fütterung der Tiere erfolgt möglichst mit hofeigenem Futter – es wird nur wenig Futter zugekauft. Auf Antibiotika wird weitgehend verzichtet.

Der Ökolandbau erhält und schont die natürlichen Ressourcen und hat vielfältige positive Auswirkungen auf die Umwelt, zum Beispiel: Ökologische Landbaumethoden sind am besten an den Klimawandel angepasst und reduzieren die Klimaemissionen. Er schützt den Boden. Ökologische Landbaumethoden fördern die Humusbildung und das Bodenleben. Die natürliche Bodenfruchtbarkeit steigt an.

Ökolandbau leistet einen Beitrag zum Gewässerschutz

Ökologischer Landbau belastet das Grund- und Oberflächenwasser weniger mit Nährstoffen, wie zum Beispiel Nitrat, als der konventionelle Landbau. Weil die Viehhaltung an die Fläche gebunden ist, fallen meist nicht mehr Nährstoffe durch Mist und Gülle an, als den Pflanzen auf den hofeigenen Flächen problemlos zugeführt werden können.

Mehr Tierschutz auf ökologisch wirtschaftenden Betrieben

Die Prinzipien des ökologischen Landbaus garantieren eine artgerechtere Tierhaltung. Den Tieren wird mehr Auslauf gewährt. Außerdem werden die Haltungsbedingungen regelmäßig überprüft.

Mehr Artenschutz durch Ökolandbau

Durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und das niedrige Düngeniveau wird die Biodiversität gefördert. Auf den Öko-Flächen finden sich häufig mehr Arten als auf den konventionell bewirtschafteten Flächen.

Der Ökolandbau ist weniger abhängig von fossiler Energie wie Erdöl und nutzt die zugeführte Energie besser aus. Ökolandbau schafft mehr Arbeitsplätze in der Landwirtschaft. Auch eine nachhaltige Bioenergieerzeugung für Strom und Wärme lässt sich auf Ökohöfen integrieren. Ökolandbau ist multifunktional: Er produziert Lebensmittel, Umweltschutz und Landschaftspflege. Bei der Industrialisierung der Landwirtschaft ist dieser Anspruch häufig verloren gegangen.

Anstatt die Folgekosten der Intensiv-Landwirtschaft weiter in die Höhe zu treiben, muss die Agrarpolitik die anstehende Reformchance nutzen und Agrarsubventionen konsequent an Umweltziele binden.