Auch bei uns gibt es nicht nur Gewinner der rasant gestiegenen weltweiten Handelsströme: Die internationale Konkurrenz von immer größer werdenden Agrarkonzernen, die immer billiger produzieren, führt z.B. bei uns zu einem Aussterben von kleinen Bauernhöfen, die oft nachhaltiger und vor allem regional produzieren.

Internationale Handelsabkommen: Das Gerüst des Welthandels

Internationale Handelsabkommen sind das Grundgerüst des Welthandels. In ihnen werden die Regeln festgelegt, nach denen Waren weltweit produziert, gehandelt und transportiert werden. In diesen Regeln werden bisher Umweltschutz-, Menschenrechts-, Arbeits- und Sozialstandards viel zu wenig berücksichtigt. Viele der heute existierenden Handels- und Investitionsregeln behindern sogar direkt die Veränderung hin zu einem nachhaltigen Wirtschaftssystem – mit allen negativen Auswirkungen (insbesondere auf den globalen Süden), die wir alle kennen, aber zu oft verdrängen.

Eine andere Globalisierung muss doch möglich sein!

Wir brauchen dringend eine neue Art des Handels. Wir brauchen Regeln, an die sich auch große Konzerne halten, für sauberes Wasser, fruchtbare Böden, gesunde Lebensmittel und erneuerbare Energie. Wir befürworten weltweite Vernetzung, globalen Austausch und Globalisierung. Wir kritisieren jedoch die bestehenden Regeln, nach denen der Welthandel und internationale Handelsabkommen derzeit funktionieren. Deshalb lehnen wir auch die aktuell verhandelten Handelsabkommen TTIP, CETA, JEFTA und Mercosur der Europäischen Union ab. Wir sind davon überzeugt, dass eine andere Art des Handels möglich ist, die fair, sozial und nachhaltig ist.

Dringend benötigt: Eine neue Art des Handels

Eine neue Art des Handels, muss z.B. dazu beitragen, die sich beschleunigende Klimakrise oder ein aus dem Ruder gelaufenes Intensiv-Agrarsystem zu lösen und demokratische Prozesse und Institutionen zu stärken. GLOBAL 2000 und sein internationales Netzwerk Friends of the Earth sehen folgende Punkte als essentiell für den Übergang zu einem fairen und nachhaltigen Handelssystem:

  • Unterstützung des Handels mit nachhaltigen Gütern und Dienstleistungen, statt immer weiter steigende globale Warenströme anzustreben
  • Schaffung eines internationalen Rahmens, unter dem Konzerne zur Verantwortung gezogen werden können, statt Investoren immer neue Privilegien einzuräumen
  • Verbesserung von internationalen Anforderungen und Standards, statt diese auf Druck von Konzern-Lobbyisten noch weiter zu schwächen
  • Verstärkte Umsetzung der internationalen Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsabkommen, anstatt deregulierte Handelsabkommen abzuschließen, die diese Schutzabkommen aushebeln
  • Unterstützung von nachhaltiger Landwirtschaft und regionalem Handel, statt Lebensmittel noch weiter über den Globus zu transportieren
  • Transparente Offenlegung von geplanten Handelsabkommen für die demokratische Öffentlichkeit, statt weiter im Geheimen Abkommen auszudealen

Wir fordern die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und die nationalen Regierungen und Parlamente auf, Handelspolitik im Sinne von Menschen und Umwelt vollständig neu auszurichten. Bis dies passiert ist, werden wir neue unfaire und unnachhaltige Handelsabkommen ablehnen – egal ob sie bereits beschlossen wurden oder ob sie noch verhandelt werden.

Was macht GLOBAL 2000 für einen nachhaltigeren und faireren Welthandel?

Wir kämpfen in unserem Netzwerk Friends of the Earth auf internationaler Ebene und auch mit unserem Büro in Brüssel für einen fairen und nachhaltigen Welthandel. GLOBAL 2000 ist außerdem Trägerorganisation der österreichischen Plattform "Anders Handeln" und setzt sich dort für Handelsabkommen ein, die Mensch und Umwelt in den Mittelpunkt stellen, nicht Konzerninteressen. Wir fordern verbindliche Regeln für Unternehmen, statt Konzernmacht zu vergrößern – ein entsprechendes Abkommen wird gerade auf UN-Ebene verhandelt. Bildung, Gesundheit, Wasser sind öffentliche Güter, keine Profitquellen für Konzerne. Höchste Arbeits-, Umwelt- und Sozialstandards müssen geschützt werden – weltweit, nicht nur in der EU, Beschäftigte in unterschiedlichen Ländern dürfen nicht durch Lohn- und Sozialdumping gegeneinander ausgespielt werden. Anders Handeln wird Lebensgrundlagen schützen und bäuerliche Landwirtschaft, Ernährungssouveränität und eine demokratische Lebensmittelpolitik stärken - und nicht nur gegen das Mercosur-Assozierungsabkommen sondern auch gegen 30 weitere "Freihandels-" (Deregulierungs-) Abkommen eintreten.