Der Mercosur und die Europäische Union haben bereits 1995 ein Assoziierungsabkommen unterzeichnet, welches eine Vorstufe zum geplanten Handelsabkommens ist. Über das geplante, erweiterte Handelsabkommen wird seit 2000 zwischen der EU-Kommission und dem Mercosur verhandelt. Das EU-Mercosur-Abkommen soll laut EU-Kommission Zollschranken auf dem Markt beseitigen, der für Agrarexporte aus dem Mercosur in die EU von großer Wichtigkeit ist. Aus Sicht der EU ist das Ziel dieses Abkommens der Markenschutz für europäische Produkte und die Steigerung des Exports von Industrieprodukten wie z.B. Autos.

Die Verhandlungen stocken immer wieder, Hauptstreitpunkt ist der von den Mercosur-Staaten geforderte größere Marktzugang im Agrarbereich. GLOBAL 2000 kritisiert das Abkommen, weil es den wirtschaftlichen Druck auf kleinräumige, nachhaltige Landwirtschaft in Europa weiter erhöhen würde. Die Folge wäre ein weiteres Sterben von kleinen Bauernhöfen. Die Ausweitung des Handels mit landwirtschaftlichen Produkten aus Südamerika hätte unter den derzeitigen Bedingungen auch massive negative Auswirkungen für die Umwelt:

Einfalltor für Gen-Soja

Schon heute ist die EU der wichtigste Absatzmarkt für den Mercosur: das mit Abstand wichtigste Handelsprodukt sind Sojabohnen (und Sojaschrot), sehr viel davon gentechnisch verändert (in Argentinien sind fast 100 Prozent, in Brasilien 96 Prozent des Soja genmanipuliert). Auf dieses wichtigste Exportprodukt des Mercosur gilt schon seit den frühen 1960er-Jahren Zollfreiheit in der EU.

Großindustrielle Fleischproduktion statt bäuerlicher Landwirtschaft

Setzen sich die Mercosur-Staaten mit ihren Quoten-Forderungen durch, könnte es wie bei Soja zu einer massiven Ausweitung der Exporte nach Europa kommen: In Brasilien ist in den letzten Jahren die großindustrielle Fleischproduktion stark gewachsen – in den letzten 14 Jahren um 700 Prozent! Das Land ist weltweit der zweitgrößte Produzent und größte Exporteur von Rindfleisch. Für die Produktion werden weite Teile des verbliebenen Regenwaldes in Amazonien abgeholzt, sogenannte Feedlots (das sind reine Mastbetriebe für riesige Rinderherden) entstehen nicht nur in Brasilien, sondern auch in Argentinien rasant.
Durch das Handelsabkommen wäre das Vorsorgeprinzip der EU, nach dem bei Ungewissheit über die Sicherheit von Produkten diese nicht zugelassen werden dürfen, ebenfalls in Gefahr. Denn es könnte als "Handelshemmniss" angesehen werden.

Was macht GLOBAL 2000 gegen Mercosur? 

Wir kämpfen in unserem Netzwerk Friends of the Earth auf internationaler Ebene und auch mit unserem Büro in Brüssel für einen fairen und nachhaltigen Welthandel. GLOBAL 2000 ist außerdem Trägerorganisation der österreichischen Plattform "Anders Handeln" und setzt sich dort für Handelsabkommen ein, die Mensch und Umwelt in den Mittelpunkt stellen, nicht Konzerninteressen.