Der Klimawandel stellt für uns alle eine gewaltige Bedrohung dar. In sensiblen Ökosystemen sind die Auswirkungen bereits jetzt zu spüren und die schmelzenden Gletscher sollten uns als Warnung dienen. Handeln wir nicht, droht eine schwere Klimakrise und das Risiko, dass tragende Säulen des Klimasystems völlig zusammenbrechen. Zunehmende Extremwetterereignisse, Dürren, Überschwemmungen und Millionen Menschen auf der Flucht sind dann die Folgen. Auch Österreich wäre hart getroffen: Auf bis zu 8,8 Mrd. Euro pro Jahr werden die Schäden geschätzt, wenn wir das Ruder nicht herumreißen. Zunehmende Dürren, Hitzewellen und der Verlust der Schneesicherheit im Wintertourismus sind die Folgen, wenn wir weiter machen wie bisher. Soweit dürfen wir es nicht kommen lassen. Wir sind die letzte Generation, die das Problem noch einigermaßen in den Griff bekommen kann. Handeln wir jetzt!

Klimawandel - was ist das?

Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2) und Methan (CH4) kommen in der Atmosphäre auch natürlich vor und bewirken den sogenannten Treibhauseffekt, der unseren Planeten überhaupt erst bewohnbar macht.

Vom natürlichen Treibhauseffekt zum Klimawandel

Die Temperatur der Erde ergibt sich einerseits durch die kurzwellige Strahlung der Sonne, die fast ungehindert durch die Lufthülle/Atmosphäre der Erde dringt. Andererseits strahlt die Erde langwellige Infrarotstrahlung ab. Treibhausgase greifen in die Strahlungsbilanz ein, indem sie zwar die ankommende Sonnenstrahlung passieren lassen, jedoch nicht die von der Erdoberfläche abgestrahlte langwellige Wärmestrahlung. Es kommt zu einer Art „Wärmestau“. Das sorgt für eine höhere Durchschnittstemperatur auf unserem Planeten. Ohne diesen natürlichen Treibhauseffekt wäre die Erde für die meisten Lebewesen unbewohnbar und um 33 Grad kälter.

Fossile Brennstoffe verändern natürlichen Kreislauf

Globaler Temperaturanstieg seit 1850.
Globaler Temperaturanstieg seit 1850. Quelle: IPCC 2013: WGI The Physical Science Base, S. 27

Seit Beginn der Industrialisierung ist jedoch die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre drastisch gestiegen. Untersuchungen an Eisbohrkernen zeigen, dass sie seit zumindest 800.000 Jahren noch nie so hoch war wie heute. Seit Beginn der Industrialisierung hat sich der Anteil an CO2 um 40 % erhöht. Etwa ein Drittel des ausgestoßenen CO2 wurde von den Meeren absorbiert. Das trägt dazu bei, dass sich der PH-Wert des Meerwassers verändert und das Meer versauert.1 Vor allem durch die Verbrennung fossiler Energieträger wie Öl, Kohle und Erdgas setzt der Mensch CO2 frei und verändert damit den natürlichen Kreislauf. Dadurch wird der Treibhauseffekt verstärkt – das Klima heizt sich auf. Praktisch weltweit ist ein Anstieg der Temperatur zu bemerken. Hier geht es zur NASA-“Zeitmaschine“, eine interaktive Grafik zu Temperaturänderungen seit 1884

Weitere Faktoren zum Klimawandel

Neben der Treibhausgaskonzentration tragen auch andere Faktoren zum Klimawandel bei, etwa die Strahlungsintensität der Sonne. Das Klima unterliegt also immer natürlichen Schwankungen. Jedoch ist die derzeitige Erwärmung nicht ohne die vom Menschen verursachten CO2-Emissionen zu erklären, wobei dieser Effekt die anderen Einflüsse bei weitem überragt und sich weiter verstärkt. Die Beweislast ist seit dem letzten Bericht sogar weiter gestiegen. Die Klimaforschung ist sich einig: Der Mensch ist die Ursache für den Klimawandel. Besonders beunruhigend: Der vom Mensch gemachte Klimawandel ist so massiv und passiert so schnell, dass eine Anpassung sehr schmerzvoll, wenn nicht unmöglich wird. Nicht nur für die Tierwelt – auch für uns Menschen. Tolle dynamische Grafiken zum Thema Klimawandel finden Sie hier.

Kipppunkte im Klimasystem der Erde

Werden bestimmte durch den globalen Klimawandel erst einmal bestimmte Temperaturen überschritten, geraten zentrale Elemente unseres Klimasystems, z.B. der indische Monsun, aus dem Gleichgewicht. Das sind die sogenannten Kipppunkte, da sie unumkehrbare Auswirkungen auf das Weltklima mit verheerenden Folgen hätten. Hinzu kommt, dass einige Kipp-Prozesse selbstverstärkend sind. Das zeigt das Auftauen der Permafrostböden in Nordamerika, Kanada und Russland. Zu den Kipppunkten gehören unter anderem:

Das Abschmelzen des Grönländischen Inlandeises

Die Arktis erwärmt sich doppelt so schnell wie die restliche Welt – um durchschnittlich vier Grad Celsius allein in den vergangenen 50 Jahren. Klimaforscher vermuten deshalb, dass der kritische Schwellenwert hier bereits überschritten wurde.

Das Grönländische Eisschild liegt auf einer riesigen Landmasse auf. Dringt Schmelzwasser von der Oberfläche durch Risse und Spalten an die Unterseite des Eises, bildet sich eine rutschige Schicht, die die Stabilität der Eismassen zusätzlich gefährdet. Ein völliges Abschmelzen des Grönländischen Eisschildes würde den Meeresspiegel um ca. sieben Meter anheben.

Der Rückgang des Arktischen Seeeises

Durch die Erwärmung der Arktis ist das Seeeis in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Die freigelegte dunkle Wasseroberfläche absorbiert mehr Strahlung als das Eis und verringert damit die Rückstrahlquote (Albedo) der Erde. Dies wiederum verstärkt die globale Erwärmung und beschleunigt damit den Schmelzprozess. Vom Verlust des Arktischen Seeeises sind auch viele Tierarten, z.B. Robben und Eisbären, unmittelbar betroffen.

Das Verschwinden der nordischen Nadelwälder

Die nordischen Nadelwälder umfassen einen großen Teil der noch existierenden Waldflächen. Infolge des globalen Klimawandels nehmen Stürme, Dürre und Waldbrände an Häufigkeit und Intensität zu – die Wälder sind erhöhtem Stress ausgesetzt. Gleichzeitig wird die natürliche Regeneration der Bäume durch exzessive Waldnutzung verhindert. Sterben die nordischen Nadelwälder ab, würden unzählige Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum verlieren. Darüber hinaus würden riesige Mengen Kohlendioxid freigesetzt, was wiederum die Erderwärmung verstärken würde.

Globale Auswirkungen des Klimawandels

Ändern wir unser Verhalten nicht, wird sich das Klima in den nächsten 100 Jahren um bis zu 6,4 Grad aufheizen. Das klingt harmlos? Zum Vergleich: Während der letzten großen Eiszeit lag die Temperatur in Mitteleuropa nur etwa 5 Grad Celsius unter dem heutigen Mittel. Große Teile Europas, Nordamerikas und Asiens waren vergletschert. Die globale Erwärmung würde unsere Welt massiv verändern. Lesen Sie hier mehr über die globalen Auswirkungen des Klimawandels. Doch auch bei uns in Österreich macht sich bereits jetzt der Klimawandel bemerkbar und die Auswirkungen werden auch hier in den nächsten Jahren spürbarer werden.

Klimawandel: Bisherige Beobachtungen der Wissenschaft

Die globale Erwärmung und die Folgen des Klimawandels machen sich bereits weltweit bemerkbar. Auf Grund der Trägheit des Systems handelt es sich um Vorboten von größeren Veränderungen.

  • Die Eismassen an den Polen und den weltweiten Gletschern gehen zurück - und das mit immer schnellerem Tempo. In den Jahren zwischen 1993 und 2009 wurden im Schnitt jährliche Verluste von 275 Gigatonnen Eis verzeichnet. Die Eisverluste beschleunigen sich dabei immer mehr.1
  • Das arktische Meereis zieht sich mehr und mehr zurück. In der Periode 1979 bis 2012 nahm es, was die sommerliche Minimalausdehnung betrifft, in jeder Dekade um 9,4 bis 13,6 Prozent ab. Das entspricht einer Fläche von 0,7 bis 1,07 Mio. Quadratkilometern. Das Meereis in der Antarktis nahm demgegenüber geringfügig um etwa 0,1 bis 0,2 Mio. Quadratkilometer zu. Für diesen Bereich werden aber noch genauere wissenschaftliche Untersuchungen vorgenommen, um mehr über die natürlichen Schwankungen in der Antarktis zu erfahren.2 Schmilzt das Meereis kommt die dunklere Wasseroberfläche zum Vorschein. Die dunklere Fläche absorbiert Wärme besser als die weiße Oberfläche, die das Sonnenlicht reflektiert – der Erwärmungseffekt verstärkt sich (Albedo-Effekt).

    Hier kann man sich die Entwicklung des arktischen Meereises in einer interaktiven Grafik der NASA ansehen: climate.nasa.gov/interactives/climate-time-machine

  • In der nördlichen Hemisphäre nimmt die Schneebedeckung ab, was speziell am Beginn und am Ende des Winters sichtbar wird. Für die Monate März und April wird pro Jahrzehnt eine Abnahme um 1,6 Prozent seit 1979 beobachtet.
  • Der Meeresspiegel ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts bereits um etwa 20 cm gestiegen.3 Bis Ende des Jahrhunderts wird ein Meeresspiegel von etwa einem Meter erwartet - je nachdem wie viele Treibhausgasemissionen wir noch verursachen.
  • CO2 ist aber nicht nur ein Treibhausgas. Es wird durch die Ozeane aufgenommen und verändert dann den PH-Wert. Bisher hat sich dadurch PH-Wert der Ozeane bereits um 0,1 verringert. Das Meer versauert, die Bedingungen werden lebensfeindlicher.4
  • Extremereignisse, insbesondere Temperaturextreme haben weltweit zugenommen. Insbesondere die Wahrscheinlichkeit von Hitzewellen hat sich vielerorts bereits verdoppelt. 

Quelle:
1 & 2 vgl. IPCC (2014): WGI The physical science basis. SPM, S. 5
3   ebenda S. 6
4   ebenda S. 8

Die Lösung: Internationaler Klimaschutz und Energiewende

Die Umsetzung des Klimaschutzabkommens von Paris ist die letzte Chance, die Folgen des Klimawandels noch einigermaßen einzudämmen. Die Umsetzung kann aber nur gelingen, wenn alle ihren fairen Beitrag auch tatsächlich leisten. Für Österreich heißt das, dass wir den Ausstieg aus fossiler Energie beschließen müssen und den Umstieg auf 100 % erneuerbare Energie konsequent umsetzen. Wie das gelingen kann, haben wir für Österreich und die EU ausgearbeitet:

  • Der Einsatz für ambitionierte Klimapolitik auf EU- und internationaler Ebene. Bis 2030 soll sich die EU das Ziel setzen, ihre Treibhausgasemissionen um mindestens 60 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.
  • Ein wirksames Klimaschutzgesetz für Österreich, das den Umbau auf 100 % erneuerbare Energie bis spätestens 2050 als klares Ziel setzt.
  • Der Umstieg auf erneuerbare Energien durch langfristig stabile Förderbedingungen im Ökostromgesetz.
  • Keine neuen fossilen Heizanlagen mehr.
  • Ein intelligenter Umgang mit Energie durch Anhebung der thermischen Sanierungsrate und eine Zweckbindung der Wohnbauförderung sowie einer Ausweitung des Bundessanierungsschecks.
  • Der Ausstieg aus der Kohleverstromung spätestens bis 2020.
  • Ein Investitionspaket in sanfte Formen der Mobilität soll geschaffen werden.
  • Eine soziale und ökologisch nachhaltige Ausrichtung der Budgetpolitik. Mehr dazu im „Zukunftsbudget 2016“.

Das können Sie tun

Um dem Klimawandel entgegen zu wirken, kann jeder/jede Einzelne von uns etwas tun. Warten Sie nicht länger – werden Sie aktiv!

  • Verkehr:

Steigen Sie auf öffentliche Verkehrsmittel um oder benutzen Sie öfter ein Fahrrad.
Auch das Bilden von Fahrgemeinschaften hilft dem Klima.
Vermeiden Sie es zu fliegen, fliegen ist die klimaschädlichste Form sich fortzubewegen. Gerade kurze und mittlere Distanzen lassen sich bequem mit dem Zug erreichen, längere Wege können oft auch mit dem Nachtzug erreicht werden.

  • Energie / Strom:

Wechseln Sie zu einem zertifizierten Ökostromanbieter.
Drehen Sie die Heizung in Ihrem Heim um ein bis zwei Grad hinunter.
Achten Sie bei Neuanschaffungen darauf, dass die Geräte keine Energiefresser sind. Schalten Sie Geräte ab, die Sie gerade nicht benutzen (Achtung: im Stand-by Modus verbrauchen sie auch Strom).
Waschen Sie mit niedriger Temperatur und voller Maschine und trocknen Sie die Wäsche an der Luft, anstatt einen Trockner zu verwenden.

  • Ernährung:

Reduzieren Sie Ihren Fleischkonsum.
Versuchen Sie biologische Lebensmittel aus Ihrer Region zu kaufen (am besten auch saisonal).