Hitzewelle: Die Klimakrise spitzt sich zu

Die Klimakrise heizt Österreich auf: Hitzewellen treten immer häufiger auf, dauern länger und werden intensiver. Was früher als Ausnahme galt, wird zunehmend zur Normalität – Hitzetage weit über 30 Grad sind keine Seltenheit mehr. Die Folgen für Gesundheit, Umwelt und Lebensqualität sind dramatisch. Damit Österreich auch in Zukunft lebenswert bleibt, braucht es jetzt Klimaschutz und wirksame Maßnahmen gegen die Hitze, wie klimafitte Städte.

Bereits jetzt ist zu beobachten, dass durch die Klimakrise Hitzestress in Österreich zugenommen hat.

  • Hitzewellen treten im Vergleich zur Klimaperiode 1961-1990 um 50 % häufiger auf.
  • Sie dauern im Schnitt 1-4 Tage länger als früher.
  • Die Anzahl von Hitzetagen in sehr heißen Jahren hat sich im Vergleich zu früheren Klimaperioden verdreifacht.

Dieser Trend wird weitergehen, da weiterhin enorm große Mengen an Treibhausgasen in die Atmosphäre emittiert werden.

Wie stark werden Hitze-Extreme zunehmen?

Sonne scheint auf einem rot-orange glühenden Himmel mit ein paar Wolken

canva

Wie stark Hitze-Extreme zunehmen, hängt davon ab, wie schnell wir Treibhausgasemissionen reduzieren. Gelingt es uns die 1,5 °C-Grenze des Pariser Klimaabkommens einzuhalten, werden extrem heiße Jahre mit Hitze-Extremen, die früher nur einmal alle zehn Jahre aufgetreten sind, 3 bis 4 Mal pro Jahrzehnt auftreten. Wird die globale Temperaturzunahme bei 2° stabilisiert (= obere Grenze des Pariser Klimaabkommens) werden diese sehr heißen Jahre alle 4 bis 5 Mal im Jahrzehnt auftreten.

Aktuell steuern wir auf eine Temperaturzunahme von etwa 3 °C zu. In diesem Fall werden extrem heiße Jahre zur Normalität und 6 von 10 Jahren werden zu extrem heißen Jahren mit starken Hitze-Extremen. Werden die Temperaturgrenzen des Pariser Klimaabkommens noch weiter überschritten, dann können bis zu 8 von 10 Jahren zu sehr heißen Jahren mit Hitzeextremen external link, opens in a new tabwerden.

Es ändert sich aber nicht nur die Häufigkeit von Hitzetagen, sondern auch die Temperaturextreme werden stärker. Es wird erwartet, dass Hitzetage um 4 °C bis 6,6 °C heißer external link, opens in a new tabwerden.

Wir können die Klimakrise nicht sofort stoppen – aber jede Tonne CO2, die wir nicht emittieren, zählt. 

Klimaschutz ist essenziell für unsere Gesundheit und Lebensqualität.

Hand einer Person vor strahlend blauem Himmel mit Sonne, die durch die Finger scheint

canva

Zunahme an Hitzetagen am Beispiel Wien

Die Zunahme von Hitzetagen ist in den meteorologischen Statistiken ablesbar und lässt sich eindeutig belegen. Am Beispiel Wienexternal link, opens in a new tab sieht man, wie sich Eistage (= Dauerfrost, also Tage, an denen die Temperatur am gesamten Tag nicht über dem Gefrierpunkt liegt) verringert haben und Hitzetage zugenommen haben. In der Dekade zwischen 1951 und 1960 gab es viermal so viele Eistage im Jahr als Hitzetage. In den letzten Jahrzehnten hat sich dieses Verhältnis umgekehrt. Im Jahrzehnt von 2011 bis 2020 gab es 2,5 mal so viele Hitzetage wie Eistage. In den letzten Jahren war das Verhältnis 7,6 zu 1. Diese Veränderungen sind nicht mit natürlichen Schwankungen erklärbar.

 

Zeitraum

Eistage (Ø/Jahr)

Hitzetage (Ø/Jahr)

1951–1960

23,2

5,8

1961–1970

31,9

10,3

1971–1980

18,4

7,0

1981–1990

22,4

11,4

1991–2000

22,0

16,2

2001–2010

21,3

18,1

2011–2020

11,3

28,4

2021–2024*

4,3

33,0

*Nur 4 Jahre, da die Daten bis 2024 reichen.

Gesundheitliche Folgen von Hitze

Älterer Mann in gelbem Shirt mit Handtuch greift sich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf Kopf und Brustbereich, über ihm Sonne und blauer Himmel

canva

Extreme Hitze belastet den menschlichen Körper auf vielfältige Weise. Bereits ab 25 °C nimmt die körperliche Leistungsfähigkeit ab, ab 29 °C leidet auch die Konzentration und geistige Leistungsfähigkeit.

Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder und Personen mit Vorerkrankungen. Doch auch gesunde Menschen leiden unter anhaltender Hitze – vor allem, wenn sie im Freien arbeiten oder Sport treiben.

Zu den gesundheitlichen Risiken zählen unter anderem:

  • Eingeschränkte Leistungsfähigkeit: Bereits ab 25 °C sinkt die körperliche, ab 29 °C auch die geistige Leistungsfähigkeit.

  • Besondere Belastung für Risikogruppen: Ältere Menschen, Kinder und Personen mit Vorerkrankungen sind besonders gefährdet. Aber auch für die Allgemeinbevölkerung kann Hitze zur erheblichen Belastung werden.

  • Gesundheitsrisiken bei Arbeit und Sport im Freien: Wer sich körperlich anstrengt oder im Freien arbeitet, ist der Hitze besonders stark ausgesetzt.

  • Schlechtere Luftqualität: Hohe Temperaturen fördern die Bildung von bodennahem Ozon. Dieses Reizgas belastet die Atemwege und kann Husten, Kopfschmerzen, Atemwegserkrankungen sowie eine eingeschränkte Lungenfunktion verursachen.

  • Höheres Infektionsrisiko: Hitze kann bakterielle Verunreinigungen von Lebensmitteln und Trinkwasser begünstigen und lebensmittelbedingte Infektionen fördern.

  • Mehr Krankheitserreger in Badegewässern: Dadurch steigt das Risiko für Erkrankungen wie die Badedermatitis ("Entenflöhe").

  • Veränderte Wirkung von Medikamenten: Hohe Temperaturen können die Wirksamkeit und Verträglichkeit bestimmter Medikamente beeinflussen.

Mehr Hitzetote als Verkehrstote

Die negativen gesundheitlichen Folgen von Hitze zeigen sich auch in der offiziellen Statistik zu „Übersterblichkeit durch Hitze“ der Gesundheitsagentur AGES.

Im sehr heißen Jahr 2024 starben 989 Menschen an den hitzebedingten Folgen, 2025 waren es 449 Personen. Das ist mehr als es Verkehrstote gab: 2024 wurden 351, 2025 403 Personen bei Unfällen im Straßenverkehr getötetexternal link, opens in a new tab.

Was können wir gegen die Hitze tun?

Um die Folgen extremer Hitze zu begrenzen, brauchen wir dringend umfassenden Klimaschutz als auch Schutz-Maßnahmen zur Anpassung an die Klimakrise. Dazu gehören:

  • Klimaschutz vorantreiben: Treibhausgasemissionen durch den Ausbau erneuerbarer Energien, die Energiewende und die Sanierung von Gebäuden rasch senken.

  • Öffentliche Gebäude klimafit machen: Pflegeheime, Schulen und andere öffentliche Einrichtungen müssen saniert und gegen Überhitzung geschützt werden.

  • Städte begrünen und entsiegeln: Mehr Bäume, Grünflächen, Fassadenbegrünungen und entsiegelte Flächen sorgen für Schatten und natürliche Kühlung.

  • Schutz vor überhitzten Wohnungen: Niemand sollte in einer Wohnung leben müssen, die im Sommer unerträglich heiß wird. Mieter:innen brauchen einen Rechtsanspruch auf wirksame Hitzeschutzmaßnahmen wie Außenjalousien oder andere bauliche Verbesserungen.

  • Menschen bei Hitze besser unterstützen: An besonders heißen Tagen braucht es kostenlose Abkühlungsmöglichkeiten wie Gratiseintritte in Freibäder, frei zugängliche kühle Orte sowie ein Hitzetelefon, das Betroffene informiert und gesundheitlich unterstützt.

  • Nachhaltig kühlen statt nur klimatisieren: Klimaanlagen sollten nur die letzte Option sein, da sie viel Energie verbrauchen und ihre Umgebung zusätzlich aufheizen. Effizienter sind Fernkälte oder zentrale Klimasysteme. Langfristig sind Begrünung, Beschattung, Gebäudedämmung und andere bauliche Maßnahmen die wirksamsten Lösungen.

  • Ausreichend finanzieren: Die Finanzierung von Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsmaßnahmen kann zum Beispiel über den Abbau von 5,7 Mrd. Euro an umweltschädlichen Subventionen und einer Steuer auf (Über-)Gewinne von fossilen Konzernen finanziert werden.

Fordern Sie aktiv Hitzeschutz ein! Senden Sie jetzt ein deutliches Zeichen an die Bundesregierung