Gefährliche Chemikalien

Die Projekte LIFE AskREACH und das Folgeprojekt AskREACH 2.0 helfen Ihnen, sich vor besonders besorgniserregenden Chemikalien zu schützen.

Frau beugt sich in Labor über Reagenzgläser

pixabay

Die Zahl der weltweit hergestellten Chemikalien steigt stetig: Derzeit befinden sich etwa 350.000 Stoffe und Gemische auf dem Markt. Zum Vergleich - um die Jahrtausendwende ging man noch von etwa 100.000 Chemikalien aus.

Um die Risiken von Chemikalien besser zu kontrollieren, ist in der Europäischen Union seit 2007 die sogenannte REACH-Verordnung in Kraft. Sie regelt die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien.

Ein wichtiger Bestandteil dieser Regulatorik ist die Liste der besonders besorgniserregenden Stoffe (SVHC-Kandidatenlisteexternal link, opens in a new tab, Substances of Very High Concern).

Besonders besorgniserregende Stoffe - SVHCs

Eine Chemikalie gilt als besonders besorgniserregend, wenn sie beispielsweise krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend ist. Auch Stoffe, die sich in der Umwelt nur sehr langsam abbauen, sich in Organismen anreichern oder hormonell wirksame sind, können zu den SVHC zählen.

Wird eine Chemikalie als besonders besorgniserregend eingestuft, kommt sie zunächst auf die SVHC-Kandidatenliste. Die Aufnahme ist ein wichtiger Schritt für eine mögliche weitere Regulierung des Stoffes. In weiterer Folge kann seine Verwendung beispielsweise beschränkt oder einer Zulassungspflicht unterworfen werden.

Eine Person sieht sich Kleidungsstücke auf einem Kleiderständer an

freepik

Die Liste umfasst derzeit 253 Stoffe (Stand August 2026), die in zahlreichen Alltagsprodukten enthalten sein können, beispielsweise in Kleidung, Möbeln, Elektronik und vielem mehr.

Bereits mit der Aufnahme einer Chemikalie in diese Liste gelten für Hersteller, Importeure und Händler von Produkten (Erzeugnissen) spezielle Informationspflichten.

Enthält ein Produkt einen besonders besorgniserregenden Stoff in einer Konzentration von mehr als 0,1 Gewichtsprozent, müssen Verbraucher:innen auf Anfrage Informationen über diesen Stoff innerhalb von 45 Tagen erhalten.

Eine solche Anfrage zu stellen, erweist sich jedoch häufig als schwierig, da die notwendigen Kontaktdaten und Kommunikationskanäle zunächst recherchiert werden müssen. Die App ToxFox erleichtert dies.

ToxFox: Anfrage senden leicht gemacht

Mit der ToxFox App können solche Anfragen in wenigen Minuten ganz einfach mit dem Smartphone abgesendet werden.

ToxFox Logo

BUND / ToxFox

Sie können die Strichcodes von Produkten einfach einscannen und direkt beim Hersteller nachfragen, ob bzw. welche bedenklichen Inhaltsstoffe in Ihrem Produkt enthalten sind.

Außerdem ermöglicht die App es durch Scannen des Strichcodes herauszufinden, ob in einem Kosmetikprodukt hormonell wirksame Chemikalien enthalten sind und falls ja, welche das konkret sind. Finden Sie ein belastetes Produkt, können Sie mit zwei Klicks eine Nachricht an den Hersteller senden und ihn so auffordern, auf Parabene in seinen Produkten zu verzichten.

Sie helfen so dabei mit, dass Kosmetikprodukte in Zukunft keine hormonell wirksamen Stoffe mehr enthalten.

Mehr Infos zur ToxFox App

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Das EU Projekt LIFE AskREACH

Das Ziel des LIFE AskREACH Projekts war es, das REACH-Verbraucherrecht in der europäischen Bevölkerung bekannter zu machen und die Bevölkerung und den Handel für sogenannte „besonders besorgniserregende Stoffe“ (SVHCs) in Erzeugnissen aufzuklären. Im Verlauf des Projekts wurde eine Datenbank entwickelt, die von den Herstellern und Verkäufern von Erzeugnissen mit Informationen über besonders besorgniserregende Stoffe gefüllt werden kann. Die Datenbank wurde mit der App Scan4Chem gekoppelt, mit der Konsumentinnen und Konsumenten von Ihrem Auskunftsrecht Gebrauch machen konnten. Das Projekt wurde im Rahmen des EU LIFE Programms gefördert (Projektnummer LIFE16 GIE/DE/000738). Die Laufzeit des LIFE Ask REACH Projektes reichte vom 1. September 2017 bis zum 30. August 2022. Mehr Informationen zum Projektexternal link, opens in a new tab

Mit Ende 2026 wird das AskREACH System samt Scan4Chem App nicht weiter betreut.

Wir möchten allen Nutzern und Nutzerinnen der Tools und all unseren Unterstützer:innen für ihr Interesse und ihr Engagement danken. Die AskREACH-Projektpartner werden ihre Bemühungen fortsetzen, den Informationsaustausch über in Erzeugnissen enthaltene Chemikalien entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie die Verfügbarkeit dieser Informationen für Verbraucher:innen weiter zu fördern.

Bitte beachten Sie, dass die Verpflichtungen nach REACH-Artikel 33 weiterhin bestehen. Verbraucher:Innen haben weiterhin das Recht, bei Unternehmen Auskunft über besonders besorgniserregenden Stoffe anzufragen, und Unternehmen müssen darauf antworten.

Mit der ToxFox App können solche Anfragen in wenigen Minuten ganz einfach mit dem Smartphone abgesendet werden. Mit ihr können sich Verbraucher:innen über solche Stoffe informieren und mit Hilfe des Barcodes Informationen zu SVHCs in Produkten erhalten.

AskREACH 2.0

Um weiterhin Bewusstseinsarbeit zu diesem wichtigen Thema zu leisten, wurde im Mai 2024 vom Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität und Technologie die Förderzusage für ein Folgeprojekt mit dem Titel AskREACH 2.0 erteilt. Dieses wird nun auf nationaler Ebene mit einer Laufzeit von 5 Jahren durchgeführt. Durch jährliche Produkttests und begleitende Öffentlichkeitsarbeit sollen Konsumentinnen und Konsumenten weiter über die Gefahren von SVHCs aufgeklärt und für das Thema sensibilisiert werden. Sie sollen über ihr Auskunftsrecht informiert werden und um dessen Relevanz Bescheid wissen. Dadurch soll der Druck auf Unternehmen erhöht werden, SVHCs in ihren Produkten durch weniger problematische Substanzen zu ersetzen. Das Projekt wird von GLOBAL 2000 mit Unterstützung der AK OÖ umgesetzt.

Laufzeit: 01.05.2024 - 30.04.2029

Förderung: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft und AK OÖ

Finanzierung: Geplantes Gesamtbudget € 179.194,44, Geplante Gesamtfördersumme BMK € 150.000,00

Kofinanzierung AK ÖO € 25.318,18 (+10% USt.)

Eigenmittel GLOBAL 2000: € 3.876,26

Um Konsumentinnen und Konsumenten in Ihren Kaufentscheidungen zu unterstützen werden im Zuge des AskREACH 2.0 Projektes weiterhin jährliche Produkttests durchgeführt.

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Die Inhalte dieser Website stehen ausschließlich unter der Verantwortung von GLOBAL 2000 und sind in keiner Weise auf die Europäische Union oder auf Unterstützer des Projekts zurückzuführen.