Stadt

Fast 90 % des Tages befinden wir uns innerhalb eines Gebäudes, egal ob Wohn- oder Bürohaus. Schätzungen zufolge leiden in den Industrieländern fast ein Drittel der Büroangestellten unter dem Syndrom, der wirtschaftliche Verlust dadurch gehe in die Milliarden. Zu den typischen Symptomen der gebäudebezogenen Gesundheitsstörung zählen neben Augen- und Schleimhautreizungen sowie Kopfschmerzen auch Konzentrationsschwäche, Hautirritationen, Husten und Schwindel. Weil diese Beschwerden aber bei allen auftreten können, ist es schwierig, das "Sick Building Syndrom" eindeutig zu diagnostizieren. Oft wird auch die Klimaanlage als Auslöser vermutet. Ausdünstungen von Möbeln, Teppichböden oder Bürogeräten gelten als eine der Ursachen. Neben chemischen Substanzen können aber auch biologische Stoffe wie Schimmel oder Staub die Symptome auslösen.

Fasern, die krank machen: Asbest

Noch immer kann man in vielen älteren Häusern Spuren von Asbest finden. In Bodenbelägen, Dämmplatten oder Rohren versteckt sich dieser krebserregende Stoff und bleibt in den meisten Fällen von den Bewohnern unbemerkt. Zwischen 1950 und 1980 wurde Asbest in vielen Häusern verbaut. Damals war dieser Baustoff heiß begehrt, da er zunächst nur Vorteile zu bringen schien: feuerfest, leicht, vielseitig zu bearbeiten, elastisch und zugfest – quasi unkaputtbar.

Experten schätzen, dass mindestens 60 % der alten Häuser mit Asbest belastet sind. Asbest ist seit 1990 in Österreich, seit 2005 im gesamten EU-Raum verboten.

Der Grund: Das Material setzt feinste Fasern frei, die für das Auge kaum sichtbar sind. Werden sie eingeatmet, dringen die Fasern tief in die Lunge ein und setzen sich dort fest. Viele Arbeiter, die Asbest zwischen den 50 und 80er Jahren verbaut haben, sind Jahre später schwer erkrankt: An Asbestose, Lungenkrebs, Rippenfelltumoren. Selbst heute - über 20 Jahre nach dem Verbot - erkranken allein in Deutschland jährlich 3.500 Menschen neu.

Nur fachmännisch renovieren

Bei einer Asbestsanierung werden Millionen von Fasern pro Kubikmeter Luft frei, die man ohne entsprechende Schutzmaßnahmen einatmet – man kann dadurch krank werden. Hinzu kommt, dass Asbest auch fachgerecht entsorgt werden muss. Wer seinen ausgebauten Fußboden einfach in einen Müllcontainer wirft, macht sich strafbar. Asbestprodukte müssen in sogenannte Bigpacks, also große verschließbare Säcke, verpackt und sicher auf einer Mülldeponie eingelagert werden.

Bei Verdacht auf Asbest-Belastung kann man sich an die Probenanalytik des Umweltbundesamtes wenden, die gegen eine Pauschale die Analyse von verdächtigen Stoffen und Beratung anbietet.

Die Umweltberatung bietet noch mehr hilfreiche Infos zum Thema Asbest.