Das waren die Erholungsaufenthalte im Sommer 2026

Über fünf Sommerwochen, 88 Kinder, vier Standorte, mehr als 35 Ausflüge – und unzählige Momente, in denen Kinder einfach Kinder sein konnten.

Seit 30 Jahren ermöglicht GLOBAL 2000 gemeinsam mit den Partner:innen und dank der Unterstützung unserer Spender:innen Kindern aus der Region Charkiw Sommeraufenthalte in Österreich. 2026 war ein ganz besonderes Jahr: Zum Jubiläum durften so viele Kinder wie schon lange nicht mehr teilnehmen. 88 Kinder aus der Region Charkiw konnten Abstand vom Kriegsalltag gewinnen, neue Kraft tanken und erleben, wie sich ein Sommer ohne ständige Angst anfühlen kann.

Die Kinder waren zwischen 5 und 17 Jahre alt. Unter ihnen waren Kinder, die eine Krebserkrankung hinter sich haben, Kinder aus Pflegefamilien und Kinder, deren Familien durch den Krieg besonders belastet sind. Und heuer war erstmals auch eine Gruppe der Fußballakademie des staatlichen Sportvereins von Charkiw dabei – Kinder, für die Fußball während des Krieges zu einem wichtigen Stück Normalität geworden ist und zu einem der wenigen Orte gehört, an denen die Kinder noch ihr soziales Leben führen können.

Die Reise beginnt lange vor Österreich

Allein die Anreise ist für die Kinder ein Abenteuer. Von Charkiw bis nach Österreich waren die Gruppen fast 40 Stunden unterwegs. Und auch die Zugfahrt durch die Ukraine ist inzwischen mit zusätzlichen Herausforderungen verbunden. Wenn in einer Region Luftalarm ausgelöst wird und eine konkrete Gefahr besteht, müssen Züge teilweise anhalten und die Fahrgäste evakuiert werden – unabhängig davon, ob es Tag oder Nacht ist.

Umso größer war die Freude, wenn die Kinder nach dieser langen Reise endlich ihr Ziel erreichten.

Dann begann der Sommer.

Ybbs an der Donau – neue Erfahrungen und kleine große Abenteuer

21 Kinder verbrachten ihre Ferien im Babenbergerhof in Ybbs an der Donau. Seit vielen Jahren unterstützt die Gemeinde gemeinsam mit dem Verein Soziales Ybbs unsere Sommeraufenthalte und sorgt mit viel Engagement dafür, dass sich die Kinder willkommen fühlen.

Auf dem Programm standen zahlreiche Ausflüge und Aktivitäten – von Naturerlebnissen und Sport bis zu Besuchen in Wien und im Haubiversum. Besonders die Wien-Reise blieb vielen Kindern in Erinnerung: Gemeinsam erkundeten sie die Innenstadt, besuchten den Stephansdom und das Naturhistorische Museum und bekamen dabei auch Unterstützung von der ukrainischen Botschaft.

Für den achtjährigen Trofym war vieles zum ersten Mal. Es war seine erste Reise überhaupt – und gleichzeitig seine erste Reise ohne Eltern. Besonders in Erinnerung blieben ihm das Schwimmbad und die österreichische Küche. Nach den drei Wochen sagte er, die Reise habe ihn „viel selbstständiger gemacht“.

„Mir hat fast alles gefallen – die Ausflüge, die sportlichen Aktivitäten, die Fahrt mit dem Katamaran, die Reise nach Wien, die Zeit mit Freunden.“

Mariia, 13 Jahre

Und noch etwas nahm sie mit: Sie konnte ihre Englischkenntnisse ausprobieren und zum ersten Mal erleben, wie es ist, in einem Feriencamp zu sein.

Graz – entdecken, ausprobieren und gemeinsam lachen

In Graz durften wir heuer Kinder aus drei kinderreichen Pflegefamilien aus der Region Charkiw begrüßen. Dank unserer langjährigen Partner von Mosaik und des Kolpinghauses Graz konnten wieder zwei Gruppen aufgenommen werden.

Die drei Wochen waren voller Abwechslung: Bei einer Stadtführung lernten die Kinder Graz kennen. Auf dem Schöckl, im Kletterwald und am Wilden Berg Mautern wurde es abenteuerlich. Bei Zotter war es sehr lecker, und auf der Riegersburg mit Greifvogelschau gab es viel zu entdecken. Im CoSA – Center of Science Activities wurde experimentiert, auf der Mur ging es mit dem Floß übers Wasser und im Styrassic Park warteten Dinosaurier.

Dazu kamen gemeinsame Aktivitäten mit der ukrainischen Pfadfinderorganisation Plast, Schwimmbadbesuche und ein Konzert des „Karma Klubs“.

Ein besonderes Highlight war auch heuer wieder das ukrainischsprachige Kino im KiZ Royal Kino im Kolpinghaus – mittlerweile zum zweiten Mal. Nicht nur unsere Gruppe, sondern auch andere Ukrainer:innen aus Graz und Umgebung konnten den Film gemeinsam auf Ukrainisch erleben.

Für den 12-jährigen Roman waren vor allem die Abenteuer in den Bergen unvergesslich. Die fünfjährige Anastasia überraschte dagegen mit einem ganz anderen Erfolg: Nach der Reise hatte sie ihre Angst vor dem Wasser überwunden und sogar gelernt zu tauchen.

Und die zwölfjährige Vitalina hatte eine klare Liste ihrer Lieblingsmomente: Schlossberg, Kunsthaus, Kino, Schwimmbäder – und Eis jeden Tag! 

Schuss! Tor! – erstmals mit einer Fußballgruppe

2026 durften wir erstmals eine weitere Gruppe im Rahmen unserer Sommeraufenthalte begrüßen: 41 Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren aus Charkiw und der Region Charkiw, die über die Fußballakademie des staatlichen Sportvereins MSK Charkiw zu uns kamen.

Viele der Kinder sind Binnenvertriebene, stammen aus sozial benachteiligten Familien oder sind Kinder ukrainischer Soldaten. Für sie ist Fußball weit mehr als Sport. Das Training gibt ihnen Struktur, Gemeinschaft und einen Ort, an dem sie für einige Stunden den Krieg vergessen können.

Im August verbrachten die Kinder zwei Wochen in Wagrain im Salzburger Land. Zum ersten Mal konnten sie Österreich erleben, gemeinsam trainieren und die Berge entdecken.

Das Programm war entsprechend sportlich und abwechslungsreich: Ein großer Höhepunkt war der Tagesausflug nach München mit Besuch des FC Bayern Museums und der Möglichkeit, das Stadion zu sehen. 

In Salzburg stand eine Stadtführung auf dem Programm. Bei einem Ausflug in die Liechtensteinklamm konnten die Kinder die beeindruckende Natur der Region erleben. Beim Rugby, Klettern in der Kletter-Welt Kleinarl und Bogenschießen konnten sie neue Sportarten ausprobieren.

Und natürlich wurde jeden Tag Fußball gespielt.

Für den elfjährigen Ihor war der Besuch in München besonders beeindruckend: Er konnte im Stadion die Pokale des FC Bayern sehen. Der neunjährige Anton entdeckte seine Begeisterung für Klettern und Rugby. Und für den ebenfalls neunjährigen Danylo wurde etwas ganz anderes zum Highlight: Zum ersten Mal Oreo-Kekse probieren.

Doch für die gesamte Gruppe gab es ein gemeinsames Highlight: Fußball zu spielen, mitten in den Bergen – ohne Luftalarm, Drohnen oder Raketenangriffe in der Nähe.

Ganz viel Normalität – das vergessene Gefühl dieser Kinder

Für die große Mehrheit der Kinder war es die erste Auslandsreise ihres Lebens. Für viele war es sogar die erste Reise überhaupt außerhalb der Region Charkiw. Nicht, weil sie nicht gerne reisen würden – sondern weil ein Krieg seit Jahren verhindert, dass Kindheit selbstverständlich aus Reisen, Ferien und neuen Erfahrungen besteht.

30 Jahre Sommeraufenthalte – danke!

Seit 30 Jahren schenken Menschen in Österreich Kindern aus der Region Charkiw genau das: Zeit zum Durchatmen, neue Erfahrungen und ein Stück unbeschwerte Kindheit.

Unser großer Dank gilt allen Partner:innen, Gemeinden, Organisationen, Gastgeber:innen, Betreuer:innen, Ausflugszielen, Ehrenamtlichen und Spender:innen, die diese Sommeraufenthalte möglich machen.

Und wir möchten auch 2027 wieder sagen können: Willkommen in Österreich!

Damit das gelingt, brauchen wir weiterhin Ihre Unterstützung.

Ihre Spende schenkt Kindern eine Auszeit vom Krieg – und Erinnerungen, die bleiben.

Minimum € 5

Erholungsaufenthalte ermöglichen