Publikation, 28.01.2020

Jahresreport 2019

 

Österreich ist frei

Jahrelang haben wir uns gemeinsam mit Ihnen gegen Kohlestrom stark gemacht, mit Erfolg: Noch in diesem Jahr geht das letzte Kohlekraftwerk Österreichs vom Netz.

Fünf Jahre lang haben wir gegen Kohlekraftwerke in Österreich gekämpft, weil sie unsere Gesundheit belasten und die Klimakrise anheizen. Nachdem der Verbund nach einer GLOBAL 2000-Kampagne 2016 den Kohleausstieg bis 2020 bekannt gab, ist es uns 2019 mit Ihrer Unterstützung gelungen, auch die EVN mit an Bord zu holen. Noch 2020 wird Österreich also frei von Kohlestrom und damit Vorbild für viele andere Länder sein.

Österreichs Klimabilanz ist aber weiterhin mies: Wichtige Reformen wurden verschleppt, notwendige Investitionen nicht getätigt. Noch kann unsere Regierung die drohenden Strafzahlungen in der Höhe von bis zu 8,7 Milliarden Euro abwenden, wenn sie jährlich eine Milliarde für den Klimaschutz bereitstellt, um die Wärmedämmung von Gebäuden zu verbessern, die Öffis auszubauen, alte Ölkessel auszutauschen, Radwege zu errichten, den Klimafonds aufzustocken, Klimaschutzprojekte zu unterstützen, die Energieeffizienz in Unternehmen zu fördern und Zukunftstechnologien zu erforschen.

Wir wollen den Weg frei machen für eine positive Zukunft. Beim Earth Strike waren wir mit vielen anderen Organisationen und österreichweit 150.000 engagierten Menschen auf der Straße und traten gemeinsam für „wahren“ Klimaschutz ein. GLOBAL 2000 ist Teil der größten Klima-Allianz Österreichs.

2020 geht das Klimavolksbegehren in die entscheidende Phase. Sind Sie dabei?

Earth Strike 2019 Wien

Atomkraft: Pfuschreaktor Mochovce

Ein Uralt-Reaktor und Pfusch am Bau im slowakischen Mochovce: eine brisante Mischung direkt vor unserer Haustür. Mit Ihrer Hilfe haben wir 2019 die Inbetriebnahme des Reaktors verhindert.

Ein Reaktor nach sowjetischer Bauart unter einem Flug-Korridor, dessen völlig veraltetes Design nicht gegen Flugzeugabsturz ausgelegt ist. Er ist bereits seit unglaublichen 34 Jahren in Bau und laufend kommt es zu schweren Pannen. Mehrere Maschinenbau- und Statik-Ingenieure haben sich mit eindeutigem Bildmaterial und mehr als belastenden Dokumenten an uns gewandt. Sie warnen eindringlich vor einer Inbetriebnahme des Schrottreaktors. Wir sind an die Medien gegangen und haben im vergangenen Mai mit Ihrer Unterstützung 261.000 Menschen gegen die drohende Inbetriebnahme mobilisiert und zehntausende Postkarten an den ehemaligen Bundeskanzler geschickt und ihn zum Handeln aufgefordert. Ein nationaler Schulterschluss aller Parteien hat daraufhin die Prüfung durch internationale ExpertInnen-Teams durchgesetzt.

2020 werden wir nun die Ergebnisse der Prüfung auswerten und mit Ihrer Unterstützung weiterhin dran bleiben, damit Mochovce 3 nie in Betrieb geht.

Auf fruchtbaren Boden...

… fällt die großartige Unterstützung, die wir mit Ihrer Hilfe seit fast 25 Jahren den leukämiekranken ukrainischen Mädchen und Buben angedeihen lassen.

Im Rahmen unseres Projekt Tschernobyl- Kinder haben wir in all den Jahren eng mit dem städtischen Kinderkrankenhaus Nr. 16 in Kharkov zusammengearbeitet. 2019 haben wir zusätzlich mit dem Aufbau einer neuen Leukämie-Station im Kinderspital Nr. 1 in Kharkov begonnen und in beiden Kliniken die Sanitätsstandards stark verbessert. Das allein erhöht bereits die Überlebenschancen der kleinen PatientInnen. Außerdem haben wir beide Spitäler mit neuen Geräten und dringend notwendigen Medikamenten versorgt. Zusätzlich haben wir uns 20 Kindern mit anderen chronischen komplexen Krankheiten angenommen und 170 Buben und Mädchen einer Sehbehindertenschule mit speziellen Hilfsmitteln und pädagogischen Materialien ausgestattet.

Letzten Sommer haben wir wieder kranke und bedürftige Kinder zur Erholung nach Österreich eingeladen, die mit großem Einsatz von Menschen aus sieben Gemeinden betreut und verwöhnt wurden und drei Wochen lang Kraft und Zuversicht tanken konnten. Und die Stadt Wien hat auch 2019 wieder 21 Trinkwasser-Reinigungsanlagen finanziert, damit weitere zehntausende Kinder sauberes Wasser trinken können. Mit unserem Hilfstransport gingen neben den Anlagen auch wieder warme Kleidung, Schuhe und Möbel im Gesamtwert von 84.000 Euro an 46 ukrainische Einrichtungen für Kinder. Im Namen aller Mädchen und Buben, deren Alltag dadurch ein klein wenig lebenswerter und gesünder geworden ist, danken wir Ihnen für Ihr großes Herz.

Tschernobyl-Kinder auf Erholungsaufenthalt in Ybbs

Gesund Essen

Damit das, was auf unseren Tellern landet, gesund und vor allem sicher ist, schauen wir Politik und Industrie genauestens auf die Finger.

2019 sind uns dank Ihrer großartigen Unterstützung im Kampf gegen Pestizide gleich drei große Erfolge gelungen: Die EU-Kommission erfüllte eine Kernforderung unserer Europäischen BürgerInneninitiative Stop Glyphosat und machte die Pestizidzulassung transparent, Österreich verbot als erstes EU-Land Glyphosat und EU-weit sollte das Verbot bienengiftiger Neonicotinoide erstmals in Kraft treten.

Doch die Pestizidlobby schlug zurück: Noch bevor das Neonic-Verbot in Kraft trat, wurde es von Ex-Landwirtschaftsministerin Köstinger per „Notfallzulassung“ für Zuckerrüben umgangen. Und um das Glyphosatverbot zu Fall zu bringen, forderten VertreterInnen von Industrie und ÖVP lautstark ein Einschreiten der EU-Kommission. Prompt kam ein Brief aus Brüssel: Das Glyphosatverbot könnte aufgrund eines „Formalfehlers“ von der Kommission angefochten werden. Nun liegt der Ball wieder beim österreichischen Parlament.

Während also die Agrarlobby ihr Pestizidgeschäft mit Klauen und Zähnen verteidigt, geht das Bienensterben ungebremst weiter. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, werden wir für 2020 unsere Strategie ändern. Wir werden nicht länger einzelnen Pestiziden hinterherjagen, sondern das Problem an der Wurzel packen.

Mit der Europäischen BürgerInneninitiative "Bienen & Bauern retten" fordern wir den Ausstieg aus Pestiziden und die Förderung einer bienen- und klimafreundlichen Landwirtschaft. Mit Ihrer Unterschrift können Sie zur Erreichung dieses Ziels beitragen. Danke, dass Sie dabei sind.

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Plastik: Weniger ist mehr

2019 haben wir unseren Plastikatlas mit zahlreichen spannenden Daten und Fakten rings um die Plastikkrise veröffentlicht. Darin zeichnet sich ein deutliches Bild ab: Der Plastikboom geht weiter, obwohl wir die Kunststoffe eigentlich reduzieren sollten.

2019 haben wir die mittels unserer DreckSpotz-App ermittelten Daten ausgewertet und unseren Müll in der Natur-Bericht herausgebracht. Es hat sich gezeigt, dass neben Zigarettenstummeln Plastik am häufigsten in Österreichs Natur landet. Was wir also unbedingt brauchen, ist eine Plastikreduktion in allen Bereichen. Deshalb haben wir auch 300 Waschmittel auf Mikroplastik getestet und sind in rund einem Drittel fündig geworden.

Seit 1. Jänner 2020 ist in Österreich das Plastiksackerlverbot in Kraft, ein guter Anfang, aber lange nicht ausreichend. Mit Ihrer Unterstützung setzen wir uns daher für eine umfassende Umsetzung der EU Einweg- Plastik Richtlinie in Österreich ein. Nähere Infos dazu finden Sie auf global2000.at/einwegplastik-richtlinie.

Gleichzeitig machen wir uns im Rahmen der globalen Break Free From Plastic- Bewegung, der neben uns 1.475 Organisationen angehören, auf politischer Ebene stark: für eine Zukunft mit kleineren (Plastik-) Müllbergen. Dabei setzen wir auf die bewährte Refuse-Reduce-Reuse-Recycle- Regel. Das bedeutet Plastik zu vermeiden, wo es möglich ist und statt kurzlebigen Wegwerfprodukten Mehrweglösungen den Vorzug zu geben. Außerdem kämpfen wir weiterhin für eine strikte Regulierung von Mikroplastik auf EU-Ebene. Es gibt einiges zu tun, bitte bleiben Sie an unserer Seite.

 

Nationalpark Garten

Eine Million Arten vom Aussterben bedroht. Drei Viertel der Insekten verschwunden. Das waren nur zwei der Schlagzeilen, die 2019 die Medien beherrschten. Zeit zu handeln! Mit Ihrer Unterstützung haben wir unsere Initiative Nationalpark Garten aus der Taufe gehoben.

Mit Nationalpark Garten schaffen wir gemeinsam mit Ihnen ein landesweites Netzwerk an Naturoasen und fördern so die Artenvielfalt. Mehr als 1.000 Privatpersonen und mehrere Gemeinden, Vereine und Schulen sind bereits mit an Bord. Unser Nationalpark Garten soll auch 2020 weiter wachsen. Auf nationalparkgarten.at erfahren Sie, wie auch Sie mitmachen können. Darüber hinaus ist 2019 unser Schmetterlingsreport Aufgeflattert erschienen, der mit positiven Zukunftsvisionen für 2030 aufwartet und für Sie auf global2000.at/ publikationen/aufgeflattert zum Download bereit steht. Mit unserer Multivisionsshow ÜberLeben haben wir bisher tausende SchülerInnen mit spannenden Anregungen zum Thema Biodiversität inspiriert und für das wichtige Thema Artenschutz begeistert. Unter global2000.at/die-multivisionsschau kann ÜberLeben auch 2020 wieder von Schulen gebucht werden.

Unser Projekt Blühlinge, bei dem in Österreich und der Slowakei zahlreiche Flächen zum Schutz von Schmetterlingen geschaffen wurden, geht 2020 in die Endrunde. Dazu wird im Mai eine große Konferenz zum Thema Biodiversität in Wien stattfinden. Wir werden heuer zahlreiche Aktivitäten und Projekte zum Artenschutz angehen. Schauen Sie vorbei in unserem Nationalpark Garten-Universum unter global2000.at/ nationalparkgarten-universum

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