Frau mit Einkaufstaschen

In Österreichs Haushalten befinden sich insgesamt 27 Millionen Haushalts- bzw. Elektrogeräte. Zusätzlich haben wir durchschnittlich 1,26 Handys pro Person. Die Herstellung all dieser Geräte erzeugt(e) rund 8 % der jährlichen österreichischen Treibhausgasemissionen (6 Mio. Tonnen CO2eq). Das Problem sind jedoch nicht die Geräte, die wir bereits haben, sondern die Geräte, die wir ohne Grund neu kaufen.

Zum Beispiel Waschmaschinen: Allein die ÖsterreicherInnen kaufen jedes Jahr rund 300.000 neue Geräte. Neue Waschmaschinen versprechen viel energiesparender zu sein, doch Achtung: Für das Klima ist es viel sinnvoller, eine gebrauchte Waschmaschine zu kaufen! Denn Herstellung und Entsorgung einer Waschmaschine machen bis zu 80 % der CO2-Bilanz des Wäschewaschens aus. Bis eine neue, energieeffizientere Waschmaschine einen Nutzen für die Umwelt bringt, muss also viel dreckige Wäsche gewaschen werden. Einen Quick-Check, ob sich der Tausch der alten Waschmaschine ökologisch rentiert, können Sie mit unserem Waschmaschinen-Rechner durchführen.

Elektro- und Elektronikgeräte sind aber nicht unsere einzigen Konsumsünden. Jedes Jahr kaufen wir uns rund 60 (!) neue Kleidungsstücke, wovon 353 im selben Jahr wieder im Müll landen. Die Herstellung der jährlich neu gekauften Kleidung macht dabei rund 3,7 Millionen Tonnen CO2eq für Österreich aus.

Was wäre, wenn...

...jede zweite Waschmaschine repariert, statt entsorgt und ersetzt werden würde?

Wir würden pro Jahr CO2-Emissionen von 37.500 Tonnen CO2eq, also rund 5.000 ÖsterreicherInnen sparen, das entspricht in etwa der Gemeinde Schärding.

 

Grafik: Was wäre, wenn jede zweite Waschmaschine repariert statt entsorgt werden würde?

...nur mehr halb so viel Kleidung gekauft werden würde?

Wir würden pro Jahr CO2-Emissionen mit einer Menge von 1,85 Mio. Tonnen CO2eq, also rund 200.000 ÖsterreicherInnen sparen.

...generell mehr getauscht und weiterverkauft werden würde?

Gebrauchte statt neue Geräte schonen die Umwelt gleich in mehreren Belangen. Es muss kein neues Gerät produziert werden und die oftmals schwierige, aufwändige Entsorgung des bestehenden Gerätes entfällt. Onlineplattformen wie z.B. www.willhaben.at sorgen durch die Vermittlung von Gebrauchtwaren für eine Einsparung von rund 192.000 Tonnen CO2eq.

Was kann die Politik für mehr nachhaltigen Konsum tun?

  • Eine längere Nutzung der Geräte forcieren, z.B. Verlängerung der Gewährsleistungsfrist, garantierte Verfügbarkeit von kostengünstigen Ersatzteilen, steuerliche Begünstigungen für Reparaturen und Wartungen, „cleveres“ Design von Produkten für längere Haltbarkeit und Rezyklierbarkeit
  • Sharing Economy-Konzepte fördern, damit nicht mehr jede Einzelperson alle Gegenstände des täglichen Bedarfs selbst besitzt, sondern, dass einzelne Geräte von mehreren Personen gemeinsam genutzt werden

Detailliertere Zahlen sowie Quellenangaben finden Sie in der Studie, siehe Downloadbereich unten.

Die GLOBAL 2000 „Was wäre wenn...?“-Studien waren Teil des ORF-Themenschwerpunkts MUTTER ERDE 2017 und sind im Auftrag von MUTTER ERDE entstanden. MUTTER ERDE widmet sich 2017 dem Thema Klima, um konkrete Veränderungen in Richtung einer klimafreundlichen Zukunft voranzutreiben.