Kohle

Der Atlas erzählt die tragische Geschichte der Kohle von Menschenrechtsverletzungen, Umweltzerstörung, Krankheit und Tod. Millionen Menschen sind weltweit von Kohlebergbau und Klimawandel betroffen. Sie alle verdienen es, von der Politik ernst genommen zu werden. Dazu gibt es nur einen Ausweg: Den weltweiten Ausstieg aus Kohle und den Umstieg auf erneuerbare Energie. Österreich kann hier einen ersten Schritt machen und den im Land noch verbliebenen Kohlekraftwerken endlich ein verbindliches Abschaltdatum geben. Das würde auch ein wichtiges Signal für die Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 setzen und zeigen. Kohle ist weltweit der klimaschädlichste Energieträger. Mehr als 40 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen entstammen der Kohleverbrennung. Wenn das international anerkannte Ziel, die globale Erwärmung auf unter zwei Grad einzudämmen, erreicht werden soll, dann müssen 80 Prozent der weltweit bekannten Kohlevorräte im Boden bleiben. Genauso wie ein Drittel der bekannten Ölreserven und die Hälfte der Gasreserven.

Kohle in Österreich und deren Gesundheitsfolgen

Zwar ist Österreich kein Schwerpunkt des Kohle-Atlas, aber auch hierzulande gibt es immer noch Kohlekraftwerke. 1,3 Millionen Tonnen Kohle werden jedes Jahr allein für die Elektrizitätsproduktion verbrannt, das verursacht 3,6 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr. Inklusive der Stahlerzeugung entstehen damit gesundheitsschädliche Emissionen, die zu 120 vorzeitigen Todesfällen und Gesundheitsfolgekosten von 194 Mio. Euro führen. Europaweit sterben pro Jahr 18.200 Menschen an den Emissionen von Kohlekraftwerken und es entstehen Folgekosten von 43 Mrd. Euro. Wären diese gesellschaftlichen Kosten im Preis der Kilowattstunde Elektrizität enthalten, wäre Kohle längst nicht mehr konkurrenzfähig. Deutschland ist mit einer Fördermenge von 183 Mio.Tonnen noch vor China (147 Mio.Tonnen) das weltweit größte Förderland für Braunkohle und ist deshalb laut dem Kohle-Atlas selbst besonders betroffen: In den vergangenen 90 Jahren mussten 230 Siedlungen und 110.000 Menschen dem Tagebau mit seinen großen Schaufelbaggern weichen. Weltweit ist der Kohlebergbau leider auch für Menschenrechtsverletzungen und starke Umweltverschmutzung verantwortlich. Im Jahr 2014 wurde erstmals ein Rückgang des Einsatzes von Kohle um 2,9 Prozent verzeichnet. 6.000 Kohleminen wurden in den vergangenen vier Jahren geschlossen, bis Ende 2015 sollen es weitere 2.000 Minen sein. China bleibt weiterhin stark abhängig von Kohle. Unklar ist aber, ob es sich beim Rückgang um einen einsetzenden langfristigen Trend oder ein einmaliges Einknicken handelt. Mit 90 Milliarden US-Dollar investierte China im Jahr 2014 allerdings soviel in erneuerbare Energie wie kein anderes Land der Welt. Der Kohleatlas wurde gemeinsam mit unserer deutschen Partnerorganisation BUND (Bund für Umwelt und Natur Deutschland/Friends of the Earth Germany) und der Heinrich-Böll-Stiftung in Zusammenarbeit mit GLOBAL 2000, erarbeitet.

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