Die geplante Obsoleszenz ist eine bewusste Strategie von Herstellerfirmen: Sie bauen in ihre Produkte Schwachstellen ein, damit diese nach einer bestimmten Funktionszeit automatisch ihren Geist aufgeben und durch neue Produkte ersetzt werden müssen - ein „eingebautes Ablaufdatum“ sozusagen. Oder die Firmen entwerfen ihre Produkte so, dass sie bald wieder aus der Mode kommen und dann aus diesem Grund entsorgt werden.

Für UnternehmerInnen ist die absichtliche Kurzlebigkeit von Produkten ein „vermeintlicher“ Segen, für uns KonsumentInnen ein Fluch!

Dass die Lebenszeit von Produkten vorsätzlich verkürzt wird, ist nichts Neues: Die Idee ist mit der Konsumgüter-Industrie geboren worden - Gegenstände mit kurzer Haltbarkeit zu produzieren ist eine Garantie dafür, dass die KonsumentInnen nicht aufhören zu kaufen. Wegwerfen ist somit ein wichtiger Motor unserer Konsumgesellschaft.

Eben noch im Geschäft, morgen schon auf der Müllhalde ...

Unser Alltag ist fast unvorstellbar ohne Handys, Flachbildfernseher und Laptops - sie alle haben aber eine stark begrenzte Lebensdauer. Allgegenwärtig verleiten uns die attraktiven Angebote der Mobilfunkbetreiber dazu, unser Handy häufig zu wechseln: Im Durchschnitt kaufen sich EuropäerInnen alle 18 Monate ein neues Handy.

Man denke aber auch an die so genannte Abwrackprämie in Deutschland, durch die unzählige funktionierende Autos verschrottet wurden; oder an den Trend zu flachen Bildschirmen mit der Folge, dass zahllose funktionierende, aber aus der Mode gekommene Röhrenfernseher und Computerbildschirme entsorgt wurden.
 
Durch unsere Wegwerfmentalität verbrauchen wir enorme Mengen an Ressourcen. In Europa ist der Ressourcenverbrauch über die letzten Jahrzehnte dramatisch angestiegen: Wir verbrauchen um 50 Prozent mehr Ressourcen als noch vor 30 Jahren.

Wohin mit all dem Schrott?

Müllentsorgungs-Unternehmen schaffen den Müll oft dorthin, wo ihn wir VerursacherInnen nicht vor Augen haben: vor allem nach Asien und Afrika. Bereits Ende der 1980er-Jahre versuchte man, die Müllablagerung in ärmeren Ländern mittels der „Basler Konvention“ zu verhindern. Grenzüberschreitende Transporte von gefährlichen Abfällen sollten dadurch besser geregelt und kontrolliert werden können. Leider ist Elektroschrott ein Sorgenkind, da er nicht eindeutig als „umweltgefährdender Abfall“ eingestuft wird und „wiederverwertbarer“ Elektromüll in ärmeren Ländern abgeladen werden darf. Tatsächlich ist ein Großteil dieses Elektromülls aber Müll und als solcher nicht wiederverwertbar. Er zerstört die Umwelt und die Gesundheit der dort lebenden Menschen, die diesen Müll gar nicht verursacht haben.

Sind wir machtlos?

Auf den ersten Blick scheint es uns, als wären wir KonsumentInnen gegenüber den Machenschaften der Industrie machtlos. In letzter Zeit stellen sich jedoch nicht nur immer mehr KonsumentInnen gegen eine Strategie, die unsere Umwelt sinnlos zerstört, sondern auch Unternehmen. Sie setzen auf nachhaltige Produkte statt auf minderwertige Massenware. Und wir können solche Unternehmen durch den Kauf ihrer Produkte unterstützen und dadurch ein klares Zeichen an den Markt senden. Immer öfter nutzen Menschen auch die Möglichkeit, defekte Dinge zu reparieren oder reparieren zu lassen. Fakt ist, dass wir umdenken müssen, wollen wir unseren Kindern nicht einen einzigen Müllberg hinterlassen.

Filmtipp: „Kaufen für die Müllhalde“ von Cosima Dannoritzer

Der Film „Kaufen für die Müllhalde“ von Cosima Dannoritzer nimmt sein Publikum mit auf eine Reise zurück zu den Ursprüngen des Phänomens und zeigt, wie die Glühbirne zum ersten Opfer der geplanten Obsoleszenz wurde. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelang es IngenieurInnen, die Lebensdauer der Glühbirne maßgeblich zu verlängern. Wenige Jahre später erkannten einige UnternehmerInnen jedoch, dass dieser Erfolg für ihre Verkaufszahlen abträglich war. So kam es zu einer geheimen Absprache, die auch unter dem Namen „Phoebuskartell“ bekannt wurde: Die UnternehmerInnen reduzierten vorsätzlich die Lebensdauer von Glühbirnen, um eine Marktsättigung zu verhindern.