Pfandsysteme in Österreich

Die Zeit ist reif für ein Einweg-Pfandsystem in Österreich - in Kombination mit verpflichtenden Mehrweg-Quoten

Die globale Plastikproduktion ist in den letzten 50 Jahren um das 20-Fache gestiegen. Laut Prognosen soll die derzeitige Plastikproduktion bis 2050 noch einmal um das Vierfache steigen – somit ist das Thema dringender denn je. Plastikverschmutzung betrifft mittlerweile auch die abgelegensten Orte auf diesem Planeten. Viele der Produkte werden nur einmal und das auch nur sehr kurz verwendet, bewirken jedoch langfristige Probleme in der Natur. Daher hat das EU-Parlament die Single-Use Plastics (SUP) Directive beschlossen, die im Juli 2019 in Kraft getreten ist.

Die Richtlinie soll die Verschmutzung durch Einweg-Plastik deutlich verringern. Sie drängt zu einem Wandel weg von Einweg-Produkten hin zu Mehrweg-Produkten und Systemen. Einweg-Plastik ist Ziel einer Reihe von politischen Maßnahmen – abhängig vom Produkt und den dafür bestehenden Alternativen. Für Plastikflaschen wurde keine Marktbeschränkung veranlasst, jedoch verlangt die Richtlinie, dass alle EU-Mitgliedsstaaten bis 2029 eine getrennte Sammelquote von 90 % erreichen.

Das BMNT hat 2019 eine Studie beauftragt um festzustellen, wie diese geforderte getrennte Sammelquote von 90 % in Österreich erreicht werden kann. Die Ergebnisse sollen demnächst vorliegen. Das ist ein bedeutender Moment, um auch in Österreich ein Pfandsystem für Einweg-Getränkeverpackungen zu etablieren. Nur so kann die Verschmutzung der Natur deutlich reduziert, ausufernde Müllberge verringert und Plastik eingespart werden. Gleichzeitig kann der drastisch gesunkene Anteil an Mehrweg-Flaschen (nur mehr 18,4 %) wieder gestärkt werden.

Schon bevor die Studie veröffentlicht wird, setzen sich einzelne Akteure aus verschiedenen Wirtschaftskreisen vehement gegen die Einführung eines Einwegpfands ein. Weltweit gibt es jedoch bereits mehr als 40 Länder und Regionen mit einem Pfandsystem für Einweg-Getränkeverpackungen. Damit wächst die Expertise für Rückgabesysteme auf internationaler Ebene stetig an. Schottland und Malta wollen ihr Pfandsystem 2021 starten, die Slowakei, Lettland, Rumänien und Portugal 2022 und England folgt 2023. Pfandsysteme sind somit in ganz Europa auf dem Vormarsch.

Grafik: Pfandsysteme in Europa

Wieso braucht Österreich ein Einweg-Pfandsystem?

Wir haben in Österreich bereits ein Pfandsystem für Mehrwegflaschen wie Bier und Mineralwasser. Auf Einweg-Getränkeverpackungen aus PET, Aluminium und Glas wird derzeit aber noch kein Pfand eingehoben. Dabei bieten Einweg-Pfandsysteme eine Menge Vorteile:

  • Getrennte Sammelquote

Ein Pfandsystem erreicht die höchste Rate an getrennter Sammlung – um 90 % in Europa. Litauen hat bereits zwei Jahre nach der Einführung seines Pfandsystems 2016 eine Rücklaufquote von 92 % erreicht. In Deutschland liegt die Rücklaufquote durch das Pfandsystem sogar bei 98,5 %.

Derzeit erreicht Österreich eine Getrennt-Sammelquote von 76 %, die jedoch nach den neuen Berechnungsmethoden der EU auf ca. 70 % schrumpft, da Prozessabfälle bei der Aufbereitung abgezogen werden müssen. Somit besteht eine Lücke von 20 %, die nicht alleine durch noch mehr Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung geschlossen werden kann.
Die vorgegebenen Sammelziele (90 % bis 2029) der Einweg-Plastikrichtlinie können damit schnellstmöglich erreicht werden.

Durch eine getrennte Sammlung erhöht sich die Qualität des zurückgewonnen Recyclingmaterials. Das unterstützt ein „Bottle-to-Bottle“-Verfahren und reduziert gleichzeitig die Abhängigkeit von Öl und anderen Rohstoffen. Das ist vor allem in Hinblick auf die EU-Vorgaben von zukünftig 25 % bzw. 30 % Recyclinganteil pro Flasche relevant.

  • Effektiv gegen Littering

Die Menge an Plastik in der Natur wächst stetig an. Über Flüsse tragen auch Binnenstaaten zur Verschmutzung der Meere bei. Aus Österreich gelangen jährlich 40 Tonnen Plastikmüll ins Schwarze Meer. Laut „PlasticFeeDanube“ ist ein Fünftel davon PET-Flaschen. Auch die Auswertung der Daten aus der DreckSpotz-App von GLOBAL 2000 zeigt, dass Plastik am häufigsten in der Natur landet und PET-Flaschen einen beträchtlichen Anteil daran haben. Getränkeflaschen, Verschlüsse und Deckel sind auch an Europas Stränden unter den zehn am häufigsten gefundenen Gegenständen.

In Deutschland hatte die Einführung eines Pfandsystems auf Einweg-Getränkeverpackungen 2003 einen drastischen Effekt gegen das Litteringproblem (achtloses Wegwerfen von Müll in der Natur oder im öffentlichen Raum). Vorher verschmutzten jährlich etwa drei Milliarden Einwegflaschen und Dosen die Natur. Mit der Einführung verschwanden PET-Flaschen und Dosen aus Parks, öffentlichen Plätzen und der Natur quasi über Nacht. Heute werden 98,5 % der Einweg-Getränkeverpackungen in die Rückgabeautomaten zurückgebracht.

Der Bundesstaat South Australia hat seit 1977 ein Pfandsystem und verzeichnet im Vergleich zu den restlichen Bundesstaaten mit Abstand den geringsten Prozentanteil an „gelitterten“ Getränkeverpackungen. Auch in New South Wales ist der Getränkeverpackungsabfall in der Natur nach der Einführung eines Pfandsystems 2017 innerhalb von acht Monaten um ein Drittel gesunken.

An Orten, die bereits verschmutzt sind, liegt die Chance höher, dass zusätzlicher Müll dazugeworfen wird. Ganz nach dem Motto „Littering vermehrt Littering“. Umgekehrt werden saubere Orte weniger häufig verschmutzt.

Abgesehen davon, kosten das Entfernen von „gelitterten“ Abfällen und das Leeren von öffentlichen Mülleimern die Gemeinden einiges. Eine Hochrechnung in Vorarlberg ergab, dass € 3,6 Mio. pro Jahr für die Entfernung von achtlos weggeworfenem Müll aufgebracht werden müssen - dort sind 80 MitarbeiterInnen Vollzeit damit beschäftigt, die Natur sauber zu halten.

  • Wirksam für "on-the-go" Getränkeverpackungen

Die derzeitige getrennte Abfallsammlung in Österreich ist für Getränke, die „on-the-go“ konsumiert werden, nicht wirksam. Getränkeverpackungsmüll, der unterwegs anfällt, landet meist entweder in Straßenmülleimern und somit im Restmüll oder in der Natur. Das betrifft in etwa ein Drittel aller Flaschen in Österreich. Alle im Restmüll enthaltenen Plastikflaschen werden verbrannt - das ist keine Option in einer Kreislaufwirtschaft!

  • CO2-Einsparungen

Alles was wir tun, verbraucht Energie. Auch Produktion, Verbrauch und Verarbeitung von Getränkeverpackungen. Zero Waste Scotland hat berechnet, dass durch ein Pfandsystem in 25 Jahren etwa 4 Mio. Tonnen an CO2-Emissionen eingespart werden können. Das entspricht etwa 160.000 Tonnen CO2 pro Jahr oder 85.550 Autos weniger auf der Straße.

Die direkte Verfügbarkeit von lokal verarbeitetem Rezyklat kann für Produzenten wertvolle Rohstoffe konsistent bereitstellen, die wiederum als Recyclingmaterial in neuen PET-Flaschen oder Aluminiumdosen eingesetzt werden können, was den CO2-Fußabdruck wesentlich verringert.

Bei hoher Recyclingqualität durch "Bottle-to-Bottle"-Verfahren können Emissionen eingespart werden, weil der Primärressourcenverbrauch von Öl und anderen Rohstoffen sinkt.

PET-Flaschen und Dosen werden bei den Rückgabeautomaten perforiert oder komprimiert (1:8 bei Dosen, 1:3-4 bei PET-Flaschen). Das bewirkt weniger Transportwege, weil keine Hohlkörper transportiert werden. Bestehende Müllsammelinseln werden sich aufgrund der fehlenden Hohlkörper weniger schnell füllen. Damit verlängern sich die Abholintervalle, wodurch zusätzlich Emissionen eingespart werden. Dabei ist es aber wichtig, dass ein Pfandsystem existierende Logistikstrukturen nutzt (z.B. Getränkelieferanten) und nicht zusätzliche aufbaut.

  • Mehrweg wird unterstützt

Zu guter Letzt muss der Anteil an Mehrweg im Getränkebereich durch sanktionierbare Quoten beim Lebensmitteleinzelhandel gefördert werden (z.B. durch das Ökobonusmodell). Für KonsumentInnen wird es leichter, sich für die umweltfreundlichere Variante zu entscheiden, da die Rückgabe von Einweg-Flaschen auf die gleiche Weise erfolgt.

Wie funktioniert ein Pfandsystem?

Dezentrales Pfandsystem

In Deutschland ist das Pfandsystem dezentral gesteuert. Hier kann der Handel das gesammelte Material aus den Rückgabeautomaten behalten und gewinnbringend verkaufen, bzw. für die Produktion der Flaschen der Eigenmarken nutzen. Allerdings ist dieses System für kleinere Betriebe meist komplizierter, da sie die kleinen Mengen an Material fürs Recycling nur schwer verkaufen können und der Pfandschlupf (Geld, das vom Handel nicht ausbezahlt werden muss, wenn die Flasche nicht zurückgebracht wurde) oft ungerecht verteilt ist.

Zentrales Pfandsystem

Zentral gesteuerte Systeme werden vor allem in Skandinavien und im Baltikum angewendet. Material und Geldflüsse werden von einer Non-Profit-Organisation zentral gesteuert. Dem Lebensmitteleinzelhandel wird eine Manipulationsgebühr pro Einheit bezahlt. Hier werden die finanziellen Mittel aus dem Pfandschlupf für den Betrieb des Systems verwendet. Dieses System ist transparenter und fairer für alle Beteiligten. Wie es genau funktioniert, wird im folgenden Video von Reloop (englisch) erklärt:

 

Die Finanzierung des Systems:

Ein Pfandsystem für Einweg-Getränkeverpackungen wird in einem zentralen System durch drei Mechanismen finanziert:

  • nicht eingelöstes Pfandgeld
    Obwohl die Rückgabequoten generell über 90 % liegen, werden dadurch Einnahmen für das System generiert. Somit tragen auch die Personen, die Getränkeverpackungen achtlos in die Natur werfen oder nicht richtig entsorgen, die Kosten, die andernfalls externalisiert werden würden – das funktioniert ganz nach dem Verursacherprinzip.
  • ein Produzentenbeitrag
    Der Produzentenbeitrag liegt in einem zentralen Pfandsystem bei einem winzigen Bruchteil pro Artikel liegt, etwa zwischen 0,9 bis 3 Cent.
     
  • Verkauf von Rezyklat
    Im Gegensatz zu vermischtem und oft minderwertigerem Recyclingmaterial aus den Sammelstationen, stellt das große Volumen an qualitativ hochwertigerem Recyclingmaterial aus Glas, Metall und PET (Plastik), das durch ein Pfandsystem zurückgewonnen wird, eine abschließende Einnahmequelle dar.

Pfandsystem im Lebensmitteleinzelhandel

So funktioniert ein Pfandsystem im Lebensmitteleinzelhandel:

  • Bepfandete Getränkeverpackungen werden von Getränkelieferanten wieder mitgenommen, somit entstehen keine zusätzlichen Transportwege und das Leergut wird rasch abtransportiert.
     
  • Alle moderne Pfandsysteme sehen eine Ausnahmeregelung für kleine Läden vor, die keinen Platz für die Rücknahme von Leergut haben. Die angemessene Größenordnung für Österreich muss im Gespräch mit kleinen Unternehmen festgelegt werden. Sollte es für ein kleines Unternehmen dennoch - aufgrund der Manipulationsgebühr oder erhöhter Kundenfrequenz durch Rückgabe von Leergut - wirtschaftlich interessant sein Getränkeverpackungen entgegenzunehmen, hat es die Möglichkeit dies zu tun.
     
  • Für die Rücknahme von Getränkeverpackungen werden dem Handel (in einem zentral gesteuerten Pfandsystem) für jede einzelne Flasche eine Manipulationsgebühr bezahlt. Damit werden die Kosten für die Rücknahme abgedeckt (Automatenkauf, Verlust von Geschäftsfläche, Strom, Internet, Leerung).
     
  • Kunden geben mit hoher Wahrscheinlichkeit das Leerpfand im gleichen Shop wieder zurück.
     
  • Nach dem Litauischen Model werden Rückgabeautomaten vom Betreiber bereitgestellt und müssen nicht vom Lebensmitteleinzelhandel bezahlt werden. Der Betreiber und der Supermarkt bekommt für die Bereitstellung von Fläche, Strom, Internet und Reinigung pro Flasche eine Manipulationsgebühr.

In Deutschland spricht sich der Bund Getränkeverpackungen der Zukunft (Getränkeherstellern, Handel und der Verpackungsindustrie) für die Beibehaltung der Pfandpflicht aus: „Das Pfandsystem hat sich bewährt. Der Verbraucher hat sich daran gewöhnt, Hersteller und Handel haben sich darauf eingerichtet. Das Pfandsystem hat zu einer deutlich höheren Wiederverwertungsrate von PET und Metall geführt. Inzwischen werden bepfandete Dosen und PET-Einwegflaschen bis zu 99 Prozent recycelt. Der positive Nebeneffekt: Einweg-Getränkeverpackungen landen nicht in der Landschaft und sind vom Abfall zum Rohstoffreservoir geworden.“

Pfandsystem für Österreich

Entstehen dadurch mehr Kosten für die öffentliche Hand?

Es hat sich gezeigt, dass für die öffentliche Hand durch die Einführung eines Pfandsystems Kosten auf folgende Weise gesenkt werden:

  • geringerer Bedarf an Müllsammlung im öffentlichen Raum und in der Natur
  • geringere Belastung von Straßenmülleimern und dadurch niedrigere Leerungsfrequenz (und dadurch verbunden geringere Abfallgebühren)

Leere Dosen und PET-Flaschen nehmen aufgrund ihres Volumens einen großen Platz in Mülleimern ein. Das meiste ist Luft, dadurch quellen Mülleimer deutlich schneller über und müssen häufiger gelehrt werden.

Entstehen dadurch mehr Kosten für Hersteller?

Derzeit zahlt der Handel/Hersteller Lizenzgebühren an die ARA (Altstoff-Recycling-Austria), die sich in Österreich hauptsächlich um das Müll-Recycling kümmert. Womit sich die ARA allerdings nicht beschäftigt, ist Müll der in der Natur landet. Die  Single-Use Plastics Directive verlangt aber, dass EU-Staaten ein Schema für erweiterte Produzentenverantwortung aufbauen. Das bedeutet, das Hersteller von Einweg-Plastikprodukte für die Kosten, die durch die Müllsammlung entstehen, aufkommen müssen. Das beinhaltet den Transport, die Behandlung, Kosten, die durch das Entfernen von „gelitterten“ Abfällen entstehen und Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung. Mit anderen Worten: Littering wird in Zukunft ein teurer Spaß für Hersteller und Einzelhändler mit Eigenmarken.

Da ein Pfandsystem Littering stark reduziert, würden sich künftig auch die Kosten die durch Littering anfallen deutlich senken.

    Auswirkungen eines Pfandsystems auf Mehrweganteile im Getränkesortiment

    Lag die Mehrwegquote Anfang der 90er noch bei 80 % ist sie in Österreich mittlerweile auf 18,4 % (2018) gesunken. Mit Einweg-Getränkeverpackungen werden deutlich mehr Ressourcen und Energie verbraucht. Daher ist es wichtig, dass in einem Pfandsystem Mehrweg-Getränkeverpackungen durch Quoten gefördert werden. Mehrweg-Getränkeverpackungen sind langfristig die einzige Möglichkeit Ressourcen im Getränkeverpackungsbereich einzusparen.

    Der Anteil an Mehrweg ist in Deutschland auch gesunken, jedoch weitaus nicht so drastisch, wie in Österreich.

    Im Wassersortiment ist der Rückgang von Mehrweg auf den Preiskampf von Diskontern zurückzuführen. Aldi und Lidl besitzen die Hälfte der Marktanteile im Mineralwassersegment und refinanzieren die billigen Preise durch andere Produkte. Kleine Abfüller, die meistens Mehrwegflaschen nutzen, haben dadurch enorm schwierige Voraussetzungen zu konkurrieren. Dennoch liegt der Mehrweganteil bei Wasser immer noch weit über den 15,8 % in Österreich – und zwar bei 38,4 %.

    Beim Biersortiment in Deutschland lag der Anteil von Mehrweg vor der Einführung des Pfandsystems 2002 bei rund zwei Drittel und Ende 2003 bereits bei 89 %. Folglich wurde der Marktanteil von Dosen deutlich reduziert und die Einführung des Einweg-Pfands übernahm eine stark bremsende Wirkung beim Rückgang von Mehrweg oder förderte den Mehrweganteil sogar deutlich. In Deutschland wird auf Mehrweg-Bierflaschen acht Cent Pfandabgabe verlangt und Einweg ist gesetzlich mit 25 Cent festgelegt – dadurch wird Waffengleichheit zwischen Einweg und Mehrweg geschaffen, da der Gesamtpreis von Einweg etwas höher ist. Generell ist aber eine zusätzliche Abgabe auf umweltschädliche Einweg-Verpackungen anzudenken.

    Aus Sicht von Deutschland kann nicht nachvollzogen werden, dass Einweg-Pfand durch Platzbedarf und Leergutmanipulation aufwändigere Mehrwegsysteme aus den Supermärkten verdrängt. Platz für Mehrweg muss vorher schon vorhanden gewesen sein, durch häufige Abholintervalle der Getränkelieferanten können Lager schnellstmöglich leergeräumt werden.

    Was ist für ein ideales Pfandsystem notwendig?

    • Klare Kennzeichnung von „Einweg“ und „Mehrweg“ auf dem Produkt, damit für Verbraucher leicht ersichtlich ist, was sie kaufen.
       
    • Eine Mehrwegquote auf Unternehmensebene inkl. Sanktionen bei Nichteinhaltung. Branchenübergreifenden Quoten für den gesamten Lebensmitteleinzelhandel sind nicht zielführend, wie sich in Deutschland zeigt. Dort weigern sich Diskonter Mehrweg ins Sortiment aufzunehmen. Daher wird die Zielquote von 70 % nicht erreicht. Da es branchenübergreifende Quoten sind, können aber diejenigen, die sich nicht an die Regeln halten, auch nicht sanktioniert werden.
       
    • Gleichzeitig müssen unökologische Einweggetränkeverpackungen durch eine zusätzliche Abgabe unattraktiver gemacht werden.
       
    • Alle Getränkearten (auch Saft sowie Milch und Molkeprodukte) müssen in die Pfandpflicht inbegriffen sein, ansonsten kann es zu Pfandumgehungen kommen, indem Molke in minimaler Menge beigemischt wird und das Getränk dadurch pfandfrei ist. Dieses sogenannte „Molkeschlupfloch“ wurde in Deutschland mit dem neuen Verpackungsgesetz zum 01.01.2019 geschlossen.
       
    • Im System sollte Plastik (primär PET), Dosen (Aluminium / Stahl) und Glas inkludiert sein.

    Wieso fordert GLOBAL 2000 ein Einweg-Pfandsystem für Österreich?

    • Nur so kann die geforderte getrennte Sammelquote von 90 % erreicht werden.
       
    • Ein Einweg-Pfandsystem führt zu deutlich weniger Müll in Österreichs Natur.
       
    • Aktuelle Aktivitäten gegen Littering reichen nicht aus.
       
    • Bottle-to-bottle Verfahren verhindert sogenanntes „downcycling“.
       
    • Abfallvermeidung ist das oberste Prinzip - ein Pfandsystem für Einweg kann ein Sprungbrett für einen höheren Mehrweg-Anteil im Getränkesortiment sein, weil die Rückgabe auf dieselbe Weise erfolgt.
       
    • Pfandsysteme sind ein effektives Tool, für die Anwendung des Verursacherprinzips („polluter pays“).