Am Anfang war der Paprika

2002 testeten wir bei mehreren Handelsketten Paprika aus Spanien auf Pestizid-Rückstande. Die Ergebnisse waren alarmierend: Auf dem an sich gesunden und beliebten Gemüse fanden sich hohe Belastungen mit gesundheitsschädlichen Pestiziden. GLOBAL 2000 forderte, dass die Produktion zunehmend auf Pestizide verzichten und der Lebensmittel-Einzelhandel Verantwortung für die Gesundheit von KonsumentInnen und ProduzentInnen wahrnehmen muss. BILLA reagierte und schlug eine Kooperation vor: GLOBAL 2000 sollte Lösungen für das Problem entwickeln, und so fiel 2003 der Startschuss für das PestizidReduktionsProgramm (PRP).

Seit 15 Jahren wird nun das Obst und Gemüse bei REWE wöchentlich auf mittlerweile 500 verschiedene Pestizidrückstände kontrolliert. Dabei gehen wir vom Risiko für die KonsumentInnen aus und haben daher strengere Grenzwerte festgelegt als die gesetzlichen Höchstwerte. Gemeinsam mit ProduzentInnen und REWE arbeiten wir stetig daran, das Programm für Mensch und Umwelt weiter zu verbessern.

Die Lieferanten, die anfangs dem PRP noch mit großer Skepsis gegenüber gestanden sind, tragen dieses heute nicht nur ganz selbstverständlich mit sondern können zusätzlich auch durch intelligenten und innovativen Pflanzenschutz gegenüber ihren Mitbewerbern punkten. Heute sagen viele Lieferanten, dass das PRP zu einem bewussteren Umgang mit Pestiziden beigetragen hat, und dass auch ihre ProduzentInnen letztlich davon profitieren. Durch die laufenden Rückmeldungen wissen die Lieferanten und ProduzentInnen über die Pestizidbelastung ihrer Ware Bescheid. Die anspruchsvollen Kriterien erfordern auch, dass Obst und Gemüse nicht am freien Markt zugekauft wird, sondern bei Lieferanten und ProduzentInnen, die mit dem PRP vertraut sind und die in der Lage sind die PRP-Anforderungen zu erfüllen.

Vorbild Österreich: weitere europäische Länder folgen

Der Erfolg des PestizidReduktionsProgramms setzt sich seit 2018 auch in der REWE Group fort: Die strengen Grenzwerte des PRP gelten ab nun auch für Obst und Gemüse bei REWE in ganz Europa.

Je strenger, desto besser – für Gesundheit und Umwelt

Mittlerweile sind auf den Produkten des PestizidReduktionsProgramms immer weniger Rückstände zu finden. Ziel ist es letztlich, konventionelles Obst und Gemüse ganz ohne Rückstände möglich zu machen. Gab es 2004 bei 422 Proben 37 Überschreitungen der gesetzlichen Höchstwerte, so passierte das nur elfmal im Jahr 2017 bei insgesamt 1.614 Proben. Ebenso sanken die Überschreitungen der strengen PRP-Werte von 9,7 Prozent auf 5 Prozent. Und das bei stetig steigenden Anforderungen, denn das Programm wird kontinuierlich strenger. Das verbessert neben der Sicherheit der KonsumentInnen auch die Umweltsituation maßgeblich. Mehr zu den Erfolgen des PRP finden Sie hier.

Reduktion hormonell wirksamer Pestizide als nächstes Ziel

Die Reduktion hormonell wirksamer Pestizide, die den Hormonhaushalt von Mensch und Tier negativ beeinflussen können, ist der nächste Schritt der Weiterentwicklung des PestizidReduktionsProgramms. Gemeinsam mit den ProduzentInnen planen wir im Jahr 2020 null Rückstände bei den häufigsten hormonell wirksamen Pestiziden zu erreichen. Das ist für unsere ExpertInnen und für die ProduzentInnen noch ein schönes Stück Arbeit, aber es lohnt sich. Dass REWE den Weg Richtung Nullrückstände und umweltfreundlichere Produktion mit weniger Pestiziden weiterhin tatkräftig unterstützt, ist eine echte Erfolgsgeschichte.