Gentechnik Futtermittel Aktion

Was Lebensmittel angeht, sind die Österreicherinnen und Österreicher sehr anspruchsvoll. Gesund sollen sie sein, umweltverträglich erzeugt und auch ein fairer Umgang mit den Produzenten ist wichtig. Was liegt da näher, als auf österreichische Qualität und damit auf das österreichische Gütesiegel der AMA zu setzen?

Das rot-weiß-rote Siegel steht für heimische biologisch und damit gentechfrei erzeugte Produkte, glaubt so mancheR. Und da Österreich gentechnikfrei ist, können diese Produkte sowieso nichts mit Gentechnik zu tun haben. Da ist man also quasi doppelt abgesichert, ist so manch eineR überzeugt. Selbst das so genannte Lebensministerium scheint an dieses Trugbild zu glauben. Denn auf dessen Homepage war noch vor kurzem zu lesen: „Bei Lebensmitteln garantiert überdies das AMA-Gütesiegel Gentechnikfreiheit.“ Entweder ist das Ministerium der verwirrenden Werbelinie der AMA auf den Leim gegangen oder es beteiligt sich an einer infamen KonsumentInnen-Täuschung.

Mehrheit der AMA-Produkte ist nicht bio

Wahr ist: Die AMA hat ein Biosegment und dieses ist per Gesetz gentechnik-frei. Der überwiegende Anteil der AMA-Produkte wird jedoch konventionell erzeugt. Und da landet dann häufig durch die Hintertür die Gentechnik auf unseren Tellern. Ein großer Teil des nach Österreich importierten Gentechnik-Soja wird im Rahmen des AMA-Gütesiegelprogramms verfüttert.

2010 hat GLOBAL 2000 gezeigt, dass es auch anders geht: Die österreichischen Milch-ProduzentInnen reagierten auf unsere Kampagne und stellten auf gentechnikfreie Futtermittel um. Auch die österreichische Eierproduktion kam dem Wunsch der KonsumentInnen nach und verwendet nur noch gentechnikfreie Futtermittel.

Wo „streng geprüft“ draufsteht, ist Gentech drinnen

Obwohl das österreichische AMA-Gütesiegel mit „streng geprüftes Futter“ für AMA-Fleisch eine groß angelegte Werbekampagne fährt, hat GLOBAL 2000 AMA-Gütesiegel-Futter gefunden, das großteils aus Gentechnik-Pflanzen besteht. Wir fordern die AMA auf, endlich die Gentechnikfreiheit als Kriterium für das AMA-Gütesiegel aufzunehmen. Sonst ist es nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Futtermittelskandal auch Österreich trifft.