In Bonn ist die letzte Vorbereitungsrunde für die entscheidende Klimakonferenz in Paris zu Ende gegangen. Eine neue Studie zeigt allerdings, dass vor allem entwickelte Industrienationen ihren fairen Beitrag noch nicht leisten. Für unseren Klimasprecher Johannes Wahlmüller ist diese offentliche Diskussion zwar positiv, aber in den nationalen Klimaschutzplänen sind nicht einmal genug Maßnahmen enthalten um die Erwärmung auf unter zwei Grad zu halten. Vor allem die entwickelten Industrienationen müssen eine Vorreiterrolle einnehmen und ihre Zusagen nachbessern!

Entwickelte Industrienationen leisten keinen fairen Anteil

Im Auftrag einer breiten zivilgesellschaftlichen Allianz wurde eine Studie erarbeitet, in welcher die bestehenden Zusagen genau unter die Lupe genommen wurde. Eine Zusammenfassung wurde bereits jetzt in Bonn präsentiert, die vollständige Studie wird in wenigen Wochen in Paris vorgestellt. Darin zeigt sich, dass es bereits bis zum Jahr 2030 weltweit Reduktionen im Ausmaß von 30,8 Mrd. Tonnen CO2 braucht. Damit könnte die globale Erwärmung mit einer Wahrscheinlichkeit von 66% unter zwei Grad gehalten werden, wobei dann sogar eine Chance besteht, die Erwärmung noch auf unter 1,5 Grad zu halten. Zugesagt sind aber nur Reduktionen im Ausmaß von 13,8 Mrd. Tonnen CO2, davon kommen 5,5 Mrd. Tonnen von entwickelten Industrienationen und 8,3 Mrd. Tonnen von Entwicklungs- und Schwellenländern.

Grafik zur Klimastudie 2015

Die Studie kommt zum Schluss, dass vor allem entwickelte Industrienationen ihren fairen Anteil nicht leisten: So leistet Japan nur 10% seines fairen Anteils, die USA etwa ein Fünftel und die EU etwas mehr als ein Fünftel. Damit es ein faires Abkommen in Paris geben kann, braucht es sowohl eine Verstärkung der Anstrengung von entwickelten Industrienationen als auch Unterstützung für Entwicklungsländer. In der EU sind Treibhausgasreduktionen von 60% und mehr machbar.