Neuigkeit, 07.12.2020

Klimaschutz-Index: Österreich nur auf Platz 35

Trotz leichten Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr findet sich Österreich nach wie vor unter den ‚Low-Performern‘ auf Platz 35 von 57 untersuchten Staaten.

Heute wurde der Internationale Klimaschutzindex (Climate Change Performance Index) von Germanwatch vorgestellt, in dem 57 Staaten auf ihre Fortschritte beim Klimaschutz untersucht werden. Die ersten drei Plätze bleiben wie jedes Jahr frei, da kein Land ausreichend Klimaschutz betreibt. Auf den darauf folgenden drei Plätzen finden sich Schweden, Großbritannien und Dänemark. Insbesondere Schweden und Dänemark finden sich seit Jahren unter den Bestplatzierten, da sie eine Ökologisierung des Steuersystems durchgeführt haben und wie am Beispiel Dänemarks der Ölheizung den Riegel vorgeschoben haben. Zu den großen Aufsteigern gehören dieses Jahr Portugal (von Platz 25 auf 17) und Neuseeland (von 37 auf 28). Für Österreich hingegen zeichnet sich nur eine leichte Verbesserung von Platz 38 im Jahr 2019 auf Platz 35 ab. Auf den letzten Plätzen liegen unverändert zum Vorjahr Saudi Arabien (60) und die USA (61).

Klimaschutzindex Gesamtergebnis

Pro-Kopf-Emissionen und Energieverbrauch zu hoch

Besonders in den Teilbereichen der Entwicklung der Treibhausgasemissionen und des Energieverbrauchs stellt der Klimaschutzindex Österreich ein vernichtendes Zeugnis aus. Die Pro-Kopf-Emissionen sind hierzulande mit 9 t CO2/Kopf so hoch, dass Österreich am 45. Platz landet. Kritisiert wird auch der zu hohe Energieverbrauch. Vergleicht man den Energieverbrauch mit dem für die Einhaltung der 2°C-Grenze notwendigen Niveau, kommt Österreich nur auf den 50. Platz. Um diese Bereiche zu verbessern, benötigt es die Umsetzung einer koordinierten Klimapolitik und ein Ende der Energieverschwendung. Jedoch wurde das dafür vorgesehene Energieeffizienzgesetz noch nicht vorgelegt. Dieses sollte wie im Regierungsprogramm angekündigt noch heuer vorgelegt werden.

 

Alleine bei dem Anteil von erneuerbarer Energien zeigt ein positives Bild in Österreich. Mit Platz 11 von 57 werden sowohl der Anteil als auch die Ziele in diesem Bereich begrüßt. Kritisiert wird allerdings, dass es vergleichsweise wenig Dynamik beim Ausbau der erneuerbaren Energien gibt. Im europäischen Vergleich liegt Österreich im Trend zu mehr erneuerbarer Energie hinter elf anderen EU-Ländern (UK, Bulgarien, Estland, Irland, Kroatien, Litauen, Finnland, Dänemark, Schweden, Norwegen und Lettland). Diese Ergebnisse zeigen, wie wichtig das aktuell begutachtete Gesetz für den Ausbau naturverträglicher Erneuerbarer Energien in Österreich ist.

International zeigt sich, dass so viele erneuerbare Energie-Anlagen mit einer Leistung von 200 GW ans Netz angeschlossen wurden wie noch nie. Wind- und Sonnenenergie sind bei einer Neuerrichtung in den meisten Teilen der Welt mittlerweile die günstigsten Energieformen. Bis 2025 rechnet man damit, dass diese Anlagen günstiger sein werden als bereits bestehende Kohle- und Gaskraftwerke. Somit steht ein wichtiger energiepolitischer Wendepunkt bevor. Mit klug eingesetzten Investitionen kann Österreich nicht nur zu den Top-Performern aufsteigen, sondern schafft tausende Arbeitsplätze und eine zukunftsfähige Wirtschaft.

Der Climate Change Performance-Index (CCPI) wird jedes Jahr bei der Klimakonferenz vorgestellt und untersucht Fortschritte in den vier Kategorien Treibhausgase (Gewichtung 40%), Erneuerbare Energien (Gewichtung 20%), Energieverbrauch (Gewichtung 20%) und Klimapolitik (Gewichtung 20%).
80% des Indexes basieren somit auf quantitativen Daten, die von international zugänglichen Statistiken ausgehen. Die Fortschritte werden daran gemessen, inwieweit sie ausreichend dafür sind, das Pariser Klimaziel zu erreichen und somit die globale Erwärmung auf deutlich unter 2°C zu halten.

 

Hier geht's zum Climate Change Performance-Index sowie zum detaillierten Bericht über Österreich (Austrian Scorecard).