Publikation, 27.07.2022

GAP-Strategiepläne: Eingehende Analyse anhand von sieben Ländern 

Die neue Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) hat das Potenzial, die Ziele des Green Deals und der Farm-to-Fork-Strategie der Europäischen Union zu erreichen oder zu gefährden. GLOBAL 2000 hat gemeinsam mit Friends of the Earth Europe und anderen Mitgliedsorganisationen die GAP-Strategiepläne von sieben Ländern analysiert. 

Die GAP  ist das wichtigste Instrument der Agrarpolitik der Europäischen Union. Sie legt die Finanzierungsprioritäten für die Nahrungsmittelproduktion fest und macht etwa 30 % des EU-Haushalts aus. Dieser Bericht enthält eine Bewertung der nationalen GAP-Strategiepläne ab 2023 für sieben EU-Mitgliedstaaten: Österreich, Tschechische Republik, Dänemark, Malta, Polen, Spanien und Schweden. Der Bericht konzentriert sich auf den wahrscheinlichen Beitrag der Pläne zu den Zielen des Europäischen Green Deals, insbesondere die Farm-to-Fork- und die Biodiversitätsstrategien. Außerdem auf die wahrscheinlichen Auswirkungen auf Kleinbauern und -bäuerinnen und Erzeuger:innen, und faire Arbeitsbedingungen für Landarbeiter:innen.
Cover des GAP-Reports

 

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Es fehlen wichtige Maßnahmen

Die neue GAP, die 2023 in Kraft treten wird, wurde von der Europäischen Kommission als "fairer und grüner" beschrieben. Doch es wurde die Chance verpasst, die Transformation zu nachhaltigeren Modellen der Lebensmittelproduktion zu unterstützen. Die neuen Maßnahmen weisen eklatante Lücken auf und entlohnen die Bauern und Bäuerinnen weiterhin hauptsächlich nach der Größe ihrer Felder. Nicht aber nach ihrem Einsatz für das Klima und die Biodiversität.

Die genaue Analyse der GAP-Strategiepläne in diesen Ländern zeigt, dass keiner der Pläne einen nennenswerten Beitrag zur Erreichung der Ziele des Green Deal und der Strategien Farm-to-Fork- und Biodiversität leisten wird
Es fehlen vor allem Maßnahmen zur Reduzierung von Pestiziden und Düngemitteln. Außerdem werden die Unterstützung von Kleinbauern und faire Arbeitsbedingungen für Landarbeiter in den bewerteten Plänen kaum erwähnt. Zwar werden manchmal einige Maßnahmen vorgeschlagen, doch liegen zu wenige Informationen vor, um ihre Wirksamkeit zu beurteilen. 

In den untersuchten Ländern sind die einzigen Ziele, die wahrscheinlich erreicht oder fast erreicht werden, die Ziele für die Bio-Landwirtschaft in Österreich. Außerdem, die Verringerung der Nährstoffverluste in Polen und die Zunahme von Landschaftselementen mit hoher Artenvielfalt in Malta. Aber selbst diese spiegeln eher bestehende Trends wider als Beiträge, die der GAP zugeschrieben werden könnten.

 

Gefördert durch das IMCAP Programm der Europäischen Union

 

 

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