Publikation, 20.09.2022

Klimareport: Klimaschutz in Niederösterreich

Klimaneutralität bis 2040? Wir haben Niederösterreichs Klimapolitik genau unter die Lupe genommen. Im neuen Klimareport zeigen wir, ob die Klimaziele des Landes mit den ambitionierten Vorgaben der Regierung kompatibel sind. 

Geht es nach der Bundesregierung, soll Österreich bis 2040 klimaneutral sein. Ziel ist es, nicht mehr Treibhausgase auszustoßen als absorbiert werden können. Der Ausstieg aus Öl, Kohle und Gas ist dafür notwendig. 

Dafür braucht es tiefgreifende Veränderung in folgenden Bereichen:

  • Mobilität
  • Energie
  • Raumwärme
  • (Land)Wirtschaft

Klimareport Niederösterreich

Die Bundesländer haben einen großen Einfluss auf die Gesamtemissionen Österreichs. Kompetenzen wie die Gestaltung des Baurechts und der Wohnbauförderung, die Planung von Siedlungen und die zugehörige Verkehrsinfrastruktur liegen auf Bundesländerebene. Mit rund 1,7 Mio. Einwohner:innen ist Niederösterreich das zweitgrößte Bundesland. Somit ist die Richtung, die Niederösterreich verfolgt, entscheidend für das Erreichen der Energiewende in Österreich. 

Im GLOBAL 2000 Klimareport erfahren Sie, wie sich Niederösterreich im letzten Jahrzehnt entwickelt hat. Welche Fortschritte gab es bei der Reduktion von Treibhausgasemissionen, beim Heizen, Sanieren, der Mobilität und der Landwirtschaft? Außerdem: Wie können die Klimaziele mit der niederösterreichischen Klimapolitik erreicht werden?

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Klimaziele und Strategie

So viel vorweg: Die Klimaziele Niederösterreichs sind nicht kompatibel mit den gesamt-österreichischen. In Niederösterreich sollen die Treibhausgasemissionen bis 2030 um nur 36% verringert werden. Um aber die Klimaziele der Regierung zu erreichen, ist eine Reduktion um 50% erforderlich. Auf 100% erneuerbare Energie möchte Niederösterreich erst bis 2050 umsteigen. Das Ziel der Bundesregierung ist aber Klimaneutralität bis 2040. 

Treibhausgasemissionen

Fast ein Viertel (23%) der gesamten Treibhausgasemissionen (außerhalb der Emissionshandelssektoren) in Österreich geht auf Niederösterreich zurück. Diese werden vor allem durch Raumwärme, Mobilität und Landwirtschaft verursacht. Mit 6,8 Tonnen CO2-Emissionen pro Kopf liegt Niederösterreich über dem österreichischen Durchschnitt

Treibhausgasemissionen in Niederösterreich dargestellt in Diagramm

Energieverbrauch und erneuerbare Energie

Der Anteil an erneuerbaren Energien konnte nicht wie geplant auf 50% bis 2020 gesteigert werden. Weiterhin gibt es keine klare Strategie für den Ausstieg aus Erdgas. Im Neubau werden weiterhin Gasheizungen eingebaut und erneuerbares Gas wird ins Spiel gebracht, obwohl es knapp und teuer ist und für andere Bereiche gebraucht wird. Auffällig ist auch, dass der Ausbau der Windenergie seit 2017 ins Stocken geraten ist. Der Energieverbrauch ist in Niederösterreich in 10 Jahren auf 5,6% angestiegen. Somit ist Niederösterreich das Bundesland mit dem stärksten Anstieg des Energieverbrauchs

Stromerzeugung in Niederösterreich

Mobilität

Neben sinnvollen Vorhaben wie einer Radverkehrsstrategie setzt das Bundesland leider immer noch auf hochrangige Straßenbauprojekte wie auch die Lobau-Autobahn. Dadurch wird die Autoabhängigkeit weiter gefördert. Der Verkehr ist für fast die Hälfte der Treibhausgasemissionen in Niederösterreich verantwortlich. Noch immer werden 64% der Wege mit dem PKW zurückgelegt. Mit 14% weist Niederösterreich allerdings, im Vergleich zu anderen Bundesländern, einen hohen Anteil an öffentlichem Verkehr auf. 

Raumwärme

Die Bundesregierung sieht einen vollständigen Ausstieg aus Ölheizungen bis 2035 vor. Niederösterreich war zwar das erste Bundesland, das Ölheizungen im Neubau verboten hat, beim Ausstieg aus bestehenden Ölheizungen ist aber noch Handlungsbedarf. Nur ein "moderater" Ausstieg ist bis 2040 vorgesehen. 39% der Haushalte in Niederösterreich heizen noch ausschließlich mit fossilen Heizsystemen. Wobei auch Fernwärme noch zu 35% aus fossilen Quellen gewonnen wird. 

Energiebedarf Niederösterreich

Anteil der Bio-Landwirtschaft

Ein Viertel der landwirtschaftlich genutzten Flächen werden Bio betrieben. Hier gibt es einen Trend nach oben. In den letzten 6 Jahren wurden die Bio-Flächen auf 7% erhöht. Somit ist Niederösterreich nach dem Burgenland und Wien das Bundesland mit dem höchsten Bio-Zuwachs in Österreich.

Erfahren Sie mehr und laden Sie sich hier den kompletten Klimareport zu Niederösterreich herunter: