Kind mit Schokolade

Gemeinsam mit Südwind haben wir auch dieses Jahr wieder den Schoko-Check durchgeführt. Unsere Ergebnisse sollen als Orientierungshilfe beim Schokoladenkauf dienen. Ein Ampelsystem informiert über die ökologische und soziale Qualität von 24 Eigenmarken-Schokoladen. Es freut uns sehr, dass wir im Vergleich zum Vorjahr eine leichte Verbesserung der sozialen und ökologischen Bedingungen von Eigenmarken-Schokoladen feststellen kommten.

Positiver Trend im Schoko-Sektor 

Testsieger wurden die Schokoladentafeln „Natur*pur Bio-Heumilch-Schokolade“ und „free from Bio-Vollmilch-Schokolade“ beide von Spar.

Schoko-Check 2017

In 17 getesteten Schokoladentafeln konnten Pestizide nachgewiesen werden – bis zu sieben verschiedene in einer Tafel. Die festgestellten Mengen in den Tafeln bergen jedoch keine direkten Gesundheitsrisiken für die KonsumentInnen. Einige der Chemikalien (wie z. B. Chlorpyrifos und Cypermethrin) sind allerdings hormonell wirksam und entfalten ihre Wirkung auch bei kleinsten Mengen.

Acht Eigenmarken-Schokoladentafeln konnten entweder aufgrund ihrer sozialen oder ökologischen Verträglichkeit positiv, also mit grün bewertet werden. Zwei der Schokoladentafeln wurden, aufgrund der fehlenden Zertifizierung und der prekären Umwelt- und Produktionsbedingungen im konventionellen Kakaoanbau, als sozial und ökologisch bedenklich eingestuft. Im Verlgeich zu letzem Jahr zeigt sich hier ein erster positiver Trend in die richtige Richtung: 2016 wurden noch sieben Schokotafeln als bedenklich eingestuft und ein Testsieger ermittelt. 

Wer sich, die Umwelt und die Menschen vor schädlichen Pestiziden schützen will, sollte zu Schokolade mit dem Bio-Siegel greifen. Um Kinderarbeit auszuschließen und ein faires Einkommen für Bäuerinnen und Bauern sicherzustellen, sollten Konsumentinnen und Konsumenten beim Kauf ihrer Schokolade auf das FAIRTRADE-Siegel achten. 

Zwei Millionen Kinder

Fast die Hälfte der weltweit produzierten Schokolade wird in Europa konsumiert. 8,5 kg Schokolade isst durchschnittlich jede/jeder ÖsterreicherIn pro Jahr. Der Großteil der Kakaobohnen (73 %) kommt wiederum aus Afrika. Laut einem Bericht der Tulane Universität arbeiten allein in der Elfenbeinküste und in Ghana mehr als zwei Millionen Kinder auf Kakaoplantagen. Das Schleppen von bis zu 50 kg schweren Säcken verursacht bei Kindern schwere Rückenschmerzen und mitunter Leistenbrüche. Die Verletzungsgefahr durch die gefährlichen Erntegeräte, wie Macheten ist besonders bei Kindern groß. Der massive Einsatz von Pestiziden lässt die Gesichter der Kinder aufquellen.

Bereits 2001 haben sich alle großen Schokolade-Unternehmen mit dem Harkin-Engel-Protokoll auf die Abschaffung der Kinderarbeit im Kakaoanbau geeinigt. Zwischen 2008 und 2014 ist jedoch die Anzahl der Kinder, die im Kakaoanbau tätig sind, weiter gestiegen. Die Frist für die Umsetzung des Harkin-Engel-Protokoll läuft 2020 endgültig aus. Die Unternehmen müssen jetzt handeln. Eine bessere Zukunft für zwei Millionen Kinder muss endlich Realität werden.

Die gesamten Ergebnisse des Schokoladentest finden Sie unten im Downloadbereich.

Stellungsnahmen zum Schokoladen-Check 2017 von den Unternehmen: