Plastic Planet – Die dunkle Seite der Kunststoffe

Plastic Planet - Das Buch zum Filmvon Gerhard Pretting & Werner Boote

2010 - Orange Press Verlag, Freiburg
ISBN: 978-3-936086-47-8

Das Buch schildert, basierend auf den Recherchen zum Dokumentarfilm Plastic Planet von Werner Boote, die Geschichte der Kunststoffe und die damit verbundenen Risiken für Mensch und Umwelt. Plastic Planet vermittelt einen Überblick über die Entstehung von Plastik, seiner vielseitigen Einsetzbarkeit und seiner damit verbundenen Beliebtheit. Viel mehr geht es jedoch um die immensen Gefahren und Umweltschäden die von Kunststoffen ausgehen und denen wir im Alltag nahezu unausweichlich ausgesetzt sind. Ein Beispiel hierfür ist die hormonell wirksame Industriechemikalie Bisphenol A. Zudem beschreiben die Autoren Gerhard Pretting und Werner Boote Änderungen in der Auswahl von Materialen und ein Umdenken der Menschen, hin zu umweltfreundlicheren Maßnahmen und einer Begrenzung der Schäden. Das Buch regt durch seine schonungslose Darstellung der Risiken, denen wir durch den Konsum von Plastikprodukten ausgesetzt sind, den Leser dazu an den jetzigen Umgang mit Plastik in Frage zu stellen und Alternativen in Betracht zu ziehen.

Baumwolle Weltweit

Buch: Baumwolle Weltweitvon Christina Kleineidam (Text) & Hans Peter Jost (Fotografie)

2009 - Lars Müller Publishers, Baden (Schweiz)
ISBN: 978-3-03778-200-2

Baumwollgewebe wurde schnell zum beliebten Ersatz für die Wollkleidung in der kompletten westlichen Welt. Bis heute erfreut es sich großer Beliebtheit und ist heute in jedem Textilgeschäft in Massen erhältlich. Doch nur etwa drei Prozent der weltweiten Baumwollproduktion findet mit modernen Technologien in Europa statt. China und Indien sind die wahren Großproduzenten der arbeitsintensiven Nutzpflanze und sorgen unter weitaus härteren Bedingungen dafür, dass das neue, hippe Sommerkleid pünktlich zum Verkauf bereitsteht. Das Buch „Baumwolle Weltweit“ vermittelt dem Leser mit eindrucksvollen Bildern und Texten diese zwei Welten der Baumwollproduktion. Erzählungen aus mehreren Regionen am indischen „Cotton Belt“, wo sich über 100.000 Bauern aufgrund von Missernten das Leben nahmen, sind nur ein Beispiel für die missliche Lage der Baumwollbauern. Ebenso erschütternd sind die Berichte aus Usbekistan, wo Kraftwerke am oberen Ende des Aralsees mit der Wassernutzung für Baumwollplantagen am unteren Ende des Sees konkurrieren. Was bleibt sind gravierende Umweltschäden, da große Teile des Wassers durch den Einsatz hoch aggressiver Schädlingsbekämpfer kontaminiert sind. „Wenn ihr keine Umweltschützer seid, könnt ihr kommen“, war ein Satz den die Autoren Christina Kleineidam und Hans Peter Jost im brasilianischen Regenwald zu hören bekamen. Trotz derartiger Hürden schaffen sie es dennoch ein eindrucksvolles Bild der Lebens und Arbeitsbedingungen in den Baumwolle produzierenden Ländern zu vermitteln. „Baumwolle weltweit“, ein Buch das zum Nachdenken anregt und uns einmal mehr bewusst macht, dass wir am privilegierten Ende einer Wertschöpfungskette stehen, die es uns ermöglicht ein T-Shirt um nur wenige Euro zu erwerben, während am anderen Ende Menschen mit Armut und Umweltverschmutzung kämpfen.

BIOlogisch

Biologisch Buchcovervon Christine Dobretsberger

2008 - Kneipp Verlag, Wien
ISBN: 978-3-7088-0438-5

Beim ersten Durchblättern ähnelt das Sachbuch einem Bildband. Die zahlreichen Fotografien von Peter Schweiger versinnbildlichen wie vielfältig Bio sein kann. Christine Dobretsberger, langjährige Kulturredakteurin der Wiener Zeitung, führt informativ in die biologische Landwirtschaft ein. Das Buch zeigt auf, dass Bio mehr ist, als nachhaltig zu wirtschaften und somit die Umwelt zu schonen. Es wird deutlich, dass die biologische Landwirtschaft keine primitive Anbauweise ist, sondern, dass es sich hierbei um ein komplexes Agrarsystem handelt. In der Folge wird insbesondere auf die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, die Auswahl von widerstandsfähigen Pflanzenarten, sowie die artgerechte Tierhaltung näher eingegangen. Die Autorin widmet sich weiters den häufigsten Gütesiegeln und Kontrollnummern, die auf Bio-Produkten angebracht sind. Das Buch entstand in Kooperation mit dem Biohof Adamah aus Glinzendorf und liefert ein ausführliches Portrait über den Hof und die Biokiste. Es wird jedoch nicht nur auf den Kooperationspartner eingegangen, sondern auch auf weitere Betriebe, die sich biologischen Produkten verschrieben haben. So wird über das Clemens Waldherrs Vollkornbäckerei, das Bioweingut Zillinger und einige andere Betriebe und deren Weg zum biologischen Lebensstil berichtet. Wer selbst Bio-Produkte anbauen will, kann in diesem Buch wertvolle Tipps finden. Bio bedeutet im „Rhythmus der Natur“ zu leben. Ein Aussaat- und ein Erntekalender, sowie Informationen über Küchenkräuter zeigen, dass eine saisonale Ernährung viel Abwechslung auf den Teller bringt. Wer nun Lust auf Bio bekommen hat, bekommt reichlich saisonal geordnete Rezepte. Rund ein Drittel dieses Buches ist mit Rezepten gefüllt. So findet sich hier alles, was gesund ist und schmeckt.

Energie Revolution - Effizienzsteigerung und erneuerbare Energien als neue globale Herausforderung

von Peter Hennicke & Susanne Bodach

2010 - Oekom Verlag, München
ISBN: 978-3-86581-205-6

Die Endlichkeit und Klimaunverträglichkeit der fossilen und nicht erneuerbaren Energieträger Öl, Kohle und Erdgas ist inzwischen weitgehend unbestritten. Immer wieder werden wir mit neuen Schreckensszenarien konfrontiert wie es mit unserer Welt als Folge dessen weitergeht: drohende Ressourcenkriege, Zerstörung ganzer Ökosysteme, extreme Wetterereignisse, Überschwemmungen, Landflucht usw. Auch Peter Hennicke und Susanne Bodach vom Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie gehen in ihrem Buch „Energie Revolution“ deutlich auf diese Risiken ein. Ein besonderes Augenmerk legen sie jedoch auf die Frage, was unserer derzeitiges Energiesystem für Entwicklungsländer bedeutet. Noch immer haben 1,6 Milliarden Menschen in Entwicklungsländern keinen Zugang zu Energie, während in Industrieländer Energie immer und zum Überfluss zur Verfügung steht. Die Verteilungsungerechtigkeit ist also offensichtlich. Ohne Strom gibt es aber weder eine ausreichende Gesundheitsversorgung noch genügend Bildungschancen für kommende Generationen, außerdem schränken fehlende Informations- und Kommunikationstechnologien die Erwerbsmöglichkeiten der Betroffenen stark ein. Dass Entwicklung ohne Energie unmöglich ist, steht außer Frage. Wird die Energieversorgung in Entwicklungs- und Schwellenländern, deren Nachfrage aufgrund von Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum massiv steigt, jedoch von Öl, Gas und Kohle abhängig gemacht, stellt dies keine Basis für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung dar. Schon heute geben viele Entwicklungsländer mehr für ihre Energieimporte aus als sie durch Exporte einnehmen und es wird zunehmend zu einem Verteilungskampf kommen. Somit zeigen die beiden Autoren, dass die fossilen Energieträger, nicht nur die natürlichen Lebensgrundlagen der Erde und unser Klima, sondern auch den Frieden in weiten Teilen der Welt, soziale Gerechtigkeit und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung gefährden. Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer stehen also vor einer enormen globalen Herausforderung, für die es gilt, gemeinsame, wenn auch unterschiedliche Verantwortlichkeiten zu übernehmen.

Baum für Baum - Jetzt retten wir Kinder die Welt

von Felix Finkbeiner

2010 - Oekom Verlag, München
ISBN: 978-3-68581-208-7

Alles begann mit einem Schulreferat über die Funktion und Wirkung des Treibhauseffekts, von dem, zu diesem Zeitpunkt gerade mal neunjährigen, Schüler Felix Finkbeiner. Der wollte sich nämlich nicht länger damit zufrieden geben, dass die Zukunft unserer Welt durch den immensen CO2-Ausstoß gefährdet wird. Angestoßen durch die Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai, die in vielen afrikanischen Ländern Bäume pflanzt um dem Treibhauseffekt entgegen zu wirken, fasste Felix den Entschluss, in jedem Land der Erde mindestens eine Millionen Bäume zu pflanzen. Und er blieb mit diesem Vorhaben nicht ungehört. Die Schülerinitiative „Plant–for–the–Planet“ wurde seit dem Jahr 2007 zu einer weltweiten Bewegung, die Schüler und Jugendliche weltweit vernetzt, mit dem Ziel, aktiv für unser Klima zu kämpfen und Bäume zu pflanzen. "Baum für Baum – Jetzt retten wir Kinder die Welt", ist das Buch zum Projekt und richtet sich speziell an weitere Kinder und Jugendliche, um die Initiative zu erweitern. Das Buch bietet Einblicke in das Thema Klimawandel und erklärt, auf leicht verständliche Weise, worum es bei diesem Problem geht und wie jeder Einzelne aktiv dagegen ankämpfen kann. Unter dem Motto „die große Pflanzparty“, wird das Projekt genau erklärt und zeigt anhand von Beispielen aus aller Welt, von Namibia bis nach Malaisien, was bisher erreicht wurde. Doch Felix und seine Freunde geben sich nicht nur mit diesem einen Projekt zufrieden. Unter dem Motto „Plant-for-the-Planet Akademien“, erhalten die Leser Anleitungen wie sie zum Klimabotschafter werden können und durch Diskussionen und Vorträge zu einer globalen Vernetzung beitragen können. Berichte von Schülern, die bereits als Klimabotschafter aktiv sind, werden im Buch beschrieben. Ein faszinierendes Projekt, welches für Jung und Alt lesenswert ist, eine konkrete Vision vermittelt und uns allen Mut macht!

Die unbequemen Wahrheiten der Ökologie

von Wolfgang Haber

2010 - Oekom Verlag, München
ISBN: 978-3-86581-217-9

Der Begriff der Nachhaltigkeit, stellt seit dem Erdgipfel im Jahr 1992 in Rio, eines der politischen Leitbilder der Zukunft dar. Die Wurzeln dieses Begriffs reichen jedoch bis in das 18. Jahrhundert zurück, als der sächsische Oberberghauptmann Carl von Carlowitz, sich für die geregelte und nachhaltige Nutzung der heimischen Wälder einsetzte und in seinem 1713 erschienenen Buch „Sylvicultura oeconomica“, erstmals das Wort „nachhaltend“ verwendete. Der bedeutende deutsche Ökologe Wolfgang Haber, knüpft in „Die unbequemen Wahrheiten der Ökologie“ an die Lehren von Carl von Carlowitz an. Haber hält, wie schon der Titel vermuten lässt, in diesem Band keine Lobreden auf seine Disziplin. Vielmehr setzt er sich kritisch mit dieser auseinander und gewährt dem Leser wertvolle Einblicke in die Grenzen und Hindernisse der Ökologie bei der Umsetzung von nachhaltiger Entwicklung. Haber macht deutlich, dass er mit seinen Ausführungen keinen Pessimismus erzeugen will. Vielmehr fordert er mehr Aufmerksamkeit für die human-ökologische Perspektive, sowie für die wahren Schlüsselprobleme des 21. Jahrhunderts, die für ihn vor allem im Bevölkerungswachstum und dem ungebremsten Anspruchsdenken des Menschen begründet sind. Ein lesenswerter Band, der einen nüchternen und aufschlussreichen Blick auf die ökologischen Fallen der Menschheit ermöglicht und zugleich einen alternativen Zugang zum Ansatz der nachhaltigen Entwicklung vermittelt.

Handbuch Bio-Gemüse - Sortenvielfalt für den eigenen Garten

von Andrea Heistinger / Arche Noah

2010 - loewenzahn Verlag, Innsbruck
ISBN: 978-3-7066-2459-6

Daran, wie vielfältig doch Gemüse sein kann, erinnert Andrea Heistinger in ihrem neuen „Handbuch Bio-Gemüse“. Über 100 Gemüsearten werden hierin anschaulich und interessant beschrieben. Die Autorin ist selbst leidenschaftliche Gärtnerin und bietet ihren LeserInnen alle wichtigen Informationen zur Pflanzengesundheit, Ernte und Nutzung. Über 600 Fotos und Graphiken lockern den Text auf und helfen den LeserInnen, sich ein Bild der unterschiedlichen Gemüsesorten zu machen. Das Handbuch entstand in Kooperation mit dem Verein „Arche Noah“, der sich für Arten- und Sortenvielfalt und die Erhaltung alter Kulturpflanzen einsetzt. Der Einleitungsteil beschreibt, wie man sich einen Gemüsegarten oder ein Gemüsebeet anlegt. Es werden zunächst allgemeine Tipps zur Aussaat und Pflanzung, zum Gießen und Pflegen, zu Werkzeugen, Bodenarten und der Bio-Düngung gegeben. Daraufhin folgt ein ausführlicher Kernteil, der sich jeder Gemüseart über mindestens vier Seiten widmet. Danach folgen Angaben über den biologischen Anbau, die Ernte, die Pflege und Hinweise zur Sortenvielfalt und -beschreibung. Richtig nützlich sind auch die Eigenerfahrungen und Tipps von den Arche Noah-GärtnerInnen. Die Autorin gibt zu vielen Sorten auch Rezeptvorschläge, wie beispielsweise gedörrte Yacon-Scheiben, Klettenwurzelchips mit Kürbiskernöl oder Blattmangold-Puffbohnen-Spinat. Name, Aussehen und Geschmacksbeschreibungen der Sorten sind interessant und überraschen oft. Es ist ein Buch für GartenfreundInnen, die sich einen eigenen Gemüsegarten anlegen oder den eigenen erweitern wollen. Es ist ebenfalls empfehlenswert für alle, die sich für leckere und wenig bekannte Gemüsesorten interessieren und diese wiederentdecken und bewahren wollen. Außerdem eignet es sich sowohl für GartenanfängerInnen, als auch für Profis. Ein hervorragendes Standardwerk, das Lust auf die Kultivierung eines Öko-Gemüsegartens macht.

Tiere essen

von Jonathan Safran Foer

2012 - Fischer Verlag
ISBN: 978-3-462-04044-9

Obwohl das Wissen um grausame, unhygienische und umweltbelastende Massentierhaltung sicher bei vielen KonsumentInnen im Hinterkopf gespeichert ist, werden solchen Einwänden beim Lebensmitteleinkauf oft keine Beachtung geschenkt. Das kollegiale Vergessen ist ein wesentlicher Ansatzpunkt Foers. Es geht ihm in vieler Hinsicht darum, KonsumentInnen die Folgen der Wahl ihres Lebens- und Ernährungsstils bewusst zu machen. Diese gehen nämlich weit über das Leiden der Schlacht- und Zuchttiere hinaus. Foer erinnert zum Beispiel daran, dass die Viehwirtschaft einer der Hauptgründe für den Klimawandel ist. Ein Drittel aller Landflächen unseres Planeten würden außerdem bereits für die Viehwirtschaft aufgewendet, mit einem nicht mehr zu bewältigendem Abfall- und Mistaufkommen. Und auch das so oft zitierte Soja aus dem Regenwald Amazonas ernähre weniger idealistische Veganer und Vegetarier, als das Schlachtvieh in Massentierhaltungsbetrieben. Ein weiterer bedeutender Nebeneffekt derzeitiger Formen der Fleischproduktion sei laut Foer auch die Zerstörung der lokalen Infrastruktur im ländlichen Raum. Denn auch wenn einige kleine Landwirtschaftsbetriebe weiterhin den großen Konzernen die Stirn bieten können, so wird es für sie immer schwieriger. So müssen Tiere, die zwar nach den Kriterien der biologischen Landwirtschaft gehalten wurden, tagelange Transporte ertragen, da der lokale Schlachthof zusperren musste. Tiere Essen beleuchtet auch allgemeine Praktiken der Massentierhaltung und deren Auswirkungen auf die Gesundheit von FleischkonsumentInnen. Um die grausamen und unhygienischen Bedingungen der große Betriebe zu „überleben“, müssen Masttiere regelmäßig mit Antibiotika gefüttert werden, die somit auch den Weg in unsere Nahrung finden. So sei Massentierhaltung zum Beispiel für die Mutation von Grippeviren und deren Übertragung und Ausbreitung auf den Menschen verantwortlich. Foer belässt es jedoch nicht bei abstrakten Zahlen und Fakten. Durch die detaillierte Schilderung wie Tiere geschlachtet, d.h. misshandelt und oft bei vollem Bewusstsein gehäutet und zerlegt werden, appelliert er bewusst an die Gefühle der Leser.

Die Essensfälscher - Was uns die Lebensmittelkonzerne auf die Teller lügen

von Thilo Bode

2010 - S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main
ISBN: 978-3-10-004308-5

In „Essensfälscher“ beschreibt Thilo Bode die systematische Täuschung und Irreführung der VerbraucherInnen durch die Lebensmittelindustrie. Statt sicheren Lebensmitteln gibt es „Fitness“-Produkte, die fett machen und für unsere Kinder „gesunde“ Zwischenmahlzeiten, die statt „locker und leicht“ zu sein, zum größten Teil aus Zucker bestehen. Bode stellt Werbestrategien und Verbrauchertäuschungen der Lebensmittelkonzerne vor und erklärt, warum wir uns nicht mehr auf Lebensmittel „aus der Region“ (diese werden nur dort hergestellt, stammen aber aus ganz Europa) oder „Bio“ (Apfel-Limonade besteht nicht aus Äpfeln, sondern nur aus Aromen) verlassen können. Er beschreibt die Diskrepanz zwischen Namen und Inhaltsstoffen bei vielen Produkten, deckt versteckte Preiserhöhungen durch veränderte Verpackungsgrößen auf und weist auf Schein-Qualität durch verbilligte Füll- und Ersatzstoffe hin. LeserInnen dieses Buches werden beim nächsten Besuch im Supermarkt aufmerksamer sein, vielleicht kann es auch ihre Essgewohnheiten ändern. Das Buch macht deutlich, dass es höchste Zeit für eine Auflösung der Lobby der Lebensmittelkonzerne ist. Es geht darum, sich gegen Irreführungen zu beschweren und auf die bestehenden Missstände aufmerksam zu machen.

Die Suppe lügt – die schöne, neue Welt des Essens

Buchcover Die Suppe lügtvon Hans-Ulrich Grimm

1997 - Knaur Verlag
ISBN: 978-3-426774021

In Zeiten von Imitat-Käse und Dioxon-Skandal ist Grimms Buch erschreckend aktuell. Wenngleich einige Zahlen und Fakten inzwischen etwas älter sind, hat sich in den letzten 15 Jahren viel zu wenig geändert. Aus diesem Grund ist es weiterhin nötig, Aufklärungs-Bücher zu schreiben. Der Journalist und Autor Hans-Ulrich Grimm beschreibt in seinem Buch anschaulich die Geschichte der Aroma-Entwicklung und die geheime Arbeit der großen Aroma-Firmen etwa in Holzminden oder New York. Die Geschmacksmanipulationen sind fast unsichtbar, Aromen benötigen nur unvorstellbar kleine Mengen chemischer Substanzen. Der Verbraucher bekommt nicht nur Obst- und Gemüse-Imitate, sondern auch Aromen fertiger Speisen, wie Hamburger- oder Pasta-Aroma. Auf dem Etikett stehende, „natürliche“ Aromen bezeichnen lediglich Aromen aus natürlichen Stoffen, wie zum Beispiel das aus Sägespänen gewonnene Erdbeer-Aroma. Früher diente das Räuchern von Fleisch dazu, es länger haltbar zu machen, heute, in Zeiten von Konservierungsstoffen, ist dies nicht mehr nötig. Da das Raucharoma jedoch so beliebt ist, wird das Fleisch mit Chemikalien „abgeduscht“, damit es rauchig schmeckt. Der Autor skizziert auch die Ohnmacht der staatlichen Kontrolleure. Die genauen Rezepturen, oder besser Aroma-Mixturen, sind nur sehr mühsam erkennbar. Dabei mögen die Aromen einzeln vielleicht relativ ungefährlich und getestet worden sein, zusammengemischt sind die Wirkungen jedoch unbekannt. Die Mischung der verschiedenen Chemikalien, die wir tagtäglich aufnehmen, kann in Verbindung mit Rückständen von Antibiotika, Pestiziden und Schwermetallen zu krebsauslösenden Erbgutschäden führen. Laut dem Autor leben wir im Zeitalter der „künstlichen Natürlichkeit“, in dem es Geheimcodes für Inhaltsstoffe gibt und es wichtiger ist, endlose Mengen an Essen zu sichern, als auf den Nährwert zu achten. Durch industriell gefertigte Lebensmittel treten selbst bei übergewichtigen Menschen Mangelerscheinungen auf. Wir essen einfach weiter, da wir durch sogenannte „Null-Nahrung“, wie Geschmacksverstärker, Emulgatoren und Aromen nicht satt werden. Grimm erhoffte sich schon damals durch das aufkommende Misstrauen der Verbraucher eine Wende - statt verdauungsförderndem und intelligenzschärfendem Fertig-Essen, natürliche und nachhaltige Produkte.

Die Gemeinwohl-Ökonomie

Gemeinwohl Ökonomie Buchcovervon Christian Felber

2010 - Piper Verlag
ISBN: 978-3-552-06291-7

2010 hat Christian Felber mit der „Gemeinwohlökonomie“ ein neues Wirtschaftsmodell veröffentlicht, das nachhaltig und ökologisch die derzeitigen Strukturen überdenkt. Die Gemeinwohl-Ökonomie, ein „Wirtschaftsmodell mit Zukunft“, lässt die Extreme Kapitalismus und Sozialismus hinter sich. Als ethische Marktwirtschaft beruht sie überwiegend auf privaten Unternehmen, doch diese streben nicht in Konkurrenz zueinander nach Finanzgewinn, sondern sie kooperieren mit dem Ziel des größtmöglichen Gemeinwohls.

Homöopathie – Warum und wie sie wirkt

von Sven Sommer

2011 - Mankau Verlag, Murnau a. Staffelsee
ISBN: 978-3-93839673

Sven Sommers Buch „Homöopathie – Warum und wie sie wirkt“ ist ein Streifzug quer durch die Geschichte der alternativen Behandlungsmöglichkeiten der Homöopathie und bietet vielfältige Einblicke in diese. Angefangen von der Geschichte der Alternativmedizin über moderne Erkenntnisse oder klinische Studien und den Zusammenhang zur Psychologie bis hin zu eigenen Anwendungstipps findet man auf viele Fragen eine Antwort. Grundlage der Homöopathie ist es, Selbsterhaltungs- und Selbstreparaturmechanismen im menschlichen Körper bis in die kleinste Zelle hinein zu optimieren und zu stärken. Bei der Behandlung mit homöopathischen Mitteln geht man davon aus, dass Substanzen, die bei einem gesunden Menschen bestimmte Krankheitssymptome hervorrufen, einen kranken Menschen mit denselben oder ähnlichen Symptomen heilen können. Diese Substanzen werden vor der Verabreichung sehr hoch verdünnt. In engem Zusammenhang steht die Homöopathie mit der Psychologie, denn die geistige Verfassung eines Kranken spielt hier eine entscheidende Rolle. Sommer führt an, dass die homöopathische Heilmethode im Gegensatz zur allgemeinen Schulmedizin keine Trennung von Körper und Geist vornimmt. Vielmehr geht man hier von einem Zusammenhang zwischen emotionalen Prozessen und Erkrankungen aus. Nach Hahnemann sei eine veränderte psychische Verfassung außerdem oft ein Hauptaugenmerk jeder Krankheitsgeschichte. In diesem Aspekt sieht der Autor, Sven Sommer, auch den entscheidenden Vorteil der Homöopathie – Homöopathen sind nicht nur gute Zuhörer. Im Gegensatz zu jenen Ärzten, die immer weniger Zeit für ihre Patienten haben, gehen Homöopathen auf ihre Patienten ein und stellen gezielte Fragen bezüglich ihrer psychischen Verfassung. Damit vereint die Homöopathie medizinische und psychotherapeutische Elemente und kann so als ganzheitliche Behandlung gesehen werden.

Das Lebende lebendiger werden lassen

von Hans-Peter Dürr

2011 - Oekom Verlag, München
ISBN: 978-3-865812698

Hans-Peter Dürr beschäftigt sich in diesem Werk mit Fragen zum gesellschaftlichen Wandel, Nachhaltigkeit und Frieden in unserer momentanen Welt. Erdöl und Atomkraft, die Pfeiler, auf denen die westliche Welt steht, wanken seit der Ölkrise im Golf von Mexiko und der Atomkatastrophe in Fukushima. Wir haben uns damit laut Dürr also eine Welt geschaffen, die uns jeden Tag ein Stück weit überfordert und entgleitet. Das aus der Quantentheorie resultierende revolutionäre neue Weltbild ist die Grundlage und gleichzeitig eine Chance für Veränderungen unseres Selbst- und Weltbildes. Dieses Weltbild stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Grund dafür ist, dass der Mensch nur in dieser Position die Natur zum eigenen Nutzen manipulieren kann. In jedem Augenblick wird die Welt jedoch neu geschaffen. Dieser „andauernde Schaffungsprozess bewirkt eine Verwandlung von Potentialität in Realität“, also in materiell-energetische Manifestation des Möglichen. Daher existiert laut Dürr gar keine Zukunft. Denn man kann nie die Natur in den Griff bekommen oder genau wissen, was unter vorgegebenen Umständen in Zukunft passieren wird. Leben auf unserer Erde konnte sich nur entwickeln, weil die Sonne dauernd Energie einstrahlte. Die Naturwissenschaft erst hat den Menschen die Möglichkeit gegeben, Naturprozesse für eigene Zwecke zu nutzen. Nachhaltigkeit ist hier ein wichtiger, oft aber fehlender Aspekt. Denn Nachhaltigkeit bedeutet Unterstützung der allgemeinen dynamischen Lebensprozesse, der Vitalität, Produktivität, Robustheit und Elastizität der Natur. Das Lebende, die Natur, lebendiger werden lassen. Das ist nach Dürr die Maxime der Nachhaltigkeit, nach der die Menschen individuell und politisch handeln sollten.

Wüste oder Paradies

von Sepp Holzer

2011 - Stocker Verlag
ISBN: 3702013245

Natur- und Umweltkatastrophen sind die Folgen von menschlichen Fehlern – in der Land- und Forstwirtschaft, im Wassermanagement, in Wissenschaft und Politik. Sepp Holzer, österreichischer Bergbauer, weltbekannter Experte für natürliche Landwirtschaft und „Agrar-Rebell“ weiß Lösungen. Seine Permakulturmethode hilft, den Wasserhaushalt zu regulieren, Landschaften zu heilen und globale Katastrophen abzuwenden. Sepp Holzer sieht den Menschen als die größte Naturkatastrophe überhaupt, weil ebendiese stets von ihm verursacht werden. Jeder Mensch sollte sich allerdings für sein Verhalten und Handeln verantworten, vor allem auch der Natur gegenüber. Stattdessen ist der Mensch der Feind der Natur geworden, hat sich abgekapselt und schadet ihr und sich selbst gleichermaßen. Die tatsächliche Kontrolle über die Natur ist dabei nur eine Illusion, das Risiko, dass der Mensch nämlich mit seinem Handeln eingeht, bleibt unverantwortbar. Durch die vielen chemischen Zusätze, synthetischen Pflanzenschutzmittel und genmanipulierte Saatgüter in unseren Lebensmitteln wird nicht nur unsere Widerstandsfähigkeit, sondern auch die von Pflanzen und Tieren und damit die der gesamten Umwelt, geschwächt. Den Schlüssel für eine Klimastabilität sieht Holzer im Wasser. Denn Wasserlandschaft gleicht große Hitze aus und bringt ein Gleichgewicht für das Klima. Eine ökonomische Gesamterneuerung könnte die Widerstandsfähigkeit wieder herstellen, die wir und unsere Umwelt so dringend brauchen, wiederherstellen. Zum Ziel führt dabei die Holzer`sche Methode.

SCHWARZBUCH GOLD

von Thomas Seifert und Brigitte Reisenberger

2011- Deuticke Verlag
ISBN: 3552061746

Immer mehr Menschen bezahlen die wachsende Gier nach Gold mit dem Leben. Über Jahre hat sich der Goldpreis kaum bewegt, doch nach dem Beinahe-Zusammenbruch des Weltfinanzsystems stieg die Nachfrage nach Goldbarren weltweit enorm und der Preis auf mehr als das Doppelte. Auf die Goldminen in aller Welt wirken sich der hohe Preis und die steigende Nachfrage massiv aus: Ausbeutung, Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen, Vertreibung und Gewalt sind die Folgen. Die Autoren wagen zielsichere Prognosen, haben mit Analysten und Experten gesprochen und sind in eindrucksvollen Reportagen von Rumänien über Ghana, Südafrika und Kambodscha bis nach Indien, China und Dubai all den brisanten Fragen rund um den neuen alten Mythos Gold nachgegangen.

Großstadtgemüse: Als Bauer in Brooklyn

Grossstadtgemüse Buchcovervon Manny Howard

2011 - Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin
ISBN: 978-3-471-35060-7

Die städtische Landwirtschaft liegt im Trend – in den Metropolen der Welt werden brachliegende Flächen bepflanzt, Gemeinschaftsgärten gegründet, das Gemüse für den Eigenverbrauch wird auf der Terrasse angebaut, wenn man eine hat. Da passt Manny Howards Selbstversuch gerade dazu – der freie Journalist aus New York, der gerne ungewöhnliche Geschichten schreibt, bekommt vom New York Magazine den Auftrag, Haus und Grund in Brooklyn in eine Farm umzuwandeln, die ihn einen Monat lang ausschließlich ernähren soll. “Großstadtgemüse” ist ein ehrlicher, stellenweise brutaler Bericht über ein ambitioniertes Projekt mit vielen Tiefen und einigen Höhen. Zum Nachmachen regt das Howardsche Modell, selbst mit gründlicherer Planung, nicht an – dafür ist es, wie er selbst am Ende des Buches anmerkt, zu unproduktiv und kostenintensiv in sowohl persönlicher als auch finanzieller Hinsicht. Aber es gibt dem Städter einen guten Einblick in die Komplexität und den Aufwand unserer Nahrungserzeugung, und die hohe Abhängigkeit des Erfolges von den Umweltverhältnissen. Und so wie Howard nach Ende seines Projektes ein paar Aspekte seiner Farm beibehält, kann sein Buch bestimmt den einen oder anderen dazu anregen, in seinem eigenen Rahmen urbane Landwirtschaft zu betreiben.

Wenn das Schlachten vorbei ist

Wenn das Schlachten vorbei ist Buchcovervon T.C. Boyle

2013 - dtv Verlagsgesellschaft
ISBN: 978-3-423142694

"Wenn das Schlachten vorbei ist" ist ein grandioser Roman über eine Umweltschützerin und einen Tierschützre der etwas anderen Art, den man am liebsten in einem durch lesen möchte – gleichzeitig aber freut man sich, dass es das Alltagsleben nun einmal erfordert, T.C. Boyle`s neuestes Werk in Etappen zu lesen. So hat man irgendwie mehr und vor allem länger was davon. Alma ist Biologin und passionierte Umweltschützerin. Sie sieht es als ihre Pflicht an, die Natur so zu erhalten, wie sie nun mal ist. Sie will das Ursprüngliche bewahren und vom Aussterben bedrohte Tiere schützen, auch wenn das bedeutet, sich anderer Lebewesen – invasiver Arten auf den vor Kalifornien gelegenen Santa-Barbara-Inseln – zu entledigen. Auch Dave ist Tierschützer, aber er rückt das Schicksal der zur Vernichtung frei gegebenen Tiere ins Zentrum. Vom Typ her ist Dave ein echter Kotzbrocken mit seiner riesigen Villa, dem pedant geschnittenen Rasen, dem schnellen Wagen und seiner großen Klappe. Aber es wäre kein Roman aus der Feder T.C. Boyle`s, wären die Charaktere so einfach geschnitzt. Alma ist die, die man gleich mag, aber in manchen Situationen einfach nicht versteht, z.B. wenn sie mit ihrem Prius ein Eichhörnchen überfährt, dann aber nicht weiß, wie sie dem zappelnden Wesen am Straßenrand helfen kann. Dave ist so überheblich, dass man ihn am liebsten an seinen Rastas packen möchte, um ihn kräftig zu schütteln. Aber dann fühlt man als LeserIn wieder mit ihm und sympathisiert sogar mit dem einen oder anderen seiner Vorhaben.

Die dritte Industrielle Revolution

Die dritte industrielle Revolution Buchcovervon Jeremy Rifkin

2011 - Campus Verlag, Frankfurt/New York
ISBN: 978-3-593394527

Der amerikanische Ökonom und Vordenker Jeremy Rifkin entwirft in seinem neuesten Buch die Vision von einer dritten Industriellen Revolution. Die Träger dieser dritten Industriellen Revolution sollen Millionen von Menschen weltweit sein, die in ihren Häusern Strom erzeugen und Überschüsse durch ein intelligentes Netz teilen. Der Grundstein seiner Idee ist der völlige Umstieg auf erneuerbare Energien und der damit verbundene Abbau von Hierarchien zwischen Erzeugern und Verbrauchern. Daraus ergeben sich weitere gesellschaftliche Transformationen, die uns auch in Wirtschaft und Bildungswesen gewaltige Chancen eröffnen werden. Zu Beginn weist Rifkin auf die problematischen Auswirkungen des Öl- und Kohlezeitalters hin. Nachdem 200 Jahre lang fossile Brennstoffe genutzt wurden, ist es an der Zeit für eine neue Denkweise. Rifkins Plan für eine grundlegende sozio-ökonomische Revolution basiert auf fünf Säulen. Die wichtigste davon ist der völlige Umstieg auf erneuerbare Energieformen wie Wind, Wasser und Solarenergie. Aus dem Umstieg auf erneuerbare Energien ergibt sich auch eine neue wirtschaftliche Struktur. Auch das Bildungswesen muss sich laut Rifkin an die Anforderungen der dritten Industriellen Revolution anpassen. Schulen und Universitäten sollen zu Ausbildungsstätten für die Arbeitskräfte des 21. Jahrhunderts werden. Rifkins Buch überzeugt nicht nur mit vielfältigen kreativen Ideen zum Thema Energiewende, sondern zeugt auch von seinen zahlreichen Bemühungen, SpitzenpolitikerInnen von der dringenden Notwendigkeit einer industriellen Transformation zu überzeugen. Es darf bezweifelt werden, ob Rifkins Utopie mit allen ihren wünschenswerten Auswirkungen auf Gesellschaft und Ökonomie in den nächsten Jahren bis ins letzte Detail umsetzbar sein wird. Trotzdem ist der Grundgedanke des Buches ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg aus der gegenwärtigen ökologischen Krise, hin zu einer nachhaltigen und gerechteren Wirtschaft.

Wir lassen sie verhungern

von Jean Ziegler

2012 - C. Bertelsmann Verlag
ISBN: 978-3-570-10126-I

Warum ist es trotz der enormen Reichtümer in der Welt bis heute nicht gelungen, den Hunger zu besiegen? „Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren“, wird Jean Ziegler nicht müde zu erinnern. Sehr viele seiner Bücher handeln vom Hunger, in seinem aktuellen fasst der UNO-Sonderberichterstatter seine Erfahrungen und Analysen zusammen und bringt seine Grundthesen auf den Punkt. Wer also ist verantwortlich für das massenhafte Sterben von Menschen an Unterernährung? Jean Ziegler kritisiert das kapitalistische Weltsystem, samt seiner fehlgeleiteten Institutionen wie IWF und Weltbank, und insbesondere globale Nahrungsmittelkonzerne scharf. Sie rauben den Bauern in den so genannten unterentwickelten Ländern bzw. Schwellenländern die Existenzgrundlage. Mittels Landraub eignen sich Großgrundbesitzer und multinationale Konzerne Agrarfläche an, etwa zum Anbau von Agro-Sprit oder für die Futtermittel-Industrie. Das für den Konsumwahn der industrialisierten Welt geraubte Land fehlt in den Ländern des Südens, so geschieht es, dass in Ostafrika Kinder einen grausamen Hungertod sterben, während ein Feld weiter Rohstoffe für die Gesättigten der nördlichen Hemisphäre angebaut werden. „Aber der Hunger ist kein Schicksal“, schreibt Jean Ziegler. „Er ist das Werk von Menschen und kann von Menschen besiegt werden.“

Urwald in Österreich. Die letzten wilden Waldparadiese

Urwald in Österreich Buchcovervon Matthias Schickhofer

2013 - Brandstätter Verlag
ISBN: 978-3-85033-679-0

Am liebsten möchte man sofort eintauchen in das satte Grün des Coverbildes, aber Urwälder sind doch so weit weg, oder? Weit gefehlt! Es gibt sie auch in Österreich, sogar ganz nah bei Wien findet man welche. Der Umweltschützer und Landschaftsfotograf Matthias Schickhofer, u.a. jahrelang Kommunikations- und Kampagnenleiter von Greenpeace, zeigt uns in stimmungsvollen Bildern die Schönheit der letzten Urwälder Österreichs. Einst war Österreich von einem grünen Meer aus Urwäldern bedeckt, der Mensch hat sie immer weiter zurückgedrängt, jedoch in versteckten Winkeln des Landes haben einige der ursprünglichen Wälder bis heute überlebt. Schickhofer hat sich mit seiner Kamera auf die Suche nach ihnen gemacht und präsentiert uns ein beeindruckendes Werk voller märchenhaft-verträumter Stimmungsbilder, die Lust aufs Wandern und Lungen-mit-frischer-Luft-auftanken machen. Naturliebhaber bekommen neben wunderschönen Fotografien zum Träumen auch praktische Ausflugstipps. Sehr zu empfehlen!

Ichkaufnix! Wie ich durch Shoppingdiät glücklich wurde

Die weite Reise meines Lieblingskleidsvon Nunu Kaller

2013 - Kiwi Verlag
ISBN: 978-3-46204-589-5

In meinem neuen Leben als konsumbewusstes Wesen stellte ich mir nun die Frage nach der Herkunft meines Lieblingskleids. Es war eine aufwändige Recherche, die mir schließlich die Augen öffnete. Die Reise meines Kleids begann in Indien. Dort wurde die Baumwolle, aus der es gefertigt ist, angebaut und geerntet. Die weichen weißen Büscheln reisten in einem Sack per Schiff in die Türkei und per LKW weiter in eine der vielen türkischen Stoffspinnereien. Dort wurden die Fasern zu dem flauschigweichen Stoff gewebt, der es mir so angetan hatte. Auf einem Stoffballen reiste das farblich neutrale Gewebe per Flugfracht weiter nach Fernost. Dort wurde es türkis eingefärbt. Weiter ging's dann nach Pakistan, wo das schicke Teil von flinken Frauenhänden in einer Textilfabrik zugeschnitten und genäht wurde. In einem riesigen Karton mit vielen gleichen Stücken flog mein geliebtes Kleid nun per Luftfracht in die USA zum Mutterhaus des großen Textilkonzerns. Dort wurde es mit dem Label versehen, bekam noch ein Etikett mit einem mehr als unvollständigen Hinweis über seine Herkunft und verbrachte schließlich mehrere Wochen lang als Schiffsfracht, bevor es endlich in Europa landete. Dort wurde es dann per LKW nach Spanien in jene Filiale gebracht, in der es mir schließlich ins Auge stach und mir den Wunsch suggerierte, es sofort meinem Kasten einzuverleiben. Und die Kilometer, die es in meinem Besitz von Spanien nach Österreich ansammelte, sind auch nicht unter den Tisch zu kehren. Nicht gerade wenige! Heute weiß ich, nicht nur Lebensmittel, auch unsere Kleidung sollte regional erzeugt sein. Am Produkt selbst ist nicht ersichtlich, welche Reise es hinter sich hat. Rückbesinnung auf Eigenproduktion und Kauf bei europäischen Labels, die nicht nur ökologische und faire, sondern auch regionale Produktion garantieren können.

Anständig essen

von Karen Duve

2010 - Galiani Berlin
ISBN: 978-3-86971-028-0

Konsumieren ohne dass Lebewesen dafür leiden müssen. Autorin Karen Duve beschließt, sich in einem Selbstversuch acht Monate lang bewusst und rücksichtsvoll zu ernähren. Ihre Erlebnisse hat sie im Buch "Anständig essen" festgehalten. as Buch gibt einen guten Einblick in die Motive, die Vegetarier, Veganer und Frutarier bewegen. LeserInnen wird bewusst gemacht, dass Tiere, Pflanzen und das Klima unter dem menschlichen Konsum leiden. Die wenigsten Produkte können mit völlig reinem Gewissen gegessen werden. Es gilt, ein Bewusstsein für dieses Leid zu entwickeln und Verhaltensweisen zu ändern, um die Situation ein wenig zu verbessern. Karen Duve zeigt, dass es möglich ist, auf Produkte zu verzichten, die Leid verursacht haben. Gleichzeitig macht sie den LeserInnen nichts vor. Eine Umstellung der Lebensweise ist schwierig.