Publikation, 23.11.2021

Schoko-Nikolaus-Check

Wir haben Schoko-Nikolos unter die Lupe genommen. Wie öko und wie fair sind sie produziert? Und was bedeuten die Gütesiegel auf den Nikolos tatsächlich?

Erneut fällt das Nikolaus-Fest mitten in den Corona-Lockdown. Vielen wird auch heuer der Nikolaus wohl nur in seiner süßen Variante einen Besuch abstatten. Damit das Nikolo-Fest auch sozial und ökologisch fair wird, hat GLOBAL 2000 gemeinsam mit Südwind die festliche Schokoware einem Nachhaltigkeitscheck unterzogen. Ein Ampelsystem informiert über die ökologische und soziale Qualität von 24 Schoko-Nikolos aus österreichischen Supermärkten.

Fünf öko-faire Sieger – EZA ist Musterschüler

Fünf Produkte erhielten heuer die doppelt-grüne Bestnote und sind sowohl Fairtrade- als auch Bio-zertifiziert. Im Vorjahr waren es noch vier. Sieben weitere überzeugten zumindest in einem der beiden Bereiche. 

Testsieger sind der „EZA Schoko-Nikolo Milch“, der in den Weltläden erhältlich ist, der „Spar Natur pur Bio-Nikolaus“ von Spar, der „Billa bio Schoko Nikolo“ von Billa sowie der „Heindl Weihnachtsmann“ von Mpreis und der „BIO Natura Schoko-Nikolo“ von Hofer. Sie alle tragen das Bio- und das Fairtrade-Gütesiegel und sind somit sowohl aus sozialer als auch aus ökologischer Sicht am verträglichsten. Besonders zu empfehlen der Schoko-Nikolaus von EZA Fairer Handel: Die Schoko-Figuren von EZA Fairer Handel sind nicht nur doppelt grün bewertet, sondern ermöglichen es den KonsumentInnen darüber hinaus auch, den Kakao und Rohrzucker bis zu den Ursprungskooperativen zurückzuverfolgen. Erhältlich sind sie in allen Weltläden und Geschäften des fairen Handels, die aktuell auch Onlinebestellungen inkl. Zustellung anbieten.

Die Testsieger 2021

Schoko-Nikolaus Check 2021 - Testsieger

  • EZA Schoko-Nikolo Milch (EZA)
  • Spar Natur pur Bio-Nikolaus (Spar)
  • Billa bio Schoko Nikolo (Billa) 
  • Heindl Weihnachtsmann (Mpreis)
  • BIO Natura Schoko-Nikolo (Hofer)

Teilweise fehlende Transparenz - Lieferkettengesetz gefordert

Uns freut es besonders, dass die Schoko-Nikolos der großen Handelsunternehmen mit Bestwertungen punkten. Öko-Faire Schokolade ist heute erfreulicherweise kein Nischenprodukt mehr, sondern fast flächendeckend erhältlich. Umso wichtiger ist es, dass die verbleibenden schwarzen Schafe der Schoko-Branche endlich aufholen. Denn schließlich will niemand bewusst Schokolade verschenken, die auf Kinderarbeit zurückgeht, Naturzerstörung befeuert oder gesundheitsgefährdende Pestizide enthält.

Südwind und GLOBAL 2000 fordern daher ein strenges Lieferkettengesetz, das Unternehmen zur Transparenz verpflichtet und bei Vergehen zur Verantwortung zieht.


Ein Drittel der Nikoläuse fällt durch

Obwohl sich die Angebotsvielfalt im Jahresvergleich um sechs Marken von 18 auf 24 vergrößert hat, fällt immer noch mehr als ein Drittel der getesteten Figuren durch. Von den zehn negativ bewerteten Nikolos führen sieben keine Siegel an und verweisen stattdessen auf unternehmenseigene Nachhaltigkeitsprogramme, drei bleiben gänzlich ohne Angaben. 

Schoko-Nikolaus Check 2021 - Alle Nikolos

Kinderarbeit in Kakaobranche keine Seltenheit

Trotz der breiten Verfügbarkeit von öko-fairen Produkten bleiben die Schokolade-Konzerne weiterhin Vieles schuldig. Schon vor 20 Jahren haben die Branchen-Größen versprochen, gegen Kinderarbeit im Kakaoanbau vorzugehen. Heute zeigt sich, dass diese freiwillige Selbstverpflichtung gescheitert ist. Alleine in den beiden wichtigsten Kakaoländern Elfenbeinküste und Ghana arbeiten immer noch etwa 1,5 Millionen Kinder unter besonders ausbeuterischen Bedingungen. Es braucht endlich strenge internationale Standards und klare gesetzliche Regeln gegen die Ausbeutung von Mensch und Natur.

Die ökologischen Folgen sind nicht minder problematisch. Die Abholzung von Regenwäldern – auch in Schutzgebieten – ist im konventionellen Kakaoanbau weit verbreitet. Bei Schoko-Produkten ohne Bio-Zertifizierung können umwelt- und gesundheitsschädliche Pestizide zum Einsatz kommen. Viele davon sind so gefährlich, dass ihr Gebrauch in Europa längst verboten ist. Für Menschen und Kinder, die in den Plantagen arbeiten oder in ihrer Nachbarschaft leben, kann das fatale gesundheitliche Folgen haben - in Spuren lassen sich diese Stoffe auch noch in der Schokolade nachweisen.

Nur unabhängige Siegel garantieren Schokolade ohne Gift & Kinderarbeit 

Unabhängige Gütesiegel mit strengen Standards sind eine wichtige Entscheidungshilfe für Konsumentinnen und Konsumenten. Bei den im Nikolocheck mit Doppelt-Grün bewerteten Produkten sind Kinderarbeit und der Einsatz von Umweltgiften ausgeschlossen und eine faire Bezahlung sowie unabhängige Überprüfung der Standards garantiert. Manche Unternehmen setzen dennoch lieber auf eigene Nachhaltigkeitsprogramme und verzichten auf unabhängige Siegel, wie etwa die Marken Lindt, Milka und Ferrero. Für Südwind und GLOBAL 2000 sind gut gemachte unternehmenseigene Nachhaltigkeits-Initiativen zwar begrüßenswert in ihrer tatsächlichen Wirkung aber oft schwer beurteilbar. Nur unabhängige Zertifizierungen bieten daher Sicherheit für die Konsumentinnen und Konsumenten. Daher werden diese im Nikolo-Check in den Vordergrund gestellt.