Strommast

 

Woher kommt der Strom in Österreich und wie wird er produziert? Wir haben genauer hingesehen und für Sie recherchiert. Unser Strom-Filz zeigt Ihnen, wie die Stromanbieter in Österreich untereinander "verbandelt" sind - und wo Atomstrom-Konzerne in Österreich ihre Finger im Spiel haben.

 

Stromherkunft 2015 in ÖsterreichIm Jahr 2016 wurden in Österreichen 94.248 GWh Strom verbraucht. Fast die Hälfte davon stammt aus Wasserkraft, aber etwa ein Drittel (28 %) wird aus dem Ausland importiert. 14,3 % des österreichischen Stroms kommt aus der Verbrennung fossiler Energieträger – bis weit in die 2020er-Jahre sollen nach Willen der Energieversorger Kohlekraftwerke in Österreich laufen, die klimaschädlichste Form der Stromerzeugung.

  GWh %
Wasserkraft 42.906 45,5
Fossile Wärmekraft 13.486 14,3
Windkraft/PV/Geothermie 10.466 11,1
Import 26.366 28
Sonstige 1.023 1,1
Verwendung gesamt 94.248 100

 

Alles öko oder was?

Strom aus erneuerbaren Energiequellen wird in Österreich in beachtlich großer Menge produziert und verkauft. Aber: Grünstrombezug fördert nicht automatisch die Energiewende. „Grünstrom“produkte, die einfach nur auf alter Wasserkraft oder auf dem Handel mit Stromnachweisen beruhen, bringen weder die Energiewende voran, noch leisten sie einen zusätzlichen Beitrag zum Klimaschutz. Der Wechsel zu einem Grünstrom-Anbieter bewirkt nur dann einen zusätzlichen Umweltnutzen, wenn dadurch neue regenerative Stromerzeugungsanlagen entstehen, die sonst nicht gebaut werden würden.

Österreichisches Umweltzeichen-Strom

Das Österreichische Umweltzeichen UZ46 „Grüner Strom“ lässt nur Stromhändler zu, die selbst weder Atomstrom noch Strom aus fossilen Quellen verkaufen oder mit diesem handeln. Das Umweltzeichen schreibt auch vor, dass mindesten 1 % der Strommenge aus Photovoltaik stammen muss und dass höchsten 79 % des Stroms aus Wasserkraft erzeugt werden darf. Umweltzeichen-Strom gewährleistet also eine Förderung der Energiewende – es kann aber auch an die Tochterfirmen von konventionellen Konzernen verliehen werden, die über diese Schiene den Strom teurer vermarkten, der aus neu gebauten Anlagen stammt: Viele Grünstrom-Anbieter sind Tochterfirmen von konventionellen Anbietern (oder „grüne“ Konzerne mit „Strom aus Wasserkraft“ haben Tochterfirmen, die konventionellen „Dreckstrom“ vertreiben): Die Grünstrom-Sparten dienen der Profitmaximierung der Stromkonzerne und führen StromkundInnen dann in die Irre, wenn diese glauben, dass sie mit ihrem Strombezug zum Ausbau von erneuerbaren Energieträgern beitragen – der Profit aber an den konventionellen Konzern abgeliefert wird.

Der Stromfilz Österreich Dezember 2016
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Grünstrom ist also nicht gleich Grünstrom

Wir empfehlen daher nur Stromanbieter, die

  • nur Strom aus erneuerbaren Quellen anbieten (und 100 % ihrer Nachweise aus Österreich stammen)
  • keine direkten oder indirekten Tochterunternehmen von „konventionellen“ Anbietern sind und nicht mit fossilen Energieträgern handeln
  • und die einen Beitrag zur Energiewende leisten, sei es durch den Ausbau von neuen erneuerbaren Anlagen oder durch die Revitalisierung von alten Anlagen.

Das sind in Österreich

sowie einzelne kleine Anbieter, die wir mangels Übersichtlichkeit nicht in den Strom-Filz mit aufnehmen können.

Lückenlose Kennzeichnung seit 2015

2012 wurde auf Druck von GLOBAL 2000 und Greenpeace eine lückenlose Kennzeichnung der Stromherkunft per Gesetz – das gesetzliche Ende von „Strom unbekannter Herkunft“ oder „Graustrom“ per 2015 – und eine Selbstverpflichtung der Energieversorger beschlossen, keinen Atomstrom zu importieren – ein Meilenstein, an dem wir lange gearbeitet haben. Darüber hinaus fordern wir die österreichische Bundesregierung auf, sich für eine zügige und strikte Umsetzung einer nach obigen Kriterien wahrheitsgemäßen und vollständigen Stromkennzeichnung auf EU-Ebene einzusetzen.