11.06.2024

Protestaktion am Kaunertal-Staudamm: Stopp Naturzerstörung im Platzertal

Große Beamer-Protestaktion zum 100. TIWAG-Geburtstag am Gepatsch-Staudamm im Kaunertal! Gemeinsam mit dem WWF fordern wir den Stopp des Kraftwerksausbaus Kaunertal und den Schutz der Ötztaler Alpen.

Was ist los im Platzertal?

Der Tiroler Energiekonzern TIWAG möchte das Platzertal für einen Speichersee fluten, um ein riesiges Pumpspeicherkraftwerk zu bauen. Dabei handelt es sich um keine harmlose Erweiterung.

Das geplante Vorhaben sieht vor, das bestehende Kraftwerk auszubauen. Es soll zu einer Kraftwerkskette mit drei weiteren Kraftwerken am Inn werden. Dazu gehört auch ein Pumpspeicher. Hierfür soll im Platzertal ein Staudamm in der Höhe des Stephansdom errichtet werden. Das wäre das Ende für die unberührte Natur und könnte im Ötztal für Wasserknappheit sorgen!

In unserem Factsheet zeigen wir außerdem auf, wie die TIWAG weiterhin an dem Geschäft mit schmutziger Energie festhält. Die TIGAS, die im Haupteigentum der TIWAG steht, investiert immer noch in den Gasnetz-Ausbau. Seit 2016 wurden 10 neue Gemeinden durch das Gasnetz der TIGAS erschlossen. Darunter befindet sich mit dem Ötztal und den Gemeinden Längenfeld und Sölden ausgerechnet jenes Gebiet, dessen Wasserversorgung die TIWAG durch ihr Ausbauprojekt Kraftwerk Kaunertal gefährdet.

Um die Ötztaler Alpen und Flüsse zu schützen, haben wir gemeinsam mit dem WWF Österreich eine E-Mail-Aktion an den Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle gestartet. Bereits mehr als 7000 Menschen setzen sich gegen den Kraftwerksausbau Kaunertal ein!

Protestaktion gegen Naturzerstörung

Ein rund 40 Meter großer Schriftzug „Stopp Ausbau Kraftwerk Kaunertal“ wird via Beamer an den Staudamm des Kaunertal Gepasch-Speichers projiziert. Damit sprechen wir gemeinsam mit dem WWF Österreich anlässlich des 100. Geburtstags der TIWAG eine Warnung vor der drohenden Naturzerstörung im Platzertal aus.

Viktoria von GLOBAL 2000 und Maximilian vom WWF Oesterreich stehen vor der Projektion auf der Staumauer am Gepatsch-Speicher im Kaunertal.

Dass die Tiwag rund um Vorstand Alexander Speckle immer noch an diesem veralteten Prestigeprojekt festhält, ist unverständlich. Darum machen wir mit dieser Beamer-Aktion am Gepatsch-Speicher auf die Gefahr weiterer sinnloser Naturzerstörung im bisher unberührten Platzertal aufmerksam. Tirols Landeshauptmann Anton Mattle muss jetzt den gesamten Kaunertal-Ausbau stoppen und auf Alternativen setzen, die ohne neue Naturzerstörung auskommen und eine naturverträgliche Energiewende vorantreiben.

Maximilian Frey vom WWF und Viktoria Auer von GLOBAL 2000

Stärken Sie unserem wichtigen Protest gegen den Kraftwerksbau den Rücken!

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Platzertal bleibt!

Naturfreundliche Alternativen möglich

Eine Grundanforderung an die Naturverträglichkeit von Pumpspeichern ist, so wenig Natur wie möglich zu zerstören. So sollen Pumpspeicherkapazitäten nur mehr dort zugebaut werden, wo bereits zwei Speicherseen vorhanden sind.

Eine neue Studie, beauftragt vom WWF Österreich und durchgeführt vom Tiroler Energieexperten Jürgen Neubarth, zeigt eine naturverträgliche Standortalternative zum geplanten Pumpspeicher im Platzertal. Demnach kann die TIWAG im Kühtai die Kraftwerkskette Sellrain-Silz aufrüsten, um so die im Platzertal geplanten Pumpspeicherkapazitäten ohne die Flutung unberührter Hochtäler zu schaffen.

Foto von Maximilian Frey (Gewaesserschutzexperte beim WWF Oesterreich)

Mit dem eindeutigen Ergebnis der Volksbefragung in Sölden gegen die Wasserableitungen aus dem Ötztal, müssen diese Pläne nun endgültig vom Tisch sein. Auch wenn die Tiwag diese im Projektteil 2 ankündigt, wird sie damit bei der Ötztaler Bevölkerung nicht durchkommen. Landeshauptmann Mattle bleibt jetzt nur noch eine Option: Er muss das gesamte Kaunertal-Projekt stoppen, bevor es sich zu einem Milliardengrab und Fiasko aufschaukelt. Zumal es für den Pumpspeicher im Platzertal günstigere und naturschonende Alternativen gibt, die sich auch die Tiroler Bevölkerung wünschen.

Maximilian Frey, Gewässerschutzexperte vom WWF Österreich

Neue Umfrage zeigt Kaunertal-Absage

Dass auch die Tiroler Bevölkerung eine naturverträgliche Alternative befürwortet, zeigt eine repräsentative Market-Umfrageexternal link, opens in a new tab im Auftrag vom WWF Österreich. Mehr als 70 % sprechen sich für einen Stopp des Kaunertal-Projekts aus, wenn man den geplanten Pumpspeicher auch an einem anderen Standort ohne zusätzliche Naturzerstörung realisieren kann.

Viktoria Auer

Die Tiwag feiert ihren 100. Geburtstag, wird aber kein Stück moderner. Mit unserer Beameraktion beim Gepatsch-Speicher setzen wir heute ein Zeichen und fordern ein Ende dieser veralteten Energiepolitik. Nun sollte die Tiwag ihren Blick nach vorne werfen und nicht an veralteten Plänen festhalten – davon hängt die Zukunft der Tiroler Energiepolitik ab. Daher muss auch Landeshauptmann Anton Mattle Weitsicht zeigen und die Umsetzung einer naturverträglichen Energiewende endlich in die Hand nehmen.

Viktoria Auer, Klima- und Energieexpertin von GLOBAL 2000

Online-Aktion zum Schutz der Alpen

Im Oktober 2024 endet die Einreichfrist für die Unterlagen zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) des Mega-Projekts. Hat diese gestartet, kann schwer eingegriffen werden. Deswegen zählt jetzt jede Stimme!

Gemeinsam mit dem WWF Österreich appellieren wir an den Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle:

  1. Stoppen Sie den Ausbau des Kaunertal Kraftwerks und setzen Sie naturverträgliche Alternativen um!
  2. Schützen Sie das einzigartige Platzertal und die Ötztaler Flüsse!
  3. Fordern Sie eine neue naturverträgliche Energiestrategie der TIWAG!

100 Jahre Naturzerstörung sind genug! Stellen Sie sich hinter unsere Forderungen und nehmen Sie jetzt an unserer Online-Aktion teil!