Der Strom-Filz in Österreich

Woher kommt der Strom in Österreich und wie wird er produziert? Wir haben genauer hingesehen und für Sie recherchiert. Unser Strom-Filz zeigt Ihnen, wie die Stromanbieter in Österreich untereinander "verbandelt" sind - und wo Atomstrom-Konzerne in Österreich ihre Finger im Spiel haben.

Stromherkunft 2019 in Österreich

Im Jahr 2019 wurden in Österreich 99.507 GWh Strom verbraucht. Fast die Hälfte davon stammt aus Wasserkraft, aber etwa ein Viertel (26 %) wird aus dem Ausland importiert. 15,5 % des österreichischen Stroms kommt aus der Verbrennung fossiler Energieträger. Ein erster Erfolg: Im Jahr 2020 wurde das letzte Stück Kohle für die Energieerzeugung in Österreich verbrannt!

  GWh %
Wasserkraft 44.187 44,4
Fossile Wärmekraft 15.431 15,5
Windkraft/PV/Geothermie 12.767 12,8
Import 26.047 26,2
Sonstige 1.035 1,0
Verwendung gesamt 99.507 100,0

Quelle: E-Control

Alles öko oder was?

Strom aus erneuerbaren Energiequellen wird in Österreich in beachtlich großer Menge produziert und verkauft. Aber: Grünstrombezug fördert nicht automatisch die Energiewende. „Grünstrom“produkte, die einfach nur auf alter Wasserkraft oder auf dem Handel mit Stromnachweisen beruhen, bringen weder die Energiewende voran, noch leisten sie einen zusätzlichen Beitrag zum Klimaschutz. Der Wechsel zu einem Grünstrom-Anbieter bewirkt nur dann einen zusätzlichen Umweltnutzen, wenn dadurch neue regenerative Stromerzeugungsanlagen entstehen, die sonst nicht gebaut werden würden.

Österreichisches Umweltzeichen-Strom

Das Österreichische Umweltzeichen UZ46 „Grüner Strom“ lässt nur Stromhändler zu, die selbst weder Atomstrom noch Strom aus fossilen Quellen verkaufen oder mit diesem handeln. Das Umweltzeichen schreibt auch vor, dass mindestens 1 % der Strommenge aus Photovoltaik stammen muss und dass höchstens 79 % des Stroms aus Wasserkraft erzeugt werden dürfen. Umweltzeichen-Strom gewährleistet also eine Förderung der Energiewende – es kann aber auch an die Tochterfirmen von konventionellen Konzernen verliehen werden, die über diese Schiene den Strom teurer vermarkten, der aus neu gebauten Anlagen stammt: Viele Grünstrom-Anbieter sind Tochterfirmen von konventionellen Anbietern (oder „grüne“ Konzerne mit „Strom aus Wasserkraft“ haben Tochterfirmen, die konventionellen „Dreckstrom“ vertreiben): Die Grünstrom-Sparten dienen der Profitmaximierung der Stromkonzerne und führen StromkundInnen dann in die Irre, wenn diese glauben, dass sie mit ihrem Strombezug zum Ausbau von erneuerbaren Energieträgern beitragen – der Profit aber an den konventionellen Konzern abgeliefert wird.

Der Stromfilz Österreich Dezember 2016
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Stromanbieter-Check 2018

Unser Stromanbieter-Vergleich gibt Hilfe bei der Suche nach sauberem Grünstrom, der auch einen Beitrag zur Energiewende und zum Umweltschutz leistet – und natürlich nicht „verfilzt“ ist mit Atomkraft- oder Kohlekraftwerks-Betreibern.

Grünstrom ist also nicht gleich Grünstrom

Wir empfehlen daher nur Stromanbieter, die

  • nur Strom aus erneuerbaren Quellen anbieten (und 100 % ihrer Nachweise aus Österreich stammen)
  • keine direkten oder indirekten Tochterunternehmen von „konventionellen“ Anbietern sind und nicht mit fossilen Energieträgern handeln
  • und die einen Beitrag zur Energiewende leisten, sei es durch den naturverträglichen Ausbau von neuen erneuerbaren Anlagen oder durch die Revitalisierung von alten Anlagen.

Das sind in Österreich

sowie einzelne kleine Anbieter, die wir mangels Übersichtlichkeit nicht in den Strom-Filz mit aufnehmen können.

2020 haben wir uns österreichische Stromanbieter genauer angesehen, die Ergebnisse können Sie in unserem GLOBAL 2000 Stromanbieter-Check nachlesen.

Lückenlose Kennzeichnung seit 2015

2012 wurde auf Druck von GLOBAL 2000 und Greenpeace eine lückenlose Kennzeichnung der Stromherkunft per Gesetz – das gesetzliche Ende von „Strom unbekannter Herkunft“ oder „Graustrom“ per 2015 – und eine Selbstverpflichtung der Energieversorger beschlossen, keinen Atomstrom zu importieren – ein Meilenstein, an dem wir lange gearbeitet haben. Darüber hinaus fordern wir die österreichische Bundesregierung auf, sich für eine zügige und strikte Umsetzung einer nach obigen Kriterien wahrheitsgemäßen und vollständigen Stromkennzeichnung auf EU-Ebene einzusetzen.