Rohstoffwende - Wie machen wir Österreich durch eine neue Rohstoffstrategie fit für die Zukunft?

Impulsvorträge und Podiumsdiskussionen zum Lebenszyklus mineralischer Rohstoffe.

Wann?: 
Mittwoch, 4. März 2020 - 13:30
Wo?: 
Albert Schweitzer Haus
Schwarzspanierstraße 13
1090 Wien
Österreich

Weltweit nimmt der Hunger nach Rohstoffen zu und die Ressourcenextraktion steigt daher weiterhin an. Doch die Folgen dieser Entwicklungen sind zum Teil verheerend. Im Jänner 2019 brach der Damm eines Bergbaukonzernes, die dadurch ausgelöste Schlammlawine riss 272 Menschen im brasilianischen Brumadinho in den Tod. Die Verarbeitung von Rohstoffen findet oft unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen statt.

Event: Rohstoffwende

Doch nicht nur der Rohstoffabbau, sondern auch der Widerstand dagegen wächst. Immer mehr Menschen begehren auf und nehmen die ökologischen und sozialen Konsequenzen nicht tatenlos hin. So auch in Kolumbien, wo ein Jugendkollektiv ein Goldbergbauprojekt verhinderte. Gemeinsam mit unseren internationalen Referenten werfen wir einen Blick auf die Folgen unseres Rohstoffverbrauchs.

Dieses Jahr wird die österreichische Rohstoffstrategie überarbeitet. Welche Anforderungen muss eine neue integrierte Rohstoffstrategie aus einer nachhaltigen Perspektive erfüllen? Welche Maßnahmen braucht es, um eine verantwortungsvolle Lieferkette zu garantieren und Menschenrechtsverletzungen sowie Umweltschäden im Zuge des Rohstoffabbaus und der Verarbeitung zu verhindern? Wie fördern wir eine echte Kreislaufwirtschaft? Darüber und über viele weitere spannende Fragen werden unsere ExpertInnen interaktiv mit dem Publikum diskutieren.

Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung:

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SpeakerInnen:

  • Au Lap Hang arbeitet für LESN (Labour Education and Service Network), einer in Hongkong ansässigen NGO, die in China aktiv ist und sich dem Themenkomplex migrantischer Arbeit, Gewerkschaften und Arbeitsrecht widmet. Er hat direkte Erfahrungen im Bereich des Lithium-Abbaus und der Verarbeitung von mineralischen Rohstoffen im Elektronik-Sektor.
     
  • Yefferson Rojas Arango ist Mitbegründer des kolumbianischen Jugendkollektivs COSAJUCA, das Widerstand gegen das La Colosa-Bergbauprojekt in der Gemeinde Cajamarca leistete. Rund zehn Jahre nach seiner Gründung konnte das Jugendkollektiv COSAJUCA im Jahr 2017 einen großen Erfolg feiern: Im Zuge einer Konsultation sprach sich eine überwiegende Mehrheit der EinwohnerInnen der Gemeinde gegen das Bergbauprojekt aus.
     
  • Dom Vicente de Paula Ferreira, Weihbischof der Erzdiözese Belo Horizonte, Brasilien. Der Dammbruch der Eisenerzmine in Brumadinho tötete 272 Menschen und zerstörte ganze Landstriche. Dom Vicente setzt sich für die Betroffenen ein.
     
  • Karin Küblböck ist Ökonomin im Bereich Weltwirtschaft und Entwicklung der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE), mit Schwerpunkt internationale Ressourcenpolitik, sowie Lektorin am Institut für Internationale Entwicklung der Universität Wien.

Ablauf:

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  • 13:30 Begrüßung
    Lena Steger, GLOBAL 2000
     
  • 13:45 Die Ressourcenpolitik Österreichs und globale Auswirkungen
    Karin Küblböck, Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE)
     
  • Die Folgen unseres Rohstoffhungers

    14:00 Schlamm drüber? - Das Bergwerksdesaster von Brumadinho (Brasilien) und wie eine ganze Region wieder versucht auf die Beine zu kommen
    Dom Vincente de Paula Ferreira, Weihbischof der Erzdiözese Belo Horizonte in Brasilien

    14:20 Warum schweigen nicht Gold ist: Der Widerstand gegen die Goldmine La Colosa in Kolumbien
    Yefferson Rojas Arango, COSAJUCA

    14:40 Fish Bowl mit Kommentar von DKA

    15:10 Kaffeepause

    15:30 China: Die unmenschliche Werkstatt unseres digitalen Lebens
    Au Lap Hang, Labour Education and Service Network (LESN)

    15:50 Fish Bowl mit Kommentar von Südwind und RepaNet
     

  • 16:30 Podiumsgespräch: Welche politischen Schritte braucht es für nachhaltige Rohstoffpolitik?

    Herbert Wasserbauer, Dreikönigsaktion - Hilfswerk der Katholischen Jungschar

    Robert Holnsteiner, Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, Abteilung Mineralstoffpolitik

    Christian Mlinar, Forum Rohstoffe, Umwelttechnik Bernegger GmbH

    Elisabeth Smith, Demontage- und Recycling Zentrum (DRZ) in Wien

    Markus Susnik, Wirtschaftskammer Österreich
     

  • Abschließend: Gemütlicher Ausklang mit Getränken

VeranstalterInnen:

Die Veranstaltung wird von der Arbeitsgemeinschaft Rohstoffe organisiert. Die AG Rohstoffe ist ein Bündnis österreichischer NGOs mit dem Ziel, negative Auswirkungen des Abbaus mineralischer Rohstoffe etwa für IT- und Hochtechnologie-Produkte durch deren Herstellung, Nutzung und Entsorgung zu verringern sowie gleichzeitig positive Ansätze eines nachhaltigeren Umgangs mit diesen Materialien politisch und gesellschaftlich voranzutreiben. Konkret heißt dies, nationale, europäische und internationale Rohstoffpolitik mitzugestalten und zu einem bewussteren gesellschaftlichen Umgang mit mineralischen Rohstoffen beizutragen. Die AG Rohstoffe wird von Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, GLOBAL 2000, dem Jane Goodall Institut – Austria, Finance & Trade Watch, Südwind, dem Netzwerk Soziale Verantwortung (NeSoVe), weltumspannend arbeiten und RepaNet, dem österreichischen Re-Use- und Reparaturnetzwerk gebildet. Wissenschaftlich begleitet wird das Bündnis durch die Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE).

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