Appell der Wirtschaft für Klimaschutz und Energiewende

254 Unternehmen fordern die zukünftige Bundesregierung zur naturverträglichen Energiewende auf. Die Politik muss ein effektives Solarförderprogramm bereitstellen und so Sonnenstrom fördern.

In Österreich sind nach wie vor nur zwei Prozent des Potenzials für Sonnenstrom erschlossen. Daher fordern wir von GLOBAL 2000 gemeinsam mit dem WWF Österreich und 256 heimischen Unternehmen ein klares politisches Rahmenwerk zum konsequenten Ausbau von Photovoltaik. Unser Sechs-Punkte-Sofortplan umfasst:

  • Wegfall der Eigenverbrauchssteuer für Sonnenstrom
  • Aus für die Deckelung der Sonnenstrom-Förderung
  • Abbau unnötiger Bürokratie bei der Errichtung von Photovoltaik-Anlagen
  • mehr Unterstützung und Beratung
  • bessere Möglichkeiten für eine regionale Vermarktung von Sonnenstrom 
  • naturverträgliche Energiewende – mit Photovoltaik auf Dächern und nicht auf Naturschutzflächen

Nur so kann das Ziel von 100 Prozent naturverträglichem, erneuerbaren Strom bis 2030 erreicht werden.

Die Klimakrise ist längst in unserem Alltag angekommen, hier ist Gefahr im Verzug! Längeres zuwarten wäre verantwortungslos. Die Politik muss daher dringend ihre Anstrengungen erhöhen, um das fossile Zeitalter zu beenden und die Klimaziele doch noch zu erreichen. Dieser Umstieg ist nur dann möglich, wenn auch alle verfügbaren Energiesparmöglichkeiten ausgeschöpft und erneuerbare Energien effizient und naturverträglich gefördert werden. Speziell beim Ausbau von Sonnenstrom bleiben enorme Potenziale seit Jahren ungenutzt. Damit Privatpersonen und Unternehmen den Solarausbau mit Investitionen vorantreiben können, braucht es deutliche Verbesserungen der politischen Rahmenbedingungen. Die Dringlichkeit dieses Themas zeigt sich nicht zuletzt durch die breite Unterstützung von 254 Unternehmen mit einem gemeinsamen Jahresumsatz von zirka 50 Milliarden Euro und 160.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. 

Damit wir das Ziel 100 Prozent Ökostrom bis 2030 erreichen können, braucht es eine Verzehnfachung der Stromproduktion aus Sonnenenergie. Das in der Klimastrategie #Mission2030 vorgesehene 100.000 Dächer-Programm braucht es dafür jedes Jahr. Doch davon sind wir weit entfernt. Wir brauchen einen neuen Startschuss für den Ausbau von Sonnenenergie in Österreich! In der letzten Nationalratssitzung muss ein Sofortpaket geschnürt werden und mindestens 36 Millionen Euro an Zusatzbudget für dringend notwendige Investitionen freigemacht werden. Die nächste Regierung muss mit einem neuen Energiegesetz die Deckelung bei der Förderung von Sonnenstrom generell aufheben und es allen Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, Strom aus einer Gemeinschaftsanlage innerhalb der Gemeinde direkt zu beziehen. Weg mit den Bremsklötzen! Lassen wir in Österreich die Sonne scheinen – und profitieren wir alle davon durch regional erzeugte, saubere Energie.

Anreize für die Wirtschaft

Unternehmen brauchen Gründe, um jetzt in Photovoltaik zu investieren – und nicht erst in zehn Jahren. In der Vergangenheit wurden viel zu oft leere Versprechungen gemacht und ein großer gesetzlicher Wurf stets nur in Aussicht gestellt – jetzt droht sogar ein Einbruch des Marktes wegen politischer Untätigkeit. Wenig überraschend wurde dann auch seitens der Wirtschaft mit Investitionen zugewartet. Für eine Wende braucht es klare Signale der Regierung und wirksame Incentives, um die benötigten Investitionen in Photovoltaik auszulösen. Ein Beispiel dafür wäre, dass alle die in den nächsten fünf Jahren investieren, die Möglichkeit einer beschleunigten Abschreibung der Anlagen bekommen. Auch ganz wichtig ist eine photovoltaikfreundliche Netzverordnung, die es Unternehmen ermöglicht, angrenzenden anderen Unternehmen den Strom günstig zu verkaufen. Wird dies nicht beachtet, wird es den erwünschten erneuerbaren Boom nicht geben.

Appell der Wirtschaft Logos

Gesucht: Zukunftsweisende Energie- und Klimapolitik

Bereits Anfang 2017 hatten über 190 Unternehmen von der österreichischen Bundesregierung mehr Klarheit und Tempo beim Klimaschutz verlangt. Die Reaktionen waren vielversprechend. Die Erarbeitung einer Energie- und Klimastrategie wurde auch begonnen, aber nach dem Auseinanderfallen der Regierungskoalition nicht mehr abgeschlossen. Damit stand Österreich wieder ohne wirksame Energie- und Klimastrategie da. Auch im Wahlkampf waren Energiewende und Klimaschutz kaum Thema.

Im November 2017 wurde der Appell der Wirtschaft für Energiewende und Klimaschutz von den Umweltschutzorganisationen WWF und GLOBAL 2000 in die Koalitionsverhandlungen eingebracht. 242 österreichische Unternehmen fordern darin ein engagiertes Zupacken der Bundesregierung auf dem Weg hin zur Umsetzung der Energiewende. Lesen Sie hier den Appell-Brief der Unternehmen an die Bundesregierung. Bis Anfang 2018 haben sich weitere Unternehmen der Aktion angeschlossen – 318 Unternehmen aus ganz Österreich unterstützen den Appell für Energiewende und Klimaschutz. Weitere Informationen zum Appell der Wirtschaft 2018 finden Sie hier Factsheet als Download

Auch jetzt appellieren Unternehmen an die Bundesregierung: „Wir sind bereit unsere Investitionen entsprechend auszurichten. Dafür brauchen wir aber auch klare Leitplanken der Politik. Bitte stellen sie sicher, dass die wesentlichen Schritte zügig und konsequent umgesetzt werden. Nützen wir diese Chance und zeigen wir, dass in Österreich die Umsetzung der Energiewende gelingen wird!“

Weitere Informationen zum Klimaschutzappell 2019 bietet das Factsheet: 

Appell der Wirtschaft zur Solarinitiative

 

Eine gemeinsamte Initiative von GLOBAL 2000 und dem WWF Österreich

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