Warum ist die Suchmaschine grüner als andere? GLOBAL 2000 hat sich bei der "grünen" Suchmaschine Ecosia umgehört und mit Jana Kroll gesprochen.

 

GLOBAL 2000: Ecosia - die grüne Suchmaschine, könnten Sie kurz erklären, was das bedeutet?

Kroll: Die Ecosia-Suche ist grün, weil mindestens 80 Prozent der Einnahmen in den Regenwaldschutz gehen. Außerdem sorgen wir für den CO2-Ausgleich der Suchanfragen selbst.

GLOBAL 2000: Wie schützen Sie und somit auch Ihre User den Regenwald?

Kroll: Ecosia unterstützt die Arbeit des WWF im Amazonas. Konkret fließt das Geld in den Erhalt des Tumucumaque-Nationalparks im Nordosten Brasiliens. Was dort konkret gemacht wird, erfahrt ihr bald regelmäßig auf der Seite.

GLOBAL 2000: Welche Bilanz ziehen Sie nach einem Jahr Ecosia?

Kroll: Eine positive - wir freuen uns, dass viele Menschen weltweit mit Ecosia suchen. Dementsprechend hoch war auch der Beitrag zum Regenwaldschutz im ersten Jahr. Mittlerweile sind schon mehr als 175.000 Euro an den WWF geflossen. Es geht also weiter. Wir haben viel vor!

GLOBAL 2000: Welche Änderungen wurden vorgenommen und warum?

Kroll: Ecosia hat sich quasi zum ersten Geburtstag ein neues Gesicht zugelegt und wirkt jetzt frischer und professioneller. Außerdem haben wir die Suchfunktionen erweitert. Es gibt jetzt die Bilder-, Video- und Maps-Suche bei Ecosia. Kleine Ergänzungen und Veränderungen, wie beispielweise die Darstellung der Bildersuche, sind aufgrund von Hinweisen unsere Nutzer umgesetzt worden. Die großen Suchmaschinen optimieren ihre Usability ständig – so schauen auch wir, was wir an neuen Funktionen einbauen können. Ecosia unterstützt seit dem Relaunch auch ein neues Regenwaldprojekt des WWF. Wir werden jetzt regelmäßig über Neuigkeiten aus dem Park berichten können. Die erscheinen dann auf unserem Blog – der übrigens auch neu ist.

GLOBAL 2000: Wie funktionieren die neuen EcoLinks?

Kroll: Die EcoLinks machen sozusagen aus normalen Suchergebnisssen Werbelinks und generieren damit zusätzliches Geld für den Regenwald. Das ganze funktioniert für Produkte und auch für ganze Onlineshops. Klickt man auf den EcoLink und kauft dann im Shop ein, so zahlt der Verkäufer eine Provision an Ecosia.

GLOBAL 2000: Skeptiker bemängeln beispielsweise, dass die Server Ihrer Partner, wie etwa Bing und Yahoo nicht mit Ökostrom laufen. Warum können Sie sie nicht davon überzeugen, ebenfalls ökologisch zu arbeiten?

Kroll: Nun, das darf man sich nicht zu einfach vorstellen. Beides sind riesige Konzerne, die nicht mit jedem Kleinkunden ihre Strategiepläne absprechen. Das heißt, entweder wächst das Interesse daran in der breiten Masse oder Ecosia muss größer werden.

GLOBAL 2000: Auch die Transparenz wurde oft bemängelt (zum Beispiel war es nicht auf den ersten Blick zu verstehen, dass man nur mit "Sponsored Links" - also Werbelink - Regenwald schützt und nicht mit jeder Suchanfrage). Was hat sich auf diesem Gebiet geändert?

Kroll: Wir kommunizieren das jetzt klarer. Es war nie geplant, irgendetwas zu verheimlichen. Wir hatten im ersten Jahr einfach oft nicht die Ressourcen, um alles ganz genau zu machen. Trotzdem müssen wir natürlich aufpassen, was wir auf unsere Website schreiben.

GLOBAL 2000: Überzeugen Sie Zweifler mit drei Argumenten, zu Ecosia zu wechseln!

Kroll: Bing & Yahoo haben keinen Ökostrom: Stimmt! Deswegen der Co2-Ausgleich. Ist sicher nur die zweitbeste Lösung – aber es ist eine. Zum Thema Transparenz: Schaut euch die Bilanzen und Spendenbelege auf unserer Website an und zeigt mir ein Unternehmen, das seine kompletten Bilanzen offenlegt. Zum Thema „Bringt das was?“: Die Summe macht´s. Auch wenn du selbst selten Werbung klickst, kommt am Ende doch eine riesige Summe zusammen und du bist ein Teil davon. Regenwaldschutz ist enorm wichtig für unser Klima! Also, warum nicht? Nennt drei Argumente die dagegen sprechen!

(von Henriette Werner)