Eine neue Studie untersucht, wer in Zukunft die Energiequellen für die Energiewende in Europa zur Verfügung stellen wird. Die erstaunliche Antwort: Bis zum Jahr 2050 könnten 45 Prozent des Strombedarfs in Europa von Energieanlagen stammen, die die BürgerInnen selbst betreiben.

Grafik: 45% Bürgerenergie bis 2050

EnergiebürgerIn werden

Mehr als die Hälfte der EU-BürgerInnen würde dann zu EnergieproduzentInnen werden. In Österreich könnten sieben von neun BürgerInnen zu „EnergiebürgerInnen“ werden und rund 37 TWh an Elektrizität produzieren. Das entspricht weit mehr als der Hälfte des derzeitigen Inlandsstromverbrauchs von 61 TWh. Gekoppelt mit dezentralen Speichersystemen werden EU-BürgerInnen dann auch mithelfen, Schwankungen im Energienetz auszugleichen.

Grafik: 7 von 9 BürgerInnen können 37 TWh Elektrizität produzieren

Die Ergebnisse machen das gewaltige Potenzial erst bewusst, das auf den Dächern unserer Gebäude und in Beteiligungsmodellen mit lokalen Initiativen steckt. Umgekehrt kann die Energiewende ohne die Bürgerinnen und Bürger nicht auskommen. Auch in Österreich ist die Bundesregierung nun gefordert, dieses Potenzial zu erkennen, Hürden für kleine Akteure zu beseitigen und lokale Initiativen zu stärken. Bürgerbeteiligung muss jetzt ein Leitgedanke für die Diskussion um eine Reform des Ökostromgesetzes und die kommende Energie- und Klimastrategie werden.

Die Studie von CE Delft (2016) The Potential of Citizen Energy in the European Union finden Sie hier im Downloadbereich.