Neuigkeit, 10.12.2019

Klimaschutz-Index: Österreich nur auf Platz 38

Die hohen Treibhausgasemissionen lassen Österreich auf Platz 38 von 57 untersuchten Staaten abrutschen - wir liegen damit hinter Indien und China.

Heute wurde der Internationale Klimaschutzindex (Climate Change Performance Index) von Germanwatch vorgestellt, in dem 57 Staaten auf ihre Fortschritte beim Klimaschutz untersucht wurden. Die ersten drei Plätze bleiben wie jedes Jahr frei, weil kein Land ausreichend für den Klimaschutz unternimmt. Auf Platz 4 rangiert Schweden, weil es sich ehrgeizige Ziele setzt und die CO2-Emissionen erfolgreich reduziert hat, gefolgt von Dänemark und Marokko. Indien rückt auf Rang 9 vor, weil es niedrige Pro-Kopf-Emissionen aufweist und stärker als geplant in erneuerbare Energien investiert. Es liegt vor Österreich, das dieses Jahr weiter um zwei Plätze auf Rang 38 zurückfällt. Damit rangiert man nur noch im hinteren Mittelfeld und sogar weit hinter China, das mit starken Investitionen in erneuerbare Energien und einer Regulierung der Industrieemissionen punkten konnte und sich auf den 30. Platz hochschraubt. Auf den letzten Plätzen liegen Saudi Arabien (60) und die USA (61).

Klimaschutz-Index 2019

Ziele in Österreich zu schwach

Der Klimaschutzindex stellt der österreichischen Klimapolitik ein vernichtendes Zeugnis aus. Zur schlechten Bewertung führte vor allem der anhaltend hohe Treibhausgasausstoß in Österreich, der fehlende Reduktionstrend und die mangelnde Bereitschaft der Politik, etwas dagegen zu unternehmen. Kritisiert wird aber auch der zu hohe Energieverbrauch und die zu schwachen Klimaziele. Positiv vermerkt wird der im internationalen Vergleich hohe Anteil erneuerbarer Energie in Österreich. Aber auch in diesem Bereich hagelt es heftige Kritik: Wegen zu geringem Ausbau und dem zu hohen Energieverbrauch steigt der Anteil erneuerbarer Energie in Österreich nicht mehr an.

Das schlechte Abschneiden ist beschämend. Es fehlen konkrete Maßnahmen, die Finanzierung und Ambition beim Klimaschutz in Österreich. Für die Verantwortlichen bleibt Klimaschutz nur allzuoft ein leeres Wort. Österreich kann zu den Top-Performern aufsteigen, wenn wir ein Gesamtpaket schnüren, eine öko-soziale Steuerreform umsetzen und den Weg zur Investition von mindestens einer Klimaschutzmilliarde pro Jahr unter anderem für öffentlichen Verkehr, erneuerbare Energien und thermische Sanierung frei machen. So können wir uns unabhängig von fossilen Energieimporten machen und zu den Top-Klimaschutzländern aufsteigen.

Viele Staaten zeigen, wie man gleichzeitig Emissionen reduzieren und wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Österreich sollte zu diesem Klub der Vorreiter gehören und nicht bei den Bummlern in der letzten Reihe abhängen. Als nächsten Schritt braucht es dafür einen umfassenden Klimafahrplan, der zeigt, wie wir unsere Klimaziele erreichen werden. Der Entwurf der Bundesregierung benötigt dafür eine fundamentale Überarbeitung. In dem aktuellen, desaströsen Zustand darf er jedenfalls nicht an die Europäische Kommission geschickt werden.

Der Climate Change Performance-Index (CCPI) wird jedes Jahr bei der Klimakonferenz vorgestellt und untersucht Fortschritte in den vier Kategorien Treibhausgase (Gewichtung 40 %), Erneuerbare Energien (Gewichtung 20 %), Energieverbrauch (Gewichtung 20 %) und Klimapolitik (Gewichtung 20 %). Die Fortschritte werden daran gemessen, inwieweit sie ausreichend dafür sind, das Pariser Klimaziel zu erreichen, die globale Erwärmung auf "deutlich unter 2 °C" zu halten.

Hier geht's zum Climate Change Performance-Index sowie zur Austria Scorecard
Den gesamten Bericht auf deutsch finden Sie hier: Klimaschutz-Index: Die wichtigsten Ergebnisse