Waldbrand-Gefahr in Österreich: So viele Waldbrände gab's noch nie

Mehr Hitze, mehr Trockenheit - mehr Waldbrände: Durch den Klimawandel steigt das Waldbrandrisiko in Österreich immer mehr an. In den aktuellen Zahlen wird deutlich: Seit Beginn der Aufzeichnungen haben Österreichs Wälder noch nie so oft gebrannt: bereits 370 Waldbrände Mitte August brechen einen traurigen Rekord.

Die Hitzewellen dieses Sommers haben ihre Spuren hinterlassen: In vielen Regionen Europas bleibt der Regen aus, und die Trockenperioden werden immer länger. Böden trocknen aus, Bäche und Flüsse führen weniger Wasser, und die Gefahr von Trockenheit und Dürre steigt. Besonders unsere Wälder geraten dadurch unter Druck. Der Wassermangel schwächt die Bäume und macht die Wälder anfälliger für Waldbrände.

Im Durchschnitt gibt es in Österreich etwa 200 Waldbrände pro Jahr

Meist handelt es sich um kleinflächige Ereignisse. Zu den größten Bränden der vergangenen Jahre zählen jene am Truppenübungsplatz Allentsteig im Jahr 2022 mit rund 440 Hektar sowie im Kärntner Lesachtal im Jahr 2026 mit etwa 110 Hektar betroffener Fläche.

Auffällig ist die jüngste Entwicklung:

Die fünf größten seit 1985 dokumentierten Waldbrand-Ereignisse in Österreich ereigneten sich allesamt zwischen 2021 und 2026.

Waldbrand mit Flammen und Rauch zwischen hohen Bäumen

canva

2026: Bereits Mitte August 370 Waldbrände

Das besonders trockene und warme Jahr 2026 entwickelt sich zu einem außergewöhnlichen Waldbrandjahr. Bis zum 18. August wurden bereits 370 Waldbrände registriert. Damit gab es von Jänner bis August 2026 rund 90 Prozent mehr Waldbrand-Ereignisse als im gesamten Jahr 2025. Das Jahr 2026 zeichnet sich damit als erster deutlicher Ausreißer ab.

Balkendiagramm zeigt jährliche Anzahl von Waldbränden in Österreich von 2002 bis 2026 mit steigendem Trend und Spitzenwert 370 im Jahr 2026

Institut für Waldbau, BOKU Wien, 2026

Besonders betroffen sind niederschlagsarme Regionen mit einem hohen Anteil an Föhren- und Fichtenbeständen.

Waldbrände gefährden Natur, Trinkwasser und Luftqualität

Waldbrände schädigen die Natur auf vielfältige Weise:

  • Erosionsgefahr: Nach einem Brand kann der Boden weniger Feuchtigkeit aufnehmen. Kommt es zu Regen, wird die Humusschicht leichter weggeschwemmt, Nährstoffe gehen verloren und die Erosionsgefahr steigt.
  • Risiko für Lawinen und Muren: Wenn alpine Schutzwälder gefährdet sind, erhöht sich das Risiko für Lawinen und Murenabgänge.
  • Schutzwirkung für Trinkwasser geschwächt: Waldbrände können die Schutz- und Filterfunktion der Wälder für unser Trinkwasser schwächen.
  • Chemikalien: Zusätzlich können Chemikalien, die bei Löscheinsätzen im Löschwasser enthalten sind, in den Boden und den Wasserkreislauf gelangen.
  • Feinstaub- und Kohlenmonoxid-Emissionen: Rauch und Luftschadstoffe können über weite Entfernungen transportiert werden. So waren z. B. Luftschadstoffe aus den großflächigen Waldbränden in Kanada im Jahr 2025 sogar in Österreich messbar. Beim Brand im Kärntner Lesachtal 2026 wurden in der Umgebung erhöhte Feinstaubwerte gemessen.

Was verursacht Waldbrände?

Der Großteil der Waldbrände in Österreich wird durch den Menschen verursacht. Durch achtsames Verhalten ließen sich daher viele Brände verhindern. Eine weitere wichtige Ursache sind Blitzschläge, insbesondere während trockener Sommermonate.

Gleichzeitig sorgt die Klimakrise dafür, dass die Bedingungen für Waldbrände immer günstiger werden. Hitzewellen, lange Trockenperioden und ausbleibender Regen trocknen Böden, Pflanzen und abgestorbenes Holz aus. Schon ein kleiner Funke kann ausreichen, um einen Brand auszulösen.

Grundsätzlich gelten naturnahe Wälder als widerstandsfähiger gegenüber den Folgen der Klimakrise. Mischwälder mit unterschiedlichen Baumarten kommen mit Hitze, Trockenheit und anderen Stressfaktoren oft besser zurecht als Nadelwaldmonokulturen. Der Umbau solcher Monokulturen hin zu naturnahen Mischwäldern zählt daher zu den wichtigsten Maßnahmen der Klimawandelanpassung und kann dazu beitragen, Wälder langfristig widerstandsfähiger gegen Trockenheit und Waldbrände zu machen.

Was dagegen tun?

Die steigende Zahl an Waldbränden macht deutlich: Österreich muss sich besser auf die Folgen der Klimakrise vorbereiten und gleichzeitig ihre Ursachen bekämpfen. Dafür braucht es die richtigen politischen Entscheidungen und ausreichende Investitionen in Klimaschutz und Klimaanpassung. Fordern Sie jetzt mit uns Hitzeschutz - für Mensch, Natur und gesunde österreichische Wälder!

Quellen

Austrian Panel on Climate Change, APCC (2025): Zweiter Sachstandsbericht zum Klimawandel, AAR 2

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BMLUK: Waldbrandexternal link, opens in a new tab

Umweltbundesamt: Fragen und Antworten zu Waldbränden in Österreich

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Umweltbundesamtexternal link, opens in a new tab FAQ Waldbrände