Spielzeug im Schadstoff-Test 2026

Wie sicher sind Spielzeuge für Kinder? Kinder kommen täglich intensiv mit Spielzeug in Kontakt und nehmen es z. B. in den ersten Lebensjahren häufig in den Mund. Umso wichtiger ist, dass das Spielzeug frei von gefährlichen Schadstoffen ist. Wir haben 19 Produkte auf Chemikalien wie PFAS, Phthalate, Schwermetalle und Borsäure überprüft.

Cover des neuen GLOBAL 2000 Tests „Kinderspielzeug im Test“ mit Spielzeugfiguren und Text „Welche Schadstoffe stecken in unserem Kinderspielzeug? Der AskREACH-Test 2026 verrät es!“

GLOBAL 2000

GLOBAL 2000 und die Arbeiterkammer Oberösterreich haben im Rahmen des Projekts AskREACH 2.0 insgesamt 19 Spielzeuge aus dem stationären Handel und dem Onlinehandel untersuchen lassen. Im Fokus standen besonders besorgniserregende Chemikalien, sogenannte SVHC-Stoffe (Substances of Very High Concern), die nach der europäischen REACH-Verordnung als problematisch für Mensch und Umwelt gelten.

Welche Schadstoffe können in Spielzeug vorkommen?

Die Stichproben wurden auf eine Vielzahl problematischer Chemikalien untersucht. Dazu gehörten unter anderm PFAS, Phtahalate, Schwermetalle, Flammschutzmittel, Chlorparaffine, Borsäure und UV-Stabilisatoren.

Viele dieser Stoffe stehen mit schwerwiegenden Gesundheitsrisiken in Verbindung. Einige können hormonell wirken, andere gelten als fortpflanzungsschädlich oder stehen im Verdacht, Krebs zu verursachen.

Kinder gelten als besonders schutzbedürftige Gruppe, weil sich ihr Körper noch entwickelt und sie Schadstoffe im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht oft stärker aufnehmen als Erwachsene.

Die gute Nachricht: Nur ein Produkt überschreitet Grenzwert

Das Ergebnis fällt insgesamt erfreulich aus: Unsere Stichproben zeigen, dass europäische Schutzmechanismen greifen. Nur bei einem Produkt wurde ein Schadstoffgehalt festgestellt, der den geltenden Grenzwert der REACH Verordnung überschreitet. Erfahren Sie mehr: Zu den getesteten Produkten

Frühere Tests zeigen: Kontrolle wirkt

Frühere Untersuchungen der Arbeiterkammer haben wiederholt Sicherheitsprobleme bei Spielzeug aufgedeckt – von gefährlichen Chemikalien und fehlenden Zulassungen bis hin zu Erstickungsgefahren, besonders bei günstigen Online-Produkten.

Regelmäßige unabhängige Kontrollen sind daher entscheidend, um Risiken aufzudecken und den Schutz von Kindern zu verbessern. 

Porträt Karolina Hötzeneder

“Wir haben bewusst Gegenstände getestet, mit denen Kinder viel Hautkontakt haben oder die sie vielleicht sogar in den Mund nehmen. Das Ergebnis ist erfreulich. Strenge Regeln und Kontrollen führen zu weniger Gift in unseren Kinderzimmern."

Karolina Hötzeneder, GLOBAL 2000-Projektverantwortliche

Die schlechte Nachricht: Mangelnde Auskunftsbereitschaft der Hersteller und Händler

Verschiedene bunte Spielzeuge, darunter ein blaues Plüschkätzchen mit Sternen, ein aufblasbares Planschbecken mit Pinguinmotiv, ein rosa hüpfendes Tier auf einer Verpackung mit der Aufschrift 'JUMPING ANIMAL' und mehrere kleine Spielzeugbehälter und -flaschen

GLOBAL 2000 / Leo Daublebsky

Getestete Spielzeuge im Test von GLOBAL 2000 und der AK OÖ

Konsument:innen haben gemäß der Europäischen Chemikalienverordnung das Recht vom Hersteller oder Händler eines Produktes zu erfahren, ob solche besonders besorgniserregenden Substanzen enthalten sind. Hersteller:innen und Händler:innen sind generell dazu verpflichtet, diese Informationen an Konsument:innen weiterzugeben, wenn SVHCs einen Grenzwert überschreiten. Wir haben geprüft, wie Unternehmen auf Konsumenten Anfragen reagieren.

Das Ergebnis fällt gemischt aus:

  • Nur auf 35 % der Anfragen mit der Auskunfts-App Scan4Chem erhielten wir Antworten.
  • Nur ein Unternehmen beantwortete die Anfrage konkret für das betroffene Produkt.
  • Das aufgrund der Überschreitung zur Auskunft verpflichtete Unternehmen beantwortete die Anfrage nicht.
  • Die übrigen Antworten bezogen sich allgemein auf das Sortiment oder die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und lieferten nur eingeschränkt Informationen zum jeweiligen Spielzeug.

Gesetzliche Standards in Gefahr

Spielzeuge im Test: Kind sitzt auf einem Teppich und hält bunte Bausteine in den Händen

unsplash

Die aktuellen Daten des Safety-Gate-Berichts 2025 der Europäischen Kommission verdeutlichen, dass chemische Risiken bei Spielzeug weiterhin ein relevantes Verbraucherschutzthema in Europa sind. Neben der REACH Verordnung spielt die im November 2025 von der EU bestätigte Spielzeugverordnung eine wichtige Rolle, die Sicherheitsanforderungen für Spielzeug zu verschärfen. Ihre Umsetzung darf nicht infrage gestellt werden.

Dass die Spielzeugverordnung in Gefahr sein könnte, zeigen die jüngsten Entwicklungen:

Wir erleben im Moment, dass auf EU-Ebene im Bereich der Chemikaliensicherheit, wie zum Beispiel bei Kosmetika und Pestiziden, angestrebt wird, Sicherheitsstandards im Namen der Wettbewerbsfähigkeit aufzuweichen. Sollte das passieren, gäbe es zum Beispiel vereinfachte Zulassungsverfahren für diese gefährlichen Substanzen. Das kann wiederum massive Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben. 

Die österreichische Regierung ist jetzt gefordert, entsprechenden Aufweichungen entschieden entgegenzutreten, bestehende Regulierungen durchzusetzen und Unternehmen bei der Auskunftspflicht in die Verantwortung zu nehmen. 

7 Tipps für Ihren sicheren Spielzeugkauf

  1. Vermeiden Sie Billigprodukte aus dem Online-Handel – hier ist das Risiko für Schadstoffbelastungen oft höher.
  2. Bevorzugen Sie Spielzeug aus unbehandelten Naturmaterialien wie Holz, Naturkautschuk oder Bio-Baumwolle.
  3. Achten Sie auf Zertifizierungen wie GOTS oder das GS-Zeichen.
  4. Kaufen Sie kein Spielzeug mit starkem chemischem Geruch.
  5. Seien Sie bei Schleim, Knete und ähnlichen Produkten besonders vorsichtig.
  6. Lassen Sie Kinder nach dem Spielen gründlich die Hände waschen.
  7. Prüfen Sie Produkte mit der Scan4Chem-App auf besonders besorgniserregende Stoffe (SVHCs). Erhalten Sie keine ausreichende Auskunft, unterstützt GLOBAL 2000 unter scan4chem@global2000.at.

Häufige Fragen zu Schadstoffen in Spielzeug (FAQ)

Einige in Spielzeug nachgewiesene Schadstoffe können gesundheitlich problematisch sein. Dazu gehören Stoffe, die hormonell wirken können, die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder langfristig das Krebsrisiko erhöhen. Besonders empfindlich reagieren Säuglinge und Kleinkinder, da ihr Körper sich noch in der Entwicklung befindet und sie Spielzeug häufig in den Mund nehmen.

 

Im Spielzeugtest 2026 zeigten sich Auffälligkeiten ausschließlich bei sogenannten Spielzeug-Schleimen (Slime). Andere getestete Produkte aus dem stationären und Onlinehandel waren insgesamt unauffällig und wiesen keine relevanten Belastungen mit den untersuchten Stoffen auf.

SVHC steht für „Substances of Very High Concern“ (besonders besorgniserregende Stoffe). Diese Chemikalien sind im Rahmen der europäischen REACH-Verordnung als potenziell besonders gefährlich eingestuft, etwa wegen ihrer krebserregenden, fortpflanzungsschädigenden oder umweltbelastenden Eigenschaften. Unternehmen müssen über solche Stoffe in Produkten informieren, wenn sie bestimmte Grenzwerte überschreiten.

 

Verbraucher:innen können die kostenlose Scan4Chem-App im Rahmen des AskREACH-Projekts nutzen. Damit lassen sich Produkte scannen und Hersteller direkt nach enthaltenen SVHC-Stoffen fragen. So erhalten Eltern und Käufer:innen mehr Transparenz über mögliche Schadstoffe in Spielzeug.