Nacktschnecke

Schneckenarten gibt es viele, nicht alle sind jedoch gleich schädlich. In unseren Breiten trifft man am häufigsten die braunrote Spanische Wegschnecke. Ein äußerst gefräßiges Exemplar, das fast alle Pflanzen frisst und sehr robust ist. Was also tun dagegen?

Finger weg vom Schneckenkorn

Pünktlich zu Frühjahrsbeginn decken sich HobbygärtnerInnen in Diskontern und Gartencentern mit Bergen von Schneckenkorn ein. Keine gute Idee, denn die im Schneckenkorn enthaltenen Gifte gehören wohl zu den übelsten Pestiziden überhaupt.

Das hochgiftige Methiocarb ist in Mesurol von Bayer enthalten. Es ist ein starkes Nervengift, das nicht nur für uns Menschen, sondern auch für Haustiere und Regenwürmer, Igel, Spitzmäuse, Bienen und andere Nutzinsekten hochgefährlich ist. Auch Metaldehyd, das in zahlreichen weiteren Schneckenmitteln enthalten ist, ist problematisch. Laut österreichischem Pflanzenschutzmittelregister gilt es zwar als mindergiftig, dennoch sind bereits zwei Gramm davon für Kinder tödlich.

Schnecken bekämpfen: Die besten alternativen Methoden

Der Schlussel zum Erfolg von biologischer Schneckenbekämpfung ist die Anwendung von mehreren Maßnahmen. Dazu gehört eine naturnahe Gartengestaltung und -bearbeitung sowie eine Kombination aus verschiedenen Schneckenbekämpfungsmethoden.

  • Eisen-III-Phosphat

Die einzigen für Mensch und Haustier unbedenklichen und trotzdem gut wirksamen Schneckenmittel sind jene auf Basis von Eisen-III-Phosphat, die auch im biologischen Landbau zugelassen sind. Eisen-III-Phosphat ist für die Bodengesundheit unbedenklich. Der Nachteil ist aber, dass es alle Schnecken tötet, auch die nützlichen Gehäuseschnecken. Schneckenmittel mit Eisen-III-Phosphat erhalten Sie auf Nachfrage in allen gut sortierten Gartencentern.

  • Schneckenzaun

Auch so genannte Schneckenzäune halten Schnecken sicher fern, eignen sich aber eher für kleinere Flächen wie Gemüse- und Blumenbeete. Zu beachten ist, dass der Schneckenzaun außen frei gehalten wird, damit es keine „pflanzlichen Brücken“ ins Beet gibt. Schneckenzäune werden im Gartenfachhandel und im Internet angeboten.

  • Indische Laufente Laufenten gegen Schnecken

Indische Laufenten sind effektive Schneckenvertilger, besonders in größeren Gärten. Wer sie sich hält, sollte bedenken, dass die hübschen Tiere regelmäßig frisches Wasser brauchen und abends zum Schutz vor Fuchs & Co in einen Stall gesperrt werden müssen.

  • Naturgarten

In Naturgärten kommt es selten zu massivem Auftreten der Nacktschnecken. Hier gibt es genug natürliche Feinde wie Igel, Spitzmäuse, Vögel, Kröten und Insekten. Schnecken mögen es gerne feucht und glatt, daher sollten Beete regelmäßig aufgelockert werden und. Dauerberieselung durch Rasensprenkler sowie abendliches Gießen vermieden werden.

Wichtig ist es, Grasflächen in der Nähe von Gemüse- und Blumenbeeten kurz zu halten und Unterschlupfmöglichkeiten regelmäßig auf Schnecken zu kontrollieren.

Im Herbst sind immer wieder die aus mehreren hundert Eiern bestehenden Wintergelege zu finden. Bevorzugte Stellen sind Erdspalten- und höhlen, Holzbretter, Ziegel, usw. Da die Eier gegen Licht und Frost empfindlich sind, genügt es, die Gelege einfach freizulegen.

  • Einsammeln

Händisches Einsammeln ist nur dann sinnvoll, wenn es wirklich regelmäßig gemacht wird, am besten morgens oder abends oder nach Regen.

  • Sägespäne, Steinmehl & Branntkalk

Sägespäne, Steinmehl oder Branntkalk breitflächig um empfindliche Kulturen ausgebracht halten Schnecken fern. Diese Barrieren müssen aber regelmäßig erneuert werden, da sie durch Regen oder Tau ihre Wirksamkeit verlieren.

  • Pflanzenextrakte

Farnkraut-, Lebermoos- oder Kompostextrakt sind ebenfalls als Schneckenabwehr zu empfehlen. Die Extrakte müssen regelmäßig neu auf die Pflanzenoberfläche gesprüht werden, auf jeden Fall nach jedem Regen.

  • Kaffeesatz

Auch Kaffeesatz ist ein probates Schneckenmittel. Er wird entweder ringförmig um die Pflanzen oder großflächig auf das gesamte Beet ausgebracht. Man kann starken Kaffee auch direkt auf die Pflanzen sprühen.

  • Köderfallen

Köderfallen, wie etwa Bierfallen, können unter Umständen vermehrte Zuwanderung aus benachbarten Gärten bewirken und es besteht die Gefahr, dass auch andere Tiere darin sterben.